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Die Entwicklung der Kraft des Mannes - Teil 2

In China sieht man das Kind sowohl in psychischer als auch physischer Hinsicht a Autor: Andreas Bayer am 16. Nov 2009
Bis zum achten Lebensjahr wird das Fundament des Hauses Mensch gesetzt. Zwischen dem achten und sechzehnten Jahr entsteht das Gebäude. Bis zum vierundzwanzigsten Jahr die Inneneinrichtung.

Die Dynamik als Yang Energie

Neugeborene stehen in allen Kulturen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Die Entwicklung eines Kindes bis zum Erwachsenen wird in der TCM mit

In Europa werden Kinder als »Kleine Erwachsene« betrachtet und auch so behandelt. Vorhandene Stärken werden gefördert und entwickelt, um später das Leben zu meistern. Kinder werden mit medizinischen Medikamenten für Erwachsene behandelt.
In China sieht man das Kind sowohl in psychischer als auch physischer Hinsicht als unterentwickelt und schwach. Vorhandene Schwächen werden in allen drei Entwicklungsphasen besonders gefördert und entwickelt. Die chinesische Medizin kennt eine eigenständige Dialektik, Diagnose und Therapie bei Kindern. Die Erkrankungen, das Meridiansystem, die Akupunkturpunkte und Puls und Zunge sind nicht mit dem von Erwachsenen vergleichbar.

Die asiatische Mutter kümmert sich daher um den Schutz des Kleinkindes vor den organischen Schwächen. Die Erziehung und Ernährung wird von der erfahrenen älteren Generation geleitet. An erster Stelle steht das Stärken der Organsysteme. An zweiter Stelle das Erlernen der Spielregeln der konfuzianistischen Gesellschaft. Hier nehmen die Familie sowie Respekt, Wahrhaftigkeit und Achtung des Älteren einen zentralen Stellenwert ein.

Stillen stellt in der TCM eine wichtige Grundlage der Körperentwicklung dar. Gestillte Kinder sind einfach gesünder, kräftiger und widerstandsfähiger als nicht Gestillte. Wer möchte schon aus rein persönlichen Gründen der Schönheit der Brust seinem eigenen Kind die Kraft und Energie für sein späteres Leben vorenthalten? Die chinesische Medizin kennt daher viele Mittel zur Regulation von Milchfluss und Produktion. Besonders die Nahrungsaufnahme der Mutter beeinflusst dies.

Männliche Kinder werden in der TCM anders erzogen als weibliche, da bei ihnen das dynamische YANG als männliches Element überwiegt. Durch das von Natur aus vorhandene YANG wird besonders ruhiges, nährendes YIN (weibliches Element) zugeführt.
Die Niere dominiert im ersten Zyklus des Lebensrades sowohl im kleinen Kreis (0 – 8 Jahre) als auch im großen Kreis (0 – 24 Jahre). Der kleine Kreis steht für die Organentwicklung. Der große Kreis für die Schwere von Störungen.

In den ersten acht Jahren wird die Niere und damit die Essenz und Manneskraft gestärkt.

Die Niere speichert Lebenskraft oder „Power“, die der Mann später haben wird. Die Niere wird mit Wasser assoziiert. Ihr System reflektiert sich in den Ohren, Knochen und im urologischen Apparat. Wenn Kinder daher Entwicklungsstörungen oder Ohrenentzündungen haben sowie unter Harnwegsinfekten leiden, dann ist in Asien sehr oft langfristige Fehlernährung schuld. Die Kinder erhalten daher viel aquatische Nahrung (Shrimps, Fisch, Kalamari etc.) und Nahrung, die im Wasser wächst (Reis) sowie viel Wasser enthält (Gurkengewächse).

 Als nicht förderlich gelten Süßigkeiten, Eis, kalte Getränke oder Speisen. Die Kälte schädigt besonders die Niere. Das Frühstück ist immer reichhaltig und warm. Auch fettige Produkte (Pommes Fritte) oder Gewürze (Ketchup) werden von den Kindern fern gehalten. Sie erzeugen im Körper Nässe (und damit Fettleibigkeit und Trägheit) bzw. Hitze (und fördern damit Unruhe und Konzentrationsstörungen).

In den zweiten acht Jahren wird die Milz als Synonym für das Verdauungssystem aufgebaut.

Dies bestimmt, wie leicht später Energie für die Leistung aus der Nahrung entzogen werden kann. Wichtig sind Fleisch und Getreide. Belastend sind hier fettreiche Nahrung, frittierte oder gebratene Speisen. Die Milz mag es immer warm und trocken. Zu energiereiche und süße Ernährung führt zu einem frühzeitigen Reifen des Kindes. Dabei ist die Entwicklung des Verdauungssystems noch nicht abgeschlossen. Das Kind tritt schon in die nächste Phase der Pubertät. Zurück bleibt die Unfähigkeit, Nahrung aber auch Ereignisse ausreichend zu verdauen. Ersteres führt zur Fettleibigkeit. Letzteres zu Kopflastigkeit im Alltag. Jede Möglichkeit wird zu einem Problem.

In den dritten acht Jahren wird die Leber als Symbol für Dynamik und Entscheidungs- sowie Leistungskraft gestärkt.

Hier steht Blutwurst, Wildfleisch, Ente und viel Gemüse auf dem Speiseplan. Es schädigen Fette und einseitige Ernährung. Hitze, scharfe Nahrung und Alkohol sind der Feind der Leber. In dieser Zeit erzeugte Hitze belastet den Mann ein Leben lang. Er läuft und läuft, ohne jemals anzukommen. Schon kleine Kinder haben oft ein schwaches Herz- und Lebersystem. Unsere reizüberflutete Gesellschaft trägt das ihre dazu bei. Resultat sind besonders bei Buben leichte Erregbarkeit, Unruhe und Konzentrationsstörungen sowie Reizbarkeit, Ärger, Zornattacken und Schlafstörungen.

Kinder und Jugendliche reagieren sensibel auf Stress, welcher durch einen unregelmäßigen Tagesrhythmus zustande kommt. Die pünktliche Nahrungsaufnahme und geregelte Schlafzeiten (Mittagsschlaf!) sind für die Entwicklung einer inneren Organuhr unerlässlich. In der Kindheit entsteht ein Metronom, welches das ganze Leben den Takt angibt. In der Jugend wird dieses Metronom verankert und erlaubt so mit in einer Harmonie von Körper, Seele und Geist in das bevorstehende Leben zu treten.


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