Autor: Michael Gosch am 20. Okt 2010 Mit den Jahreszeiten ändert sich unser Sehvermögen - jetzt im Herbst sehen wir eine wesentlich größere Zahl von Orange- und Braun-Nuancen als im Frühjahr, wo der Mensch viel mehr Abstufungen im Grünbereich wahrnimmt. Sogar die Psyche und das hormonelle Geschehen sind von diesem Wechsel beeinflusst, und so ist es auch biologisch erklärbar, dass es eine Herbst- und Frühjahresmode geben muss.
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Die biologische Grundlage oder unterste Basisstufe der Farbwirkungen beruht auf dem Gegensatz zwischen erregenden (sympathikotropen) und beruhigend-entspannenden (vagotropen) Farben:
Anregend, vital, aktiv: Rot, Orange, Terrakott, Scharlach, Purpur…
Und auf der entspannenden Seite: Gelbgrün, Smaragd, auch Maigrün, Olive oder alle Blautöne. Dies gilt für alle Menschen, denn es ist physiologisch bedingt (Nervensystem, Hormone). Individuell ist nur die Verträglichkeit: Manche sind vom erregenden Rot begeistert, andere fühlen sich eher gestresst dabei.
Die nächste Stufe geht auf unsere frühen Vorfahren zurück: Es sind die Archetypen oder Urbilder.
ROT gilt für Feuer, Glut, Blut, Sonnenuntergang… seine Komplementärfarbe
GRÜN für Vegetation, Regeneration, auch Wasser.
GELB steht für Licht, sonnige Atmosphäre und Ausweitung,
BLAU hingegen für Dunkelheit, Nacht, Kosmos, Ferne, tiefe Gewässer...
Erst auf der dritten Stufe differenzieren sich die Farbtöne: Da kann ein bestimmtes Grünblau - obwohl im vagotropen Bereich liegend - plötzlich zur Erneuerungs- und Umbruchsfarbe werden. Und letzten Endes hat jeder Mensch eine individuelle Farbskala: die eine liebt Rot, dem anderen gefallen Blautöne, eine dritte wieder mag Grün verbunden mit zarten Ockertönen. Denn am wichtigsten ist der Mensch selbst als individuelle Persönlichkeit. Jeder von uns hat eine “innere Farbenskala“ in sich – die können wir durch einen speziellen Farbtest sichtbar machen (dazu gibt es Seminare!). Ihr persönliches Auftreten, der Menschentyp, den Sie darstellen, Ihr persönliches Stilgefühl und Ihre individuellen Bedürfnisse können Sie mit der richtigen Farbenwahl stärken. Das geht weit über „Frühlings- oder Sommertyp“ hinaus und kann zu einer generellen Stil- und Wohnberatung führen.
Aber nicht alles ist individuell, wie die unteren Stufen der Farbwirkung gezeigt haben: Die Farbe hat ihre Gesetze. So ist erwiesen, dass das menschliche Temperaturempfinden durch Farbe beeinflusst werden kann: Kalte Farben lassen Räume einige Grad kühler wirken als warme Farben und lassen empfindliche Menschen darin frösteln. So können Orange-Rot, Apkrikot und Brauntöne dazu beitragen, die kältere Jahreszeit ohne gedrückte Stimmung und klamme Finger zu überstehen.
Und auch der Faktor Zeit spielt bei unserem Farbempfinden eine ungemein große Rolle: Als Jahreszeit oder auch als eine bestimmte, zeitlich begrenzte Modeströmung. Auch die kulturelle Region darf nicht außer Acht gelassen werden – in Indien gelten andere Farbsymbole als in China. Und im Ruhrgebiet zum Beispiel herrschen andere Vorlieben (nämlich mehr Pastelltöne) als in Bayern oder Tirol, wir kennen das von den Statistiken über Bodenbeläge.
Ich bedanke mich recht herzlich bei Prof. Karl Fischer vom Institut für Licht und Farbe für die Unterlagen zu diesem Artikel
Eine genauere persönliche Farbanalyse kann man entweder beim Kongress für Licht und Farbe am 22./23. Oktober kennenlernen oder auch im Österreichischen Institut für Licht und Farbe vornehmen lassen, wo nicht nur Farbtests, sondern auch Farbtestseminare durchgeführt werden.
Am 21. Oktober gibt es zum Kongress einen interessanten "Publikumstag", wo man verschiedene Farbtherapien kennenlernen kann - so besteht die Chance, in der sensationellen drei Meter großen Farbkugel des Schweden Karl Ryberg sich durch monochrome Farbwechselfolgen energetisieren zu lassen, im Lichtspiel von Anadi Martels Farbenschirm zu liegen oder mit dem Heidelberger Arzt Alexander Wunsch in die Spektro-Chrome-Therapie einzutauchen.
Weitere Infos zum Kongress
http://www.ihr-einkauf.com/de/content/internationaler-kongress-licht-farbe-gesun
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