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"Du bist immer gleich so ang'rührt!"

Foto: MEV - Hinter Du machst dir nichts mehr aus mir steckt die Botschaft Ich Autor: Maria Neuberger-Schmidt am 07. Jan 2011
Wenn Sie auf "Du machst dir nichts aus mir!" oder ähnlichem mit "Du bist immer gleich so ang`rührt" antworten, dann entsteht mit der Zeit ein Problem. Mag sein, dass Ihr Partner/Partnerin mit diesem Satz keinen idealen Auftakt für ein Gespräch geliefert hat, aber jetzt kommt es darauf an, wie Sie darauf reagieren. Sie hören wahrscheinlich einen leisen Vorwurf, .....

Wenn Sie auf "Du machst dir nichts aus mir!" oder ähnlichem mit  "Du bist immer gleich so ang`rührt"antworten, dann entsteht mit der Zeit ein Problem. Mag sein, dass Ihr Partner/Partnerin mit diesem Satz keinen idealen Auftakt für ein Gespräch geliefert hat, aber jetzt kommt es darauf an, wie Sie darauf reagieren. Sie hören wahrscheinlich einen leisen Vorwurf, sehen sich mit der undefinierten, nicht greifbaren Gefühlswelt Ihres Partners / Ihrer Partnerin konfrontiert und fühlen sich leicht hilflos. Sie reagieren sanft mit einer Mischung aus Verharmlosung und Schuldzuweisung. Die Botschaften, die Sie mit "Du bist immer gleich so ang`rührt" zwischen den Zeilen senden, lauten ja schließlich: "Dein Gefühlsleben verstehe ich nicht - Ich weiß nicht, wie ich mit dir umgehen soll". 

Ich fühle mich überfordert. Der Fehler liegt bei dir, weil du ja schließlich zu sensibel bist. Somit ziehe ich mich aus der Affaire und brauche mich weiter nicht mehr damit auseinanderzusetzen. Wie reagiert darauf der Partner / die Partnerin? Je nach Temperament zieht er/sie sich wahrscheinlich beleidigt zurück oder startet seinerseits/ihrerseits einen Gegenangriff. Sicher ist, dass sich beide missverstanden und vom Partner nicht angenommen fühlen.

Wie kann man diesem Teufelskreis entgehen? Durch den Mut, eigene Gefühle ehrlich auszudrücken und den Versuch zu starten, den anderen zu verstehen. Wie geht das in dieser konkreten Situation?

Hinter jedem Vorwurf steckt auch eine Bitte. Versuchen Sie, diese herauszuhören. Hinter "Du machst dir nichts mehr aus mir" steckt wahrscheinlich die Botschaft "Ich brauche von dir mehr Aufmerksamkeit und Nähe". Jeder Mensch will zunächst von seinem Partner gefühlsmäßig verstanden und angenommen werden.

Egal, ob die Vorwürfe nun zutreffen oder nicht, es ist wichtig, dass Sie zunächst die Gefühle annehmen, ohne gleich in Verteidigungsposition zu gehen, zB so: "Du hast das Gefühl, dass ich dich vernachlässige ..."; (Einladung zum Bestätigen, Weiterreden, Dampf ablassen). Dann nachfragen: "Was hat dich eigentlich gestört?", "Was wünschst du dir von mir?". Manchmal genügt schon ein Lächeln, Streicheln, ein Wort mit Zuversicht und Verständnis. Oft ist es auch wichtig, dass Sie Ihrem Partner/Partnerin schildern, wie Sie sich fühlen angesichts dieser Vorwürfe (zB: "Ich fühle mich irgendwie hilflos und weiß nicht, wie ich auf deinen Vorwürfe reagieren soll"). Auf diese Weise können Verständnis und Nähe zwischen beiden rasch und spontan wieder hergestellt werden.

Eines ist sicher: Eine gute Partnerschaft erfordert psychohygienische Massnahmen, wie das regelmäßige gemeinsame Gespräch ohne Kinder, Fernsehen, etc.; ein Gespräch nicht nur über die alltäglichen Abläufe, sondern ein Zuhören und Austauschen darüber, wie es dem Partner wirklich geht, mit seinen Freuden, Sorgen, Empfindungen. Schaffen Sie sich einen solchen Freiraum, und sei es nur eine Stunde pro Woche, in einem Cafe, Restaurant oder auch zu Hause.
 

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