Autor: Sana Brauner am 11. Nov 2008 KURZINHALT Vor der atemberaubenden Kulisse des Himalaya begleitet BLINDSIGHT den spannenden Aufstieg von sechs tibetischen Teenagern auf den 7045 Meter hohen Lhakpa Ri. Diese Unternehmung erscheint umso unglaublicher, als die tibetischen Kinder blind sind. Sie werden von der ebenfalls blinden Betreuerin Sabriye Tenberken und dem blinden Mount-Everest-Bezwinger Erik Weihenmayer begleitet. Aus Wunsch und Wagnis wird Wirklichkeit. Regisseurin Lucy Walker begleitet die vier Jungen und zwei Mädchen bei der Vorbereitung und dem schwierigen Aufstieg. Die DVD ist mit einer Hörfilmfassung und einer umfassenden akustischen Menüführung für Blinde und Sehbehinderte ausgestattet. Von jeder verkauften DVD geht EIN EURO an „Braille ohne Grenzen“ zur Unterstützung von Blinden in Tibet und anderen Ländern. |
„Viele Menschen sagen, ich schaffe das nicht, weil ich blind bin oder rote Haare habe oder meine Füße zu dick sind. Mit den richtigen Leuten um dich herum setze dir keine Grenzen, sondern gehe auf dein Ziel zu.“
Sabriye Tenberken, Jahrgang 1970, ist Initiatorin des Projekts „Braille Without Borders“. Eine angeborene fortschreitende Netzhautdegeneration führte langsam zur Erblindung. Seit ihrem 12. Lebensjahr ist sie blind. Sie wurde in dem Glauben erzogen, Blindheit sei mehr eine persönliche Eigenschaft als eine Behinderung. Das Ergebnis dieser Erziehung ist eine Frau, die für eine tief greifende Haltungsänderung gegenüber Blinden in einer der entlegensten Gegenden der Erde sorgte, in Tibet.
Lucy Walker wuchs in London auf. Sie studierte Literatur an der Oxford University und arbeitete am Theater, bevor sie ein Fulbright-Stipendium für das Film-Studium an der New Yorker Universität erhielt, wo sie verschiedene Preise gewann und den MFA erhielt.
Sie ist auf einem Auge blind und war seit ihrer Geburt Patientin am Moorfields Eye Hospital – einer der ausschlaggebenden Gründe ihrer Begeisterung für BLINDSIGHT. Vor Beginn der Dreharbeiten hatte sie noch nie einen Berg bestiegen, und während der Expedition litt sie unter einem gebrochenen Knöchel, Amöbenruhr, einer Dünndarm-Infektion, Läusen in den Augenwimpern und Höhenkrankheit – und liebte dennoch jede Minute.
„Ich hatte keine Angst, blind zu werden und im Dunkeln zu sein. Ich hatte Angst, ins Abseits zu geraten und vergessen zu werden, nicht mehr gebraucht zu werden.“
Weihenmayer wurde 1968 in New Jersey geboren und verlor sein Augenlicht als 12-Jähriger, kurz darauf starb seine Mutter bei einem tragischen Autounfall. Um die Familie zusammenzuhalten und ihr in dieser schwierigen Zeit Kraft zu geben, nahm Eriks Vater, ein Ex-Marine, seine drei Teenager-Söhne zum Bergsteigen rund um den Globus mit, darunter nach Südamerika, Indien und Nepal.
Am 25. Mai 2001 erklomm Erik Weihenmayer als erster blinder Mann in der Geschichte den Mount Everest, den höchsten Berg der Erde. Und am 5. September 2002, als er auf der Spitze des Mount Kosciusko in Australien stand, erfüllte er sich einen lang gehegten Wunsch, den höchsten Berg jedes Kontinents, die ´Seven Summits´, zu besteigen, und gehört nun zu den 150 Bergsteigern, die das geschafft haben. Alle anderen waren sehend.
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