Konsumentenplattform für Zukunftsgestaltung - Evolution vom ICH zum WIR
LESEN & WISSEN
ICH & WIRSCHAU & KAUFMAIL & MEHRWORKSHOP & SEMINARINFO & HILFEIMPRESSUM
SIE SIND:
derzeit nicht angemeldet.Die Mitgliedschaft ist kostenlos aber viel wert!
LebensraumDruckversion:

Erziehung ist (k)ein Kinderspiel - Der boshafte Streich

Foto: Eugen Kment Autor: Maria Neuberger-Schmidt am 03. Mär 2011
Theresa, 4, ist ein liebes, aufgewecktes Kind. Doch manchmal startet sie aus heiterem Himmel heraus einen kleinen Bosheitsakt. Neulich sperrte sie der Mutter die Balkontür zu und beobachtete genüsslich deren Hilflosigkeit, drückte die Nase gegen die Scheibe und setzte ein schadenfrohes Lächeln auf.

Am Dritten Stock ohne Handy, das Baby in der Wiege, war Theresa die Herrin des Augenblicks. Die Mutter versuchte ruhig zu bleiben, doch stieg in ihr die Wut hoch. Sie erklärte Theresa wie wichtig es sei, sie wieder hinein zu lassen und bat sie höflich, die Türe zu öffnen. Nach einer längeren Weile war Theresa endlich so gnädig, die Bitte der Mutter zu erhören. „Theresa, das war nicht in Ordnung. Was glaubst du, was da alles hätte passieren könnten?“ rügte die Mutter das Kind.

Zu viel Selbstbeherrschung wirkt unecht

Wie kommt es, dass Kinder boshaft sind? Theresa wird liebevoll und völlig gewaltfrei erzogen! Ist es die Eifersucht auf den kleinen Bruder? Mag sein, dass davon etwas mitschwingt. In der Situation war es bestimmt vorteilhaft, die Nerven zu bewahren. Doch mir scheint, dass Theresa die Mutter zu wenig spürt und deshalb deren Grenzen provokant austestet: Vor lauter Selbstbeherrschung wirkt sie unecht und hilflos, zwei Eigenschaften, welche Kinder zu Provokationen reizen. Kinder können nicht Kind sein, wenn sie Erwachsene als hilflos erleben: „Wie lange muss ich dich noch reizen, damit du endlich authentisch reagierst?“ ist die stille Botschaft. 

Echte Gefühle mit Salz und Pfeffer

Wir brauchen keine Beschimpfungen und Prügel. Aber Eltern können lernen, ihren „heiligen Zorn“ so los zu lassen, dass ihre berechtigte Wut raus und beim Kind ankommt, ohne es zu verletzen, wenn sie in der Ich-Form reden. Zum Beispiel so: „Theresa, was erlaubst du dir eigentlich, mich hinauszusperren? Weißt du, wie wütend ich bin? Du genießt es sichtlich, deiner Mama einen Streich zu spielen und ich bin voller Sorge um dich und deinen Bruder! Jetzt geh mir aus den Augen! Ich muss mich zunächst einmal beruhigen!“ Die Ich-Botschaft hat dann gewirkt, wenn sich Theresa kleinlaut in ihr Zimmer begibt oder sich schüchtern um Versöhnung bemüht. Die Mutter muss zeigen, dass sie auch böse sein kann.

Das ernste Gespräch zur Versöhnung

Später muss sie ein ernstes Gespräch im Guten führen: „Theresa, was ist denn los mit dir? Wie kommst du auf solche Ideen?“ Dann muss sie das Kind anhören, ohne weiteren Druck zu machen. Wichtig ist auch, ihm einen Ausweg aufzuzeigen: „Kann es sein, dass du dich manchmal ein bisschen vernachlässigt fühlst wegen deinem kleinen Bruder?“ „Ja, das kann ganz schön anstrengend sein, immer das vernünftige große Mädchen sein zu müssen…“ Nicht beschuldigend: „Da kriegst du einfach einen Zorn und willst es mir heimzahlen… Aber so geht das nicht! Wenn du ein Problem hast, dann sag es mir!“ Zum Schluss: „Du bist meine liebe Tochter und ich bin deine liebe Mama. Darum darf so etwas nicht mehr vorkommen. Ist das OK?“ Mit einem bekräftigenden Nicken und einer herzlichen Umarmung endet das Gespräch. Theresa bekommt ein positives Bild von sich selbst und ist motiviert, ihre guten Seiten zur Entfaltung zu bringen.

Mag. Maria Neuberger-Schmidt,

Tel.: 0043 / (0)1 / 66 22 006,
www.elternwerkstatt.at

 

Um Kommentare erstellen zu können, bitte einloggen

Hilfe

Als Mitglied können Sie auf Facebook einen Kommentar posten. Dazu müssen Sie sich einloggen.

LOGIN
Mitglieder Login:

Passwort:


Registrieren


Wer ist online?
Helmut Brauner

1 Mitglied eingeloggt

12 Besucher (15 Minuten)