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Den Kindern den sehnlichsten Weihnachtswunsch erfüllen!

Spielsachen fair machen! mit dem Ziel die Situation der chinesischen Spielzeugar Autor: Sana Brauner am 16. Dez 2009
Trotz Wirtschaftskrise ist die Vorweihnachtszeit die umsatzstärkste Zeit für den Spielwarenhandel. Auch heuer werden mit Teddybär, Barbie-Puppe, Spielkonsole und Co. 40% bis 50% des Jahresumsatzes gemacht und den Kindern der sehnlichste Weihnachtswunsch erfüllt.
Die Wünsche der ArbeiterInnen nach fairen Arbeitsbedingungen in der Spielzeugproduktion, vor allem in China, bleiben hingegen unerfüllt.

Spielsachen fair machen!

Die meisten Spielzeuge, die wir heute kaufen, sind in China produziert worden. Durch die Auslagerung der Produktion in Billing-Lohn-Länder können die multinationalen Unternehmen extrem niedrige Löhne und Produktionskosten durchsetzen. Um die kurzen Lieferfristen und die extrem niedrigen Preise der internationalen Spielzeugfirmen einzuhalten, wird die Verletzung der Menschen- und Arbeitsrechte in vielen chinesischen Fabriken quasi als „normal“ hingenommen.
• Gearbeitet wird bis zu 16 Stunden am Tag, jeden Tag!
• Die gezahlten Löhne reichen kaum für das Nötigste.
• Es werden veraltete, schlecht gewartete Maschinen und giftige Werkstoffe eingesetzt, und nur selten adäquate Sicherheitskleidung ausgehändigt.
© Swedwatch

Schätzungsweise 3-5 Millionen Menschen, die meisten davon junge Frauen, arbeiten und leben unter häufig unmenschlichen Bedingungen in chinesischen Spielzeugfabriken. Sie verlassen ihre Familien am Land, um in den Zulieferfabriken der großen multinationalen Spielzeugfirmen zu arbeiten und Geld zu verdienen. Doch die Bezahlung ist zu niedrig, um ihre Verwandten zu Hause unterstützen zu können und die unerbittlichen Arbeitszeiten und die Gefahren am Arbeitsplatz machen viele von ihnen krank. Manche sterben.
Dafür gibt es sogar ein chinesisches Wort: Guolaosi (Tod durch Erschöpfung).


Die meisten ArbeiterInnen kennen ihre Rechte nicht und weder AuftraggeberInnen noch das Fabrikmanagement haben ein Interesse daran, dies zu ändern. Außerdem sind in China unabhängige Gewerkschaften verboten, lediglich innerhalb der Fabriken dürfen gewählte VertreterInnen mit dem Management kollektiv Löhne verhandeln.

Wie läuft das globale Spiel?
Globalisierung am Beispiel Spielzeugproduktion

Bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden Spielzeuge mehrheitlich in kleinen Handwerksbetrieben in und um Nürnberg hergestellt und dominierten die westliche Spielzeugwelt. HerstellerInnen hatten großartige Ideen für Kinder und entwickelten und produzierten Puppen, Plüschtiere, Modellautos und -eisenbahnen und Spiele, die Kindern Freude bereiteten und ihrer Entwicklung dienten. Aber die Spielzeugindustrie hat sich gewandelt. Heutzutage sind Spielzeuge globale Massenware, deren Produktion von US-Giganten wie Mattel und Hasbro dominiert wird. Europa ist mit Playmobil und Lego im Rennen. Die multinationalen Unternehmen entstanden in den 1980ern und wurden durch den Aufkauf kleinerer Firmen immer größer. Hinter den meisten Spielzeugen und Spielen stehen mittlerweile solche Multis oder Kapitalgesellschaften.

Um den von AktienbesitzerInnen und Firmeninteressen geäußerten Forderungen nach höheren Gewinnen nachzukommen, mussten die Kosten gesenkt werden. Und dies ging am einfachsten mit der Auslagerung der Produktion in Niedriglohnländer. China mit seinem unendlich großen Angebot an billigen Arbeitskräften, niedrigen Umweltauflagen und fehlenden echten Gewerkschaften wurde der Traum aller gewinnverliebten ProduzentInnen. Sogar die Umgehung der nationalen Arbeitsrechte, die einen Mindestlohn und Sozialversicherungen sowie Arbeitszeitregelungen festlegen, ist möglich. Die heutige Spielzeugindustrie ist kein Spiel mehr.

… schneller, billiger, reicher und unsicherer …

1970
86% des Spielzeugs am US-Markt wurden in den USA produziert (60.000 Arbeitsplätze).
Die Manager verdienten das 58-fache der einfachen FabrikarbeiterInnen.
Die Gewinne der US-Spielzeugunternehmen lagen bei 58 Millionen US-$.
Es gab 12 Rückrufaktionen im Jahr 1970.

2007
87% des Spielzeugs am US-Markt wurde außerhalb der USA produziert (74% in China).
Die Manager verdienten das 21.000-fache der einfachen FabrikarbeiterInnen.
Die Gewinne der US-Spielzeugunternehmen lagen bei 930 Millionen US-$.
Es gab im Jahr 2007 120 Rückrufaktionen.
(Public Citizen 2007)

Wer spielt mit? Global Players dominieren das Spiel
Die größten Mitspieler sind:
- die Handelsriesen (z.B. Wal-Mart, Toys‘‘R‘‘Us, …)
-  die Spielzeugriesen (1. Mattel, 2. Hasbro, 3. Bandai)
- die Unterhaltungsriesen (z.B. Disney, Warner, …), die
über Lizenzen am Spielzeugmarkt mitmischen.

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