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Das Innere Lächeln

Erika Ortner erzählt über ihre Erfahrungen mit dem Inneren Lächeln Autor: Erika Ortner am 11. Dez 2007
Schwer fühlt sich das Leben an. ManchmalÂ… Ärger, Angst, Trauer - Gefühle, die wir kennen. Sehr gut sogar. Die Situationen, die uns wütend, ängstlich oder verletzt sein lassen, sind nachvollziehbar und die ihnen folgenden Emotionen verständlich. Religionen wie etwa der Buddhismus zeigen Wege zur Überwindung des Leidens und zu deren Produktion. Eine Übung taoistischer und buddhistischer Systeme (wie QigongÂ… ) stellt das Â"Innere LächelnÂ" dar.

Tao Yoga Lehler Mantak Chia lehrt wie Sie mit der Technik des Inneren Lächelns m

Erfahrungsbericht zum inneren Prozess
 

Vor Jahren nahm ich an einem Seminar mit Renu Li teil. Sie war Schülerin des Tao Yoga-Lehrers Mantak Chia aus Thailand. Im Seminar wurde neben anderen Übungen meditiert.

Es fiel mir schwer, innerlich zur Ruhe zu kommen. Immer schon. Anfangs hatte ich meine Augen geschlossen – wie die anderen. Bald öffnete ich sie, blickte um mich: Außer mir schienen alle der Ruhe fähig. Alle schauten geschlossenen Auges ernst in sich, alle – bis auf Renu. Sie…  lächelte?!

Komisch, wieso lächelt sie? Naiv dachte ich: Ha, sie meditiert ja nicht, schaut einen ‚Film’ an, denkt, obwohl sie doch -  nahm ich an - an nichts denken sollte! Das war mir eine Lehrerin! Ich hatte, klar, keine Ahnung, was es mit dem Lächeln auf sich hatte! Aber es gefiel mir an ihr. Die folgenden Tage war es nicht anders: Kaum schloss Renu die Augen, lächelte sie!… Unmöglich. Wie kann sie nur? Das will ich nun wissen!

Das „äußere Lächeln“

Ich tat, was ich beim Versuch des Meditierens tat: sitzen, Augen zu, war unruhig und hatte einen flachen Atem… Ich tat dasselbe wie vorher auch – nur: Diesmal lächelte ich. Instinktiv atmete ich tiefer ein und vor allem auuus. Instinktiv schaute ich mir zu und bemerkte erst später, wie meine Unruhe sich beruhigt hatte - nicht ganz, aber doch um einiges. Und das obwohl ich nichts anders machte als vorher!
Ich lächelte – und hatte das Glück des Anfängers. Ohne mir dessen gewahr zu werden, lächelte nicht nur mein Mund. Ich saß mir gegenüber und lächelte mir zu, dachte an Liebevolles, ohne daran zu denken. So, als drückte ich statt der Taste „Unruhe“ jene des „Schönwetters“.

Wenn ein augenblickliches Lächeln so positive Auswirkungen auf meine stete Unruhe hat, dann könnte es doch auch andere, unangenehme Gefühlsregungen abschwächen, gar zum Verschwinden bringen, dachte ich. „Verschwinden“, indem sie durch ein bloßes Lächeln in Zuwendung zu mir selbst verwandelt würden?

Auch das wollte ich jetzt wissen! Ich freute mich auf meine nächste Wut, konnte sie nicht erwarten. Und als sie da war, vergaß ich auf meinen Testversuch. Ich war unachtsam. Vorerst. Doch irgendwann, mittendrin, erinnerte ich mich und begann zu lächeln und nahm wahr: Die Anspannung der Gesichtsmuskel hatte sich aufgelöst, wutschnaubender Atem wurde ruhiger und tiefer und die Wut…? Die Wut war weit weg. Je länger ich lächelte, umso weiter weg schien sie von mir zu sein. Rein zufällig hatte ich also eine Ressource gegen die allfällige Schwere meiner Welt gefunden: Mein Lächeln!

Später erfuhr ich, dass dieses Lächeln einen Teil der Achtsamkeitsübung im Buddhismus und Taoismus darstellt: Einen Weg vom „äußeren…“ zum „inneren Lächeln“.

Das „innere Lächeln“

Bei unerfreulichen Emotionen, Angst, Wut…, wenn wir uns sorgen oder grübeln spannen sich etwa 300 Muskel im Gesicht an. Lächeln wir, löst sich sofort jegliche Anspannung. Der Atem wird ruhig, das Wohlgefühl steigt. Rainer Semlin schreibt auf www.tao-berlin.de: „Das bewusst erzeugte Lächeln, in der Absicht, uns selbst! Zuneigung zu schenken, ist Basis der Meditation des ‚inneren Lächelns’. Tiefe Entspannung, Gelassenheit und Harmonie werden angestrebt. Die lächelnde Energie aus unseren Augen wird mit Aufmerksamkeit nach innen gelenkt. Wir lächeln in Drüsen, Knochen, Gehirn… Die zum jeweiligen Organ gehörigen, positiven Gefühle werden vermehrt. Liebe und Freude wachsen. Das „innere Lächeln“ wird immer mehr zur Grundhaltung, zu jener, in der wir  uns selbst und der Welt mit Respekt und Liebe begegnen.“

Schwer fühlte sich das Leben an…
Es ist herrlich! Eine simple Übung, ein Lächeln, entscheidet über Wohl- oder Unwohlgefühl, über Heil oder Unheil, Ruhe - Unruhe, Ablehnung oder Liebe… 

Es geschieht nebenbei, während wir uns darin üben, unsere Aufmerksamkeit auf den Atem und dadurch auf den Augenblick zu richten. Nur in diesem sind wir lebendig, nehmen wir wahr, was ist. Und nur aus dem bewusst erlebten Augenblick können wir das, was ist, bewusst in etwas anderes wandeln, sind wir Mitgestalter des nächsten Augenblicks, des nächsten, nächsten…

 

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