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Die Welt ist Klang

Die heilendsten Klänge finden sich in der Natur Autor: Petra Augustyn am 30. Jul 2008

Klänge sind den Menschen seit Urzeiten vertraut. Schon in vorsprachlicher Zeit bildeten sie die Grundlage für Kommunikation und gegenseitiges Verstehen und sind seit jeher Ausdruck kosmischer Ordnung. Mit dieser Rubrik habe ich es mir zum Ziel gesetzt, Sie mit der wunderbaren Welt der Klänge vertraut machen und Ihnen Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen, wie Klänge es uns ermöglichen, auch im Alltag, den natürlichen Zustand von innerer Ruhe, Gelassenheit und Harmonie zu erlangen, unsere Mitte zu finden und schöpferische Energien frei zu setzen.

Die heilendsten Klängen finden sich in der Natur

Musik aus Ausdruck kosmischer Ordnung

Die Fähigkeit, Klangfarben oder –qualitäten zu deuten, ist älter als die Menschheit und tief in unseren Genen verwurzelt. Intuitiv gehen wir mit Klängen in Resonanz, verstehen die Klänge und reagieren ganzheitlich mit Körper und Seele darauf. Jeder von uns hat sicher schon einmal die Erfahrung gemacht, wie ein Klang ihn entweder in helle Aufregung, vielleicht sogar Begeisterung versetzt oder ein tiefes Glücksgefühl und Entspannung hervorgerufen hat. So können Klänge die Botschaft vermitteln „Sei hellwach“ oder „Du kannst Dich sicher und geborgen fühlen, du kannst jetzt entspannen“. Diesen Mechanismus machen wir uns zb.: in der Klangmassage* zunutze. Die Klangschale, wie man aus der Forschung weiß, gehört zu den archaischen Instrumenten, wie beispielsweise auch Didgeridoo und Alphorn, die Geräusche bzw. Klänge erzeugen, die den Erfahrungen des Gehirns aus vorgeburtlicher Zeit sehr ähnlich sind. Diese Zeit verbinden wir mit Sicherheit und Geborgenheit – und so rufen diese Klänge automatisch tief gespeicherte Gefühle von Sicherheit und Geborgenheit in uns wach.

MUSIK ALS AUSDRUCK KOSMISCHER ORDNUNG

Musik, Klänge und Rhythmen erfüllen in allen Kulturen der Welt bestimmte Funktionen in religiösen und sozialen Zeremonien. Jede Kultur hat ihre eigene Musik, eigene Instrumente und eigene Klänge. Felsmalerei von Buschmännern aus Zimbabwe weisen darauf hin, dass Klänge bereits vor 26.000 Jahren zu Heilungszwecken eingesetzt wurden. Im 4. Jahrtausend v. Chr. verwendeten ägyptische Priesterärzte Beschwörungsmusik zur Behandlung von Kranken. Im antiken Griechenland vertraten Platon und Aristoteles die Ansicht, dass Melodie und Rhythmus die innere Ordnung, also die Harmonie der Seele wiederherstellen kann. In China herrschte die Meinung, dass Musik neben der therapeutischen Wirkung auch Einfluss auf die moralische Entwicklung hat. Ähnliche Annahmen finden sich 1619 in Keplers Weltharmonik oder bei Giordano Bruno in seinem Werk (geschrieben um 1583) „Über das Unendliche, das Universum und die Welten“.


MUSIK ALS HEILMETHODE

Methoden zur Heilung durch Klang finden sich bereits bei der bekannten Benediktineräbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179). Im Paradigmenwechsel des Mittelalters gewannen die materiellen Werte in allen Bereichen des menschlichen Lebens immer mehr an Bedeutung, so auch in der Medizin. Die Seele wurde getrennt vom Körper betrachtet, die Ganzheit des Menschen ging mehr und mehr verloren. Bei körperlichen Problemen richtete man die Aufmerksamkeit auf das Problem und weniger auf den Ursprung, der in den meisten Fällen in der Psyche liegt. Interessant ist, dass sich parallel zu dieser Entwicklung auch unsere Musikkultur veränderte. War die Musik des Mittelalters noch stark obertongefärbt, entwickelte sich zunehmend eine die Grundtöne betonende Musik. Das Kunsthandwerk des Instrumentenbaus entwickelte Musikinstrumente mit klar definierten Grundtönen.

Besonders in den christlichen Kirchen finden wir auch heute noch Reste der ursprünglichen Klanganwendungen. Kirchenglocken laden zur Messe ein, sie berühren Herz und Seele und geben die Einstimmung, um die nachfolgenden Rituale wirkungsvoller zu erleben. Das gebetsmühlenartige Murmeln von Gebeten bei Trauergottesdiensten beispielsweise schafft den Raum, in dem ein tranceähnlicher Zustand dabei hilft, die Trauer zu überwinden und loszulassen zu können. Ein solcher tranceähnlicher Zustand wird z.B. auch beim Singen von Litaneien und gregorianischen Gesängen gefördert.

Tan Dun, ein in New York lebender und angesagter chinesischer Komponist und Dirigent, der durch die Verknüpfung von klassischer und moderner Musikelemente asiatische und europäische Musikrichtungen verbindet meinte neulich: „Den wunderbarsten Klang kannst du nur in der Stille hören“. Mit diesen wunderbaren Satz werde ich meine heutigen Zeilen beenden und freue mich Ihnen das nächste mal mehr zum Thema: * Was ist Klangmassage und was bewirkt sie? berichten zu dürfen.

Bis bald mit klangvollen Grüssen
Petra Augustyn

Für mehr an Information:
newsletter@petra9.com


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