Autor: Petra Orina Zizenbacher am 27. Mai 2011 Bienen faszinieren und interessieren mich seit vielen Jahren. Diese wunderschönen, wichtigen Insekten liegen mir am Herzen und ich finde es zum Weinen, dass es überhaupt ein Bienensterben gibt. Um den Jahreswechsel machte eine Aktion zum Thema Bienensterben die „Runde“. Natürlich habe ich auch unterschrieben. © Bild: Sana Brauner |
Gedanken zum Thema „Bienensterben“
Ich finde es allerdings einen Ausdruck der Hilflosigkeit, „nur“ zu unterschreiben, deshalb schreibe ich diesen Artikel und ersuche darum, ihn zu verbreiten.
Vor vier Jahren habe ich einen Imkerkurs gemacht. Während des Kurses wurde mir klar, dass die meisten Imker das Wesen der Biene nur zum Teil verstehen. In Folge des Kurses habe ich mich intensiv mit Bienen beschäftigt und in meinem Garten selbst einen Bienenstock aufgestellt.
Ich denke viel über Bienen nach und beobachte sie. Bienen sind sensible Wesen. Sie brauchen Lebensräume. Diese Tatsachen klingen vielleicht banal, aber was tut jeder einzelne, um diese Lebensräume zu schützen, zu erhalten und wieder herzustellen?
.) Wenn Bienen vom Stock ausfliegen, um neue Futterquellen zu erschließen, müssen sie schwere Hürden überwinden: Straßen mit vielen Autos, Flugzeuge, landwirtschaftliche Maschinen. Die Windschutzscheibe der Gefährte ist oft die Endstation der nektartragenden Insekten.
.) Bienen sind Feinschmecker. Sie sind an die Verdauung bestimmter Pollen gewöhnt. Vor etlichen Hundert Jahren hat ein Großteil der Wