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Ein Porsche und die Armut

Credit Suisse, Zürich, Paradeplatz, Weltvermögen, Finanz Autor: Angel (-ika M.) Wohofsky am 07. Aug 2010
Man spürt den Reichtum. In Zürich angekommen war sofort dieses Flair von Geld und Wohlstand vorhanden. Irgendwie fühlt man sich hier wie auf einer Insel der Seeligen. Die Stadt ist in den Vierteln der gut verdienenden Mittelschicht blitzblank. Big Business prägt die Menschen eben. Und daneben nimmt die Armut in Europa und den USA zu.

PROJEKT LIFE besucht die Kooperationspartnerin Ellen Peitz von Gogofish in Zürich. Beide widmen sich einem nachhaltigen Leben für Planet Erde. Dabei geht es nicht nur um eine ökologisch nachhaltige Lebensweise. Nein, vielmehr engagiert man sich für soziale und ökonomische Nachhaltigkeit und vermehrt das Wissen darum in der Zivilgesellschaft. Was hilft nämlich Bio, wenn die Bedingungen für die Menschen, die daran arbeiten asozial sind. Was hilft uns sauberes Wasser, wenn wir es nur jenen zur Verfügung stellen, die das meiste Geld besitzen?

Nun gut, da fährt man also in die Schweiz nach Zürich, trifft sich mit einem Vertreter der Alternativen Bank Schweiz (ABS) und wirft sich ins Zürcher Leben. Was Geld und Namen hat, ist hier mal gut aufgehoben. Was der Mitarbeiter von der ABS erzählt, ist wohl ein eigenes Kapitel. Denn nachhaltig scheint heute wohl jeder zu sein. Da werden Biosandalen erzeugt, deren Rohstoff genmanipulierter Mais ist. Da ist ein Investment nachhaltig, wenn es sich zu 20 Prozent an grünen Entwicklungen engagiert. Die übrigen 80 Prozent dienen der Profitmaximierung. Und die ABS? Die hält sich aus derartig zweischneidigen Engagements heraus. Die zahlt nämlich keine Boni, vermeidet Profitmaximierung. Warum? Weil es einfach nicht mehr vertretbar ist, wenn wir auf diesem Planeten weiterhin leben und ihn für unsere Kinder lebenswert hinterlassen wollen. Profit und egoistische Supergehälter, die will man nicht und die bietet man auch nicht bei der ABS.

Vielmehr geht es der ABS um den Zweck der Sache. Diese Einstellung beeindruckt, was sich auf die Kommunikationskultur auswirkt. Wir sprachen nämlich über jene Dinge, die wir gemeinsam verwirklichen wollen, und erst der nächste Schritt wird das Geld betreffen. Unsere Aufmerksamkeit richteten wir damit auf den Zweck, das Ziel, das wir gemeinsam anstreben.

Wenn man dann aber über den Paradeplatz fährt, dann spürt man es buchstäblich. Hier liegt das Geld der Welt. Und wie selbstverständlich liegt es in Zürich, wird von hier aus verwaltet und vermehrt. Also, warum nicht einen Teil dieses Geldes zum Wohl der Gemeinschaft investieren? Warum es nicht zurückfließen lassen zu den Menschen, um Gutes für das Leben zu schaffen? Denn auch in Zürich liest man Zeitungen und erfährt, dass immer mehr Menschen in Europa unter Armut und Hunger leiden. Man liest das in den schicken Cafe´s, an deren Gastgärten ein Porsche oder Maybach vorbeifährt - dieser Antagonismus verfolgt einen an jeder Ecke. Dabei bleibt ein schaler Beigeschmack hängen. Porsche und eine Million Arme in Österreich, 20 Prozent Arbeitslosigkeit in Spanien und 40,8 Millionen Lebensmittelkarten-Bezieher in den USA vertragen sich nämlich nicht. Die Gegensätze beginnen immer krasser auseinander zu klaffen. Und das Argument, diese anderen wären nur faul und zuwenig sparsam, oder Not habe es immer gegeben und sei Teil der menschlichen Natur ist für einen ganzheitlich denkenden Menschen schlichtweg nicht mehr nachvollziehbar.

Was tun? Ganz einfach. Wir beraten über den Zweck, richten unsere Aufmerksamkeit auf Leben fördernde Unternehmungen und packen es einfach an. Tun und Handeln, das ist die Devise.

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Kommentare
Geld ist nicht alles, nur: ohne Geld ist alles nichts
Autor: Roland Grün am 2010-08-16 09:29:44

ABS scheint ja die Sozialromantik pur zu sein - keine Gewinne, keine Dividenden

wovon leben die dann eigentlich,

bei derartigen Gedanken habe ich meine Zweifel

die großen Revolutionäre der Weltgeschichte waren aus reichstem Hause und hatten vor allem Eines: das nötige Geld und die Zeit über das Schicksal der Armen und die Ungerechtigkeit dieser Welt nachzudenken - Karl Marx, Friedrich Engels, Che Guevara, Fidel Castro Ruz, Yassir Arafat, George Habash, Mao Tsetung, Buddha, 

mit vollem Magen und in herrlicher Umgebung bin ich gerne Marxist, Leninist, Maoist - auch Jesuit mit dem Gedanken an einen Staat, der ohne Geld auskommt - gab es im 17 Jhdt. in Paraguay, Stück von Fritz Hochwälder "Der Gottesstaat", der nach 50 Jahren aufgelöst wurde, da alle in Südamerika dorthin auswandern wollten -

Unzufriedene aller Länder vereinigt Euch, bekämpfen wir den Reichtum, nehmen wir wie Robin Hood den Reichen alles weg und verteilen es gerecht unter den Bedürftigen

Amen

Euer Roland Grün

 

 


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