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Erziehung ist (k)ein Kinderspiel!

Foto: Eugen Kment Autor: Maria Neuberger-Schmidt am 25. Mär 2010

Die hat mehr als ich!


Die hat mehr als ich!

Jan (7) und Julia (5) sind stets eifersüchtig darauf bedacht, nicht zu kurz zu kommen: „Die hat neue Schuhe und ich nicht!“, „Der darf zu seinem Freund gehen und ich nicht!“, „Mit mir schimpfst du, wenn ich Mist mache und mit ihr nicht!“ „Die hat mehr als ich!“ Jedes Stück Torte wird zu einem Problem. Das Familienklima wird durch ständiges nervenaufreibendes Geplänkel beeinträchtigt. Von geschwisterlicher Eintracht ist selten etwas zu spüren, oft vermitteln Jan und Julia das Bild von Erzrivalen. So sehr sich die Eltern bemühen, sie sind stets in der Zwickmühle, es allen recht zu machen.


Sich nicht einspannen lassen

So paradox es sich auch anmuten mag, oft ist die Lösung das Problem! Wie ich das meine? Gerade weil diese Eltern sich so sehr bemühen, es allen recht zu machen, heizen sie den Konkurrenzkampf damit erst richtig an! Was ist hier zu tun? Eltern dürfen sich von ihren Kindern nicht in den Karren ihrer Rivalitäten einspannen lassen. Wo steht geschrieben, dass jedes Kind gleich viel haben muss? Nach dem Gießkannenprinzip? Dass man jedes Kind gleich behandeln muss? Dass Eltern immer gerecht sein müssen? Das ist ein Ding der Unmöglichkeit!

Absolute Gerechtigkeit gibt es nicht

Wichtig ist das für Kinder spürbare Bemühen der Eltern um Gerechtigkeit, aber manchmal kann man Kindern ruhig sagen: „Das Leben ist nun mal ungerecht. Wenn du absolute Gerechtigkeit möchtest, musst du zum lieben Gott gehen. Ich schaffe das nicht.“ Oder: „ Das Wetter ist auch nicht alle Tage gleich. So ist es auch bei mir: Einmal habe ich einen guten Tag, einmal bin ich nervös, weil ich mich über etwas geärgert habe. Was mich heute stört, bemerke ich morgen vielleicht gar nicht. Daher reagiere ich nicht immer gleich.“

Individuell würdigen statt gleich behandeln

Es kommt nicht darauf an, dass Sie Ihre Kinder gleich behandeln, sondern dass Sie individuell und wertschätzend auf sie reagieren und ihre Bedürfnisse und Gefühle ernst nehmen. Statt darüber zu streiten, wer mehr hat, sollte die Frage lauten: „Wie viel brauchst dü Jedes Kind darf sich nehmen, bis es satt ist.“ Dann erübrigt sich der Vergleich. Oder: „Mehr davon gibt es nicht: einigt euch, wie ihr es aufteilen wollt!“ Dann sind nicht die Eltern für die Lösung verantwortlich, sondern die Kinder selber. Die Eltern achten lediglich auf faire Spielregeln. Bei der Torte hat sich bewährt: der eine teilt, der andere wählt.

Tel.: +43-1-66 22 006

www.elternwerkstatt.at

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