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Die Bucht - Spektakulärer Öko-Thriller und Oscar-Anwärter - seit 22. Oktober im Kino

Apnoe-Taucherin Mandy Rae-Cruickshank, die für die Anbringung der Unterwasserkam Autor: Sana Brauner am 22. Okt 2009
Niemand kennt Delfine so gut wie Ric O’Barry. Was Ric O’Barry jedoch im japanischen Küstenort Taiji entdeckt, ist unvorstellbar. In einer abgelegenen Bucht, die von der Außenwelt durch Stacheldraht und Sicherheitspersonal abgeschottet wird, liegt ein dunkles und tödliches Geheimnis.

Betreten verboten - kein Zugang zur Bucht von Taiji. © OPS 2008

Das Filmteam beim ,Einbruch’ in den abgesperrten Bereich der Bucht, gefilmt von

Treibjagd auf Delfine in der Bucht von Taiji. © OPS 2008

Regisseur Louie Psihoyos © OPS 2008.

Die Bucht Plakat

In den 60er Jahren war Ric O’Barry Trainer von ‚Flipper’. Jenem Delfin, der Generationen von Fernsehzuschauern begeisterte und die eleganten Schwimmer mit dem vermeintlich immer -
währenden Lächeln zu einem der meistgeliebten Tiere machte. Eine Liebe, die dem Delfin zum Verhängnis wurde. Denn mit Delfinarien, Delfin-Shows, Delfintauchgängen und -therapien entstand ein global florierendes Multimilliardengeschäft – eine Industrie, für deren Existenz sich Ric O’Barry mit verantwortlich fühlt. Und gegen die er, nach einem tragischen Vorfall, seit mehr als 38 Jahren mit ganzer Leidenschaft ankämpft. Weltweit engagiert er sich gegen den Fang von Delfinen und macht wirtschaftliche und politische Interessen öffentlich, die hinter dem Geschäft mit den Meeressäugern stehen.

Was er jedoch im japanischen Küstenort Taiji entdeckte, war für ihn unvorstellbar: Dass sich in einer abgelegenen Bucht des Ortes – von der Außenwelt durch Stacheldraht und Sicherheitspersonal abgeschottet – jedes Jahr ein grausames Schauspiel von Delfinmassaker abspielt, von der die Öffentlichkeit nichts weiß. Und so beschloss Ric O’Barry, dieses Schauspiel zu filmen, um das Material an die Medien zu geben. In der Hoffnung, dass sich die Geschehnisse herumsprechen.
Eine der daraus resultierenden DVDs gelangte in die Hände von Louie Psihoyos, der daraufhin schon bald selbst mit einer eigenen Filmcrew nach Taiji reiste und sich für seinen Film den Produzenten Fisher Stevens als kreativen Partner mit an Bord holte.

DIE BUCHT zeigt, wie sich Ric O’Barry gemeinsam mit Regisseur Louie Psihoyos auf eine Undercover-Mission begibt, um dieses Geheimnis ans Licht zu bringen. Im Stil von ,Ocean’s Eleven’ rekrutieren die beiden ein Team von Spezialisten bestehend aus Tauchern, Surfern, Unterwasserfilmern und Special Effects-Künstlern von Kerner Optical / Industrial Light & Magic. Ihr Ziel: die Vorgänge in der Bucht zu filmen und damit aufzudecken, was der Öffentlichkeit bisher verschwiegen wurde. Die Polizei, lokale Behörden und die Fischer von Taiji sind ihnen immer auf den Fersen, doch mit Nachtsichtgeräten, Wärmekameras und weiterer High-Tech-Ausrüstung sind O’Barry, Psihoyos und ihr Team ihren Widersachern immer einen Schritt voraus. Sie kommen dem Geheimnis immer näher. Dem Geheimnis, das nur die Spitze des Eisbergs ist…

DELFINE – EIN PAAR FAKTEN

- Delfine gehören zu den Meeressäugern und sind die vielfältigste und größte Familie der sog. Cetaceen (Waltiere), zu denen auch die Großwale gehören.

