Autor: Sana Brauner am 17. Jun 2009 Kann ich eigentlich etwas tun, um aufzuwachen?
Wo das Aufwachen selbst doch nur eine Gnade ist die mir geschieht? Zumal ein Ich, das etwas tun könnte doch gar nicht existiert? |
Du kannst nichts tun.
Du kannst: nichts tun.
Man kann nichts lernen für das Aufwachen, es braucht keine neuen Fähigkeiten, aber du kannst, um aufzuwachen loslassen und anhalten.
Nichts tun können, bedeutet nicht: alles so weiterlaufen lassen wie bisher. Dann läuft die Konditionierung, die Charakterfixierung, die ganze karmische Verstrickung weiter wie bisher.
Du kannst: Anhalten. Wenn du anhältst, wenn du - wie Ramana Maharshi sagt - still bist, dann hört endlich das ständige Weglaufen auf, das Getrieben-sein, und vor allem das Ankämpfen gegen das, was ist.
Dieses Anhalten ist ein sehr aktiver Prozess, alles andere als die Dinge so weiterlaufen lassen wie bisher. Mit diesem Anhalten hast du einen Weg jenseits vom Tun, aber auch jenseits vom Nichts tun können.
Durch eigene Erfahrung, durch die Erfahrung in der Arbeit mit hunderten von Menschen und durch die Erforschung verschiedener spiritueller Wege habe ich folgende Sieben Schritte des Anhaltens entwickelt - Sieben Schritte, die dich dem Aufwachen näher bringen.
Sieben Schritte zum Aufwachen:
Deine Wünsche und Ziele erkennen - den Sinn und das Ziel Deines Lebens entdecken.
Annehmen was jetzt ist - die Bereitwilligkeit, alles zu fühlen und zu erfahren, den Schmerz ebenso wie die Freude.
Die Position des Zuschauers, der Beobachterin: Du siehst das ganze Drama Deines Lebens.
Die Muster Deines Lebens und Deine Charakterfixierung verstehen: das Enneagramm.
Die Identifikation mit dem Körper beenden - der Körper wird durchlässig und energievoll.
Die Vergangenheit beenden - Dich aussöhnen mit dem was war - Deine ganze Energie für die Gegenwart verfügbar haben.
Dem Tod und der Angst begegnen und das entdecken, was keinen Anfang und kein Ende hat.
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Autor: Ausgetretenes Mitglied am 2009-06-18 12:11:33
Das Aufwachen, so wie es in diesem Artikel beschrieben wird, kann ich sehr gut nachvollziehen. Aus meiner Erfahrung sehe ich es so als "Aufgewachter".
Als noch Schlafender würde es mir nichts sagen, was wiederum bedeutet, ob es nicht doch vieles vorher zu tun gibt, um mit dem Tun aufhören zu können ?
Im Endeffekt ist es Gnade und wer sich dieser Gnade bewusst ist, der sieht auch ganz deutlich, das es wirklich nichts zu tun gibt. Es ist paradox und so ist es.
Um antworten zu können, bitte einloggenDu kannst: Nichts tun
Autor: Ulla Knoll am 2009-08-20 08:44:19
Genau das war es, was mir vor jetzt fast 4 Jahren ein guter Freund sagte. Mit 50 hatte ich meinen Job verloren, hatte etliche sehr unangenehme Dinge zu erledigen, sah kein Oben und kein Unten, war gefangen inmitten von Ausweglosigkeit. Durch "Zufall" (seitdem bin ich mir bewußt: es gibt keine Zufälle) fand ich einen Freund, zu dem ich 25 Jahre keinen Kontakt gehabt hatte, im Internet. Ich rief ihn an und die "alte Vertrautheit", das "gewisse Wissen" war da. Genauso als wäre keine Minute vergangen. Ich schilderte ihm meine Ängste und er sagte: Setz Dich einfach hin, tue nichts und beobachte Dich in der Welt. Sei aufmerksam, was zu Dir kommt. Der Beobachter wurde zum Beobachteten. Meine Muster und Verhalten wurden mir bewusst und ich fand Wege mein Leben neu zu definieren.
Ich erlebte Transformation. Diese Veränderung war verbunden mit Erstaunen, Angst und Abstandhalten bei den Menschen, die mir sehr nahe waren und ich merkte: es funktioniert wie der Stein, den ich ins Wasser werfe. Meine Umgebung bleibt von meiner Veränderung nicht unberührt. Es ist die Bewegung der konzentrischen Kreise, die von mir ausgeht. Natürlich begegnen mir die verschiedensten Reaktionen - aber - ich habe gelernt (und lerne noch) anzunehmen und loszulassen.
Ulla
www.ivrknoll.com
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