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EU Projekt für Reparatur- und Wiederverwendungsnetzwerk

Aus Alt mach Neu   -   Fotograf: ATM Autor: Sana Brauner am 18. Nov 2011
Im April 2011 erfolgte der offizielle Start des Projektes CERREC – Central Europe Repair and Re-Use Centres and Networks. 9 Partner aus 7 Ländern (Österreich, Deutschland, Polen, Slowakei, Ungarn, Italien und Tschechien) stellen sich der Herausforderung, die Vorgaben der EU Abfallrahmenrichtlinie hinsichtlich „Vorbereitung zur Wiederverwendung“ umzusetzen.

© Bild: ATM

Im April 2011 erfolgte der offizielle Start des Projektes CERREC. Deshalb wird es im Rahmen des Projektes auch einen intensiven Austausch innerhalb nationaler und transnationaler Arbeitsgruppen geben, in deren Rahmen schließlich die Ergebnisse des Projektes auf ihre nationale Umsetzbarkeit und Praktikabilität geprüft und Empfehlungen für Politik und Praxis erarbeitet werden sollen.

Re-Use als neue Form der Abfallbehandlung

Mit der Novellierung der Europäischen Abfallrahmenrichtlinie, wurde die „Vorbereitung zur Wiederverwendung“ als neue Stufe der Abfallhierarchie noch vor der stofflichen Verwertung (Recycling) eingeführt. Eines der Ziele dabei ist die Gewinnung von Second Hand Produkten aus dem Abfallstrom. Die EU Mitgliedsstaaten waren verpflichtet die neue Abfallrahmenrichtlinie bis zum Dezember 2010 in nationales Recht umzusetzen. Nun muss die praktische Umsetzung folgen, was bedeutet, dass flächendeckend Reparatur- und Re-Use Zentren und Netzwerke zu errichten sind.

Das Projekt CERREC möchte die „Vorbereitung zur Wiederverwendung“ als neue Form des Abfallmanagements forcieren, Re-Use zu einem Hauptaufgabengebiet der Abfallbehandlung machen und gleichzeitig auch ein breites Bewusstsein dafür in der Bevölkerung schaffen.

CERREC – das Projekt

Durch das Projekt CERREC soll der Auf- bzw. Ausbau von Reparatur- und Re-Use Zentren und Netzwerken in den zentraleuropäischen Ländern gefördert werden. In diesem Zusammenhang werden Ziele wie die Verlängerung der Produktlebensdauer, die Schaffung von Beschäftigung in den Bereichen Reparatur und Re-Use sowie die Verringerung des sozialen Gefälles durch die Bereitstellung von leistbaren Second Hand Produkten für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen verfolgt.

Projektinhalte:

 

Wir befragten den Projektleiter Mag. Christian Leonhartsberger zur aktuellen Situation:

www.ihr-einkauf.com:
In welchem Stadium befindet sich der Ausbau von Reparatur- und Re-Use Zentren und Netzwerken in Österreich bzw. auch in den Ländern?
Mag. Christian Leonhartsberger:
Österreich kann sicherlich schon sehr viel in diesem Bereich aufweisen. Unser Projektpartner Arge Abfallvermeidung in Graz ist schon seit vielen Jahren in diesem Bereich aktiv und an der Entwicklung maßgeblich beteiligt. Schon vielfach etabliert in Österreich sind Reparaturnetzwerke in einzelnen Bundesländern, z.B. in Wien (www.reparaturnetzwerk.at <http://www.reparaturnetzwerk.at> ), und der Verein Repanet (www.repanet.at <http://www.repanet.at> ). Im Bereich Reparatur- und Wiederverwendungsnetzwerke und –zentren, im Sinne unseres Projektvorhabens, sind vor allem das Reparatur- und Servicezentrum in Wien (www.rusz.at <http://www.rusz.at> ) und in Oberösterreich ReVital (www.revitalistgenial.at <http://www.revitalistgenial.at> ) sehr erfolgreich. Im Zuge des Projektes werden als nächstes Netzwerke im Burgenland und Tirol initiiert. In der Steiermark ist man bereits in der Umsetzungsphase, die restlichen Bundesländer werden sicherlich auch in den nächsten Jahren folgen. Dem Projekt CERREC kommt für den weiteren Ausbau sicherlich eine bedeutende Rolle zu.
 
Großen Anteil an diesen Netzwerken haben sog. sozialökonomische Betriebe (u.a. Beschäftigung von langzeitarbeitslosen Personen) die schon jetzt viele Second-Hand bzw. Re-Use-Shops in ganz Österreich betreiben.
 
www.ihr-einkauf.com:
Gibt es eine Möglichkeit für Konsumenten bereits jetzt schon aktiv einen Beitrag leisten zu können?
Mag. Christian Leonhartsberger:
Vorrangiges Ziel ist die Verlängerung der Produktlebensdauer. Hier kann man als KonsumentIn bereits jetzt aktiv einen großen Beitrag leisten, indem:
 
a)      Langlebige Produkte gekauft werden (hier sind schon entsprechende Produktsiegel im Entstehen)
b)      Defekte Geräte in Reparaturbetrieben wieder instand gesetzt werden (www.reparaturnetzwerk.at <http://www.reparaturnetzwerk.at> )
c)       Gut erhaltene Gegenstände die noch verwendbar sind in entsprechenden Einrichtungen (sozialökonomischen Betrieben, karitativen Einrichtungen,…) abgegeben werden
d)      Gebrauchte Gegenstände in Re-Use- oder Second-Hand-Shops eingekauft werden

Mag. Christian Leonhartsberger
Tel.: +43 (0)5242 62 400-26
Mobil: +43 (0)664 84 43 138
mail: leonhartsberger@atm.or.at

 

Das EU Projekt CERREC für Reparatur- und Wiederverwendungsnetzwerk startete in Tirol

Die Abfallwirtschaft Tirol Mitte GmbH (ATM) ist als Pionier in Sachen Abfallvermeidung und -verwertung bekannt - auch international.  "Unser Ruf als Vorreiter gibt uns die Chance, für Tirol Netzwerke auf EU Ebene aufzubauen und zu nützen. Wir können unser Know How in andere Länder weitergeben und gleichzeitig Impulse für innovative Projekte sammeln", so Dr. Alfred Egger, Geschäftsführer der ATM.

Dr. Alfred Egger, Geschäftsführer ATM  -  * Fotograf: ATMDas Prinzip ist einfach aber genial: Funktionierende Dinge - von Elektrogeräten über Möbel bis zu Kleidung oder Sportgeräten - werden gesammelt, aufbereitet und zu einem günstigen Preis wieder verkauft. Die regionale Wertschöpfung gewinnt durch die erhaltenen Arbeitsplätze und günstigen Einkaufsmöglichkeiten. Die Umwelt wird dadurch maßgeblich geschont. "Wir sehen hier die Chance, unser Know-How für die Zusammenarbeit zwischen Abfallwirtschaft und sozialökonomischen Betrieben ein zu bringen", so Egger.


Reparieren und Weiterverwenden statt Wegwerfen

"Oft höre ich von den Mitarbeitern auf den Recyclinghöfen, dass ihnen das Herz blutet, wenn sie sehen, was alles weggeworfen wird. Viele Dinge können durch kleine Reparaturen oder Reinigung sinnvoll wieder verwendet werden. Unser Ziel ist es, über unser Projekt eine breite Bevölkerungsschicht auch für ein neues Werte-Bewusstsein zu sensibilisieren", so der Projektleiter, Mag. Christian Leonhartsberger.

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