Autor: Roland Grün am 21. Okt 2011 EURO tot oder was kommt next?
Politiker ohne Sachverstand setzen die EU als Gemeinschaft und als Währungsunion auf´s Spiel |
Es vergeht wohl kein Tag ohne neue Horrormeldungen über Krise. Ich kann es nicht mehr hören.
Welche Krise? Wer hat eine Krise?
Angeblich wir, weil die Griechen nicht ordentlich Steuern eintreiben können, weil die Steuermoral so ist, dass dort die Reichen keine Steuern zahlen nur Georgios Normalverbraucher. Es entgehen dadurch dem Staat 52 Mrd. EURO jährlich an Steuerleistungen, das sind bei einer Verschuldung von über 300 Mrd. EURO ein Sechstel, also in sechs Jahren wären mit diesen Einnahmen die Staatsschulden getilgt.
Das überlegen sich die Herrschaften Merkel, Sarkozy, Trichet, Juncker und ich will kein "Obergscheitl" der EU auslassen, aber das sind die Spitzen, wobei ich Trichet und Juncker schon etwas in Schutz nehmen möchte.
Der eine tritt mit Ende Oktober 2011 ab und geht in die wohlverdiente Pension, der andere versucht den schwierigen Spagat als Luxemburger zwischen Frankreich und Deutschland, da sind schon andere zwischen diesen Machtblöcken in der Geschichte aufgerieben worden.
Dr. Hugo Portisch, Österreichs Aushängeschild an journalistischer Qualität und Weitsicht, hat gestern sein Buch mit dem Titel "Was jetzt?" veröffentlicht.
Portisch spannt darin einen weiten Bogen von der Pleite Österreichs 1920, vom Kommissär, der vom Völkerbund eingesetzt wurde, und die Ausgaben der Bundesregierung von damals genau kontrolliert hat bzw. bei internationalen Geldern erst dann das Geld frei gab, wenn er sich persönlich überzeugen konnte, dass die Ausgaben wirtschaftlich sinnvoll und nachhaltig sind.
Heute muß ja alles nachhaltig sein, vor allem die Dummheit der Politiker ist so nachhaltig, dass der Schweizer Franken Höhenflüge feiert, das der Schweizer Notenbank schlaflose Nächte bereitet und ein Zwangskurs als Deckel verfügt wurde, sonst hätte der Franken die Parität zum EURO längst im Verhältnis 1:1 hergestellt. Kapital bewegt sich dank Internet mit Lichtgeschwindigkeit dorthin wo Zinsen und Sicherheit passen, und das sind nicht die EU Länder, sondern der Finanzplatz Zürich.
Mir ist schon bewußt, dass eine Phsyikerin und ein Exil-Ungar mit Hang zum Napoleonismus nicht unbedingt Währungs- und Wirtschaftsexperten sind - ich weiß auch nicht alles, im Gegenteil ich weiß, dass ich nichts weiß, bin Nachsokratiker - aber es gibt in beiden Ländern hervorragende Kapazunder und Technokraten, die schon wissen, wo es lang geht und wie der EURO nachhaltig gesunden kann.
In ein paar Jahren werden wir dankbar an die Zeiten zurückdenken, wo Staaten nur ein Defizit von knapp 30% hatten - die gibt es ja noch, Schweden, Dänemark, selbst die Slowakei oder Estland sind Musterschüler bei der Staatsverschuldung, nur die großen und mächtigen Wirtschaftsmächte á la USA, Frankreich, Deutschland, Italien sind derart verschuldet, dass Ratingagenturen über deren Wohlbefinden urteilen und den Status Triple A oder AAA oder AAA+ wegnehmen, was am internationalen Geldmarkt zu höheren Zinsen bei der Aufnahme von Kapital kostet und die Anleihen müssen dann schon viel mehr an Zinsertrag bieten, da sie sonst nicht gekauft werden.
EU Wohin? Es fehlt, so der Experte Dr. Portisch, an einem einheitlichen Wirtschafts- und Finanzsystem, das wurde bei aller EURO Furore nämlich auf bessere Zeiten verschoben und das fällt der gesamten EU heute auf den Kopf.
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