- Delfine leben seit ca. 50 Millionen Jahren auf der Erde, der Homo Sapiens erst seit wenigen Millionen Jahren.

- Es gibt über 30 Arten von Meeresdelfinen und vier Arten von Flussdelfinen. Der Jangtse-Delfin oder Chinesische Flussdelfin gilt wegen der Umweltverschmutzung und Zusammenstößen mit Booten seit 2008 als ausgestorben. Viele weitere Delfinarten gelten durch Überfischung, Fischnetze, Boote und Umweltverschmutzung als akut bedroht.

- Der Große Tümmler kann mit einem Atemzug etwa 100 Meter tief tauchen – Mandy-Rae Cruickshank, die Weltmeisterin im Apnoetauchen, schafft bis zu 88 Meter. Mit einem maximalen Atemzug kann sie für etwa sechseinhalb Minuten die Luft anhalten – etwa genauso lang wie ein Großer Tümmler bei einem normalen Tauchgang. Delfine verfügen über viel Transport- und Speicherprotein für Sauerstoff, was ihnen ermöglicht, etwa zehn Mal mehr Sauerstoff zu speichern als vergleichbare Land-Säugetiere.

- In der freien Wildbahn wurden Delfine dabei beobachtet, wie sie kranken oder verletzten Mitgliedern ihrer Gruppe, der so genannten Schule, helfen.

- Delfine gehören zu den sozialsten Lebewesen unseres Planeten. Oft bleiben sie ein Leben lang in derselben Schule. Orcas, die größte Delfin-Spezies, bleiben ein Leben lang bei ihrer Mutter. (Ein weiterer Grund, warum es höchst problematisch ist, sie in Gefangenschaft von ihren Familien zu trennen. Wenn die Matriarchin der Schule getötet oder gefangen wurde, ist ein Großteil ihres Wissens für die Nachkommen verloren).

- Delfine haben ein größeres Gehirn als Menschen. Das durchschnittliche Gehirn eines Großen Tümmlers hat etwa 1500 – 1700 cm³ (0.9% des Körpergewichts), das eines Menschen etwa 1300 – 1400 cm³ (2.0% des Körpergewichts). Wissenschaftler vermuten, dass Delfine ein so großes Gehirn benötigen, um ihr stark ausgebildetes Sonar nutzen zu können. Dieses erlaubt ihnen, anhand von Geräuschen in der Dunkelheit der Ozeane zu ,sehen’.

- Delfine können in einem sehr viel größeren Klangspektrum hören und kommunizieren als Menschen. Das Hörspektrum von Delfinen reicht von etwa 75 Hertz bis über 150 Kilohertz, während die meisten Menschen nur Töne im Bereich von etwa 20 Hertz bis 20 Kilohertz wahrnehmen. Ein Delfin kann im selben Atemzug Klicks und Pfiffe zur Verständigung nutzen. Klicks gelten vor allem als Mittel zur Echoortung und Pfiffe zur Kommunikation.

- Delfine sind die einzigen Tiere, die in freier Wildbahn Menschen retten. Es gibt zahlreiche Berichte über Delfine, die Surfern und Seglern halfen. David Rastovich, einer der Mitglieder von Psihoyos’ Team und der wahrscheinlich bekannteste Freesurfer der Welt, wurde von einem Großen Tümmler vor einem angreifenden Hai gerettet. Bei einem Tauchtrip in Rangiroa in Polynesien spielte eine Schule von Delfinen im Meer um Regisseur Louie Psihoyos, als sie plötzlich fort schwammen und einen sich nahenden Hammerhai vertrieben.

- Delfinhaut ist menschlicher Haut sehr ähnlich: extrem feinfühlig und leicht verletzbar. Außerdem leiden Delfine wie Menschen gesundheitlich stark an den Folgen von Stress.

- Delfinbeobachter haben darauf hingewiesen, dass diese Tiere ein breites Gefühlsspektrum aufweisen, darunter Humor und Mitgefühl.

- Weltweit existieren mehr als 200 Delfinarien, rund 60 davon in Europa.

- Der Hauptfeind der Delfine ist der Mensch. 

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