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Einfluss des pH-Wertes auf Bodenleben und Nährstoffaufnahme

Bodenaufbau Autor: Dirk Osada am 18. Feb 2011
Der Boden pH-Wert ist ein Wert, der in den letzten Jahrzehnten bei der Betrachtung des Wachstums und physiologischer Prozesse etwas an Beachtung verloren hat. Das passierte aber zu Unrecht.


Es wird viel über Einzelnährstoffe debattiert, eventuell die Humusgehalte und die Stickstoffbilanz im Boden. Jedoch ist das nur die halbe Miete, wie so schön gesagt wird, wenn der pH-Wert außer Betracht bleibt.

Der pH-Wert ist ein Maß für die Stärke der sauren bzw. basischen Wirkung einer wässrigen Lösung. Grundsätzlich beeinflusst der pH-Wert des Bodens die Verfügbarkeit der Nährsalze. Zudem schädigen extreme pH-Werte die Pflanzenorgane (saurer Regen, Verätzungen).

Für den Nährstoffhaushalt von Pflanzen ist  Stickstoff von besonderer Bedeutung. Stickstoff wird fast immer in Form von wasserlöslichem Ammonium (NH4+ Ionen) oder häufiger als Nitrat (NO3 Ionen) aufgenommen. Ammonium und Nitrat stehen in Böden mit einem pH-Wert von 7 im Gleichgewicht. Bei sauren Böden überwiegen die NH4+ Ionen, bei alkalischen Böden überwiegen die NO3 Ionen.

Wenn nun eine Pflanze aufgrund der Durchlässigkeit der Wurzelmembranen nur NH4+ aufnehmen kann, ist sie an saure Böden gebunden und dementsprechend obligat acidophil (säureliebend). Wenn sie nur Nitrat NO3 aufnehmen kann, kann sie nur auf basenreichen Böden wachsen (obligat basophil). Wenn sie jedoch sowohl Ammonium, als auch Nitrat aufnehmen kann, kann sie sowohl auf sauren als auch auf basenreichen Böden wachsen. In Mineraldüngern wird Ammoniumnitrat (NH4NO3) verwendet, ein Salz aus Ammonium- und Nitrat-Ionen.

Bei übermäßig hohem oder niedrigem pH-Wert sind die Nährstoffe im Boden festgelegt und stehen somit für die Pflanzen nur noch unzureichend zur Verfügung. Außerdem werden bei einem sehr niedrigen pH-Wert für Pflanzen giftige Stoffe des Bodens freigesetzt. Dazu gehören Aluminium- und Mangan-Ionen.

Der pH-Wert ist entscheidend für viele Prozesse, die im Boden ablaufen.

Viele Bakterien und Pilze arbeiten auch im sauren Milieu aber dann nur mit halber Kraft.

Das effektivste Bodenleben ist daher in dem Bereich zwischen pH-Wert 6,0 – 7,0 zu finden.

Aber das ist nicht alles. Im sauren Bereich werden viele Prozesse der Nährstoffumsetzung gestoppt oder verlangsamt. Ihre Helfer Pilze und Bakterien, da Sie nicht arbeiten oder nur schwach, unterstützen sie kaum oder gar nicht. Damit ist der Aufschluss nur gering und auch die Humusbildung geht zurück.

Je saurer der Boden ist umso rascher erfolgt die chemische Verwitterung, die Nährstoffe N, S, K, Ca und Mg werden schwerer aufgenommen, ebenso sinkt die Verfügbarkeit von Mo. Phosphor und Bor werden am besten aufgenommen bei pH-Werten zwischen 6 und 7. Ein Großteil davon wird erst durch das Bodenleben verfügbar gemacht.

Bei Fe, Mn, Cu und Zn ist es gerade umgedreht. Je basischer der Boden ist umso schwerer werden sie aufgenommen. 

Das zeigt wie wichtig ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren ist. Die derzeitigen konventionellen Anbaumethoden haben  mit verstärkten Gaben an mineralischen Düngern und einseitigem Anbau die Bilanz im Boden durcheinander gebracht. In der Endkonsequenz sind die meisten Böden übersäuert. Die Humusbildung bzw. Regenerierung ist kaum vorhanden, Krankheiten und Schädlinge treten z. Teil in massiven Schüben auf. 

Für Betriebe, die erst auf den biologischen Weg gehen ist das ein bekanntes Bild.

Althergebrachtes Wissen allein vermag hier nicht zu helfen.

Mit  biologischen Produkten, die entsprechende Prozesse wieder in Gang setzen können und zur Wiederbelebung der Bodenbiologie und damit letztendlich zur Humusbildung beitragen kann effektiv Unterstützung geleistet werden. 

Wichtig dabei ist zu wissen, wie die einzelnen Produkte wirken und wie sie sinnvoll zu kombinieren sind.

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