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Der Skorpion ist zurück

Carlo Abarth 1965 Autor: Ludwig Vysocan am 15. Feb 2009
Eine glorreiche Vergangenheit macht sich bemerkbar, eine siegreiche Leidenschaft - gestern wie heute: das ist das Konzept, welches die Wiedereinführung der Marke Abarth von Seiten der Fiat Group Automobile, vorantreibt.

„Abarth“ –  in den 50er und 60er Jahren stand der Name Abarth für Auspuffanlagen, Lenkräder und Tuning. Der legendäre Carlo Abarth verhalf Fiat zu Top-Leistungen. Jetzt hat Fiat eines der legendärsten Automobil-Label wiederbelebt und kehrt mit einer neuen Linie zurück, die die Herzen aller Liebhaber des Automobilsports höher schlagen lassen wird. In der Corso Marche, direkt neben der alten Abarth Fabrik, wird Fiat den Namen Abarth als eigenständige, fünfte Konzernmarke (neben Ferrari, Fiat, Lancia und Maserati) wieder aufleben lassen. Die Anfänge mit Ablegern der Fiatmodelle Cinquecento, Seicento, Punto, Bravo und Stilo waren jedoch wenig erfolgreich.

2008 sollen auf Basis des Bravo, des Fiat Grande Punto und des neuen Fiat 500 neue Abarth-Modelle erscheinen. Der Grande Punto wird als Abarth mit einer imposanten Leistung von 110 kW(155 PS) und als Abarth S mit 180 PS angeboten.

Unter der Leitung von Luca De Meo wird sich Abarth als neue Geschäftseinheit im Fiat-Konzern künftig der Entwicklung von Hochleistungsmodellen widmen. Die Neuheit besteht in der zeitgenössischen Auffrischung aller in der Vergangenheit von Abarth nachgegangenen Tätigkeiten, vom Rennsport über die Prototypen, Tuning-Bausätzen bis hin zum regelrechten Modezubehör, das den Abarth-Stil wiedergibt.

Doch wer war eigentlich Abarth?

Carlo (eigentlich Karl) Abarth wurde am 15. November 1908 in Wien geboren - im Sternzeichen des Skorpions. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für den Motorsport. Das Unternehmen Abarth & Co wurde am 31.März 1949 gemeinsam mit Armando Scagliarini in Bologna gegründet und später nach Turin verlegt. Schon bald folgten Aufträge von Porsche und Cisitalia. Zunächst beschäftigte Abarth zehn Mitarbeiter, Ende des Gründungsjahres waren es bereits 32. Fiat beteiligte sich 1958 schließlich an Abarth und die Erfolgsstory nahm ihren Lauf. Der Schwerpunkt von Abarth lag in der Zubehör-Produktion, und da besonders von Sport-Auspuffanlagen, die weltweit reißenden Absatz fanden.

1962 fertigte Abarth 275.000 dieser kernig-klingenden Auspuffanlagen und beschäftigte 375 Mitarbeiter. Aufkleber mit dem Skorpion als Markenemblem, dem Sternzeichen von Abarth, adelten das damit ausgestattete Auto fast zum Ferrari. Carlo Abarth gründete bald eine eigene Rennabteilung, die mit getuntem Fiat und eigenen Entwicklungen lange Jahre den Automobilrennsport dominierten.

Über 7000 Siege, dazu zahlreiche Weltrekorde gingen auf Abarths Konto. Für Carlo Abarth fuhr immer nur die Elite. Nuvolari und viele andere fahrerische Vorkriegsgrößen fuhren für die “Squadra Carlo Abarth“ viele große Siege ein. Nach dem Krieg saßen viele bekannte Namen wie Jochen Rindt, Hans Herrmann, Kurt Ahrens, Johann Abt, Ernst Furtmayr, Jochen Neerpasch und Johannes Ortner erfolgreich am Steuer von Abarth Rennwagen. Der Österreicher sicherte dann 1970 die letzte Europa-Bergmeisterschaft für den Patron.

Carlo Abarth war kein einfacher Mensch. Herrisch, eitel, charmant und stets bestens gekleidet, pflegte er gerne die Attitüde des unnahbaren Unternehmers, der lieber deutsch als italienisch sprach. Niemand, weder Fahrer noch Kunde, durfte Kritik an seinen Produkten üben. Im Jahr 1971 verkaufte Carlo Abarth mit 63 Jahren, die Officine Abarth an den mächtigen Fiat Konzern. 1979 starb der Gründer Carlo Abarth im Sternzeichen des Skorpions, das er auch zum Symbol für sein Unternehmen erkoren hatte.

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