Konsumentenplattform für Zukunftsgestaltung - Evolution vom ICH zum WIR
LESEN & WISSEN
ICH & WIRSCHAU & KAUFMAIL & MEHRWORKSHOP & SEMINARINFO & HILFEIMPRESSUM
SIE SIND:
derzeit nicht angemeldet.Die Mitgliedschaft ist kostenlos aber viel wert!
Life und StyleDruckversion:

Farbe des Frackhemdes

Autor: Uwe Fenner am 15. Jan 2009














Sehr geehrter Herr Fenner,


zunächst einmal ein ganz großes Kompliment zu Ihrem Internetauftritt. Ihre Darlegung der gesellschaftlichen Etikette unter der Betrachtung der heutigen Zeit ist äußerst informativ und gibt einem stets Sicherheit.


Seit jeher war es mein Wunsch im Frack zu heiraten. Nachdem meine Verlobte und ich auch sonst gerne hochkarätige Tanzveranstaltungen besuchen, war jetzt der Zeitpunkt für diese Anschaffung da. Die komplette Ausstattung inklusive Weste, Hemd und Fliege in weißem Piqué hängt bereits im Schrank. Ebenso ist das Hochzeitskleid (champagnerfarben) bereits gekauft.


Ein Freund wies uns jetzt darauf hin, dass Hemd, Weste und Fliege des Bräutigams immer in der gleichen Farbe wie das Hochzeitskleid zu sein haben. Wie verhält sich das in Kombination mit einem Frack?. Ist hier eine Abweichung gestattet, da ja zum Frack das Hemd, Frackweste und Fliege immer weiß und mit Piqué-Muster zu sein haben?


Vielen Dank für Ihre Antwort.



Ihr



M.B.






Meine Antwort:



Sehr geehrter Herr B.,


geheiratet wurde schon immer in festlicher Kleidung. Traditionell gesehen tragen die Braut hier ein weißes Kleid und der Bräutigam einen schwarzen Anzug, seit einigen Jahrzehnten auch einen Smoking oder den Frack, jedenfalls, wenn es sich um eine Abendhochzeit handelt. Wenn vormittags oder mittags geheiratet wird, ebenfalls das weiße Kleid, aber der Anzug des Herrn ist in der Abstufung von hochoffiziell bis „normal“ der Cutaway, der „kleine Stresemann“, der schwarze oder auch nur dunkle Anzug.



Die Farbe weiß beim Brautkleid steht in Europa für Reinheit und Unberührtheit. Ab dem Jahr 1600 wurde in Europa in den adligen Schichten in hellen Farben geheiratet. Hier bildete die Hochzeit von Maria de Medici mit Heinrich IV. den Anstoß zu diesem „Trend“. Es gab natürlich auch Brautkleider in anderen Farben, mitunter auch in schwarz, einfach weil es nur den oberen Schichten möglich war, ein besonderes Kleid für diesen Tag zu kaufen. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde so in den Mittel- und Unterschichten zur Hochzeit kein spezielles Kleid, sondern das Sonntagskleid getragen. Erst ab den 1920er Jahren fasste das weiße Brautkleid allgemein Fuß. So ist die farbliche Gemeinsamkeit von weißem Brautkleid und weißem Hemd beim Smoking oder Frack eher Zufall, als dass es hier eine tatsächliche „Regel“ gibt. Insofern ist meiner Meinung nach die Bemerkung Ihres Freundes eher als Volksweisheit zu betrachten. Vermutlich hat sich im Laufe der Zeit, ein gewisser Mythos entwickelt, dass diese farbliche Gemeinsamkeit vorhanden sein muss, weil es eben schon immer so war.


Heute jedoch wird ja vieles lockerer gesehen. So bringen viele Hochzeitspaare bewusst mehr Farbe ins Spiel ohne dabei an Festlichkeit zu verlieren. Im Gespräch mit einem meiner Mitarbeiter habe ich erfahren, dass dessen Vater bei seiner Hochzeit einen Smoking trug, dessen Fliege passend zum Brautkleid war. Das Brautkleid war in diesem Fall ein Purpurrotes. Sie sehen also, dass die Konventionen an vielen Stellen etwas aufgeweicht sind, auch weil der Dresscode nicht mehr so strengen Regeln unterworfen ist. Insofern würde ich Ihnen raten, dass sie dem Kommentar Ihres Freundes nicht zu viel Bedeutung beimessen, da es hier keinen gesicherten geschichtlichen Hintergrund gibt. Es bleibt zu vermuten, dass diese „Regel“ als solche gar nicht existent war, sondern vermutlich als eine Art normative Kraft des Faktischen zu der Situation dazu interpretiert wurde.


Tragen Sie zu Ihrem Frack ein schneeweißes Piqué-Hemd und eine ebenso weiße Weste aus dem gleichen „waffelmusterigen“ Stoff und lassen Sie Ihrer Braut das Cremefarbene!


In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne Hochzeit und viel Glück in Ihrer Ehe.


Herzlichst,


Ihr



Uwe Fenner
Abathon Knigge & Karriere GmbH – Headhunting & Coaching
Joachim Düssel  Uwe Fenner  Andrea Kempkes  Friedmar A. Kleber
Bertinistraße 15, 14469 Potsdam
Telefon +49 (0)331 -  243 95 32 - Fax +49 (0)331 – 243 95 33
Mobil +49 (0)171 – 380 24 21
Email u.fenner@fenner.de – Internet http://www.abathon.de


 
Hilfe

Als Mitglied können Sie auf Facebook einen Kommentar posten. Dazu müssen Sie sich einloggen.

LOGIN
Mitglieder Login:

Passwort:


Registrieren


Wer ist online?
Helmut Brauner

1 Mitglied eingeloggt

23 Besucher (15 Minuten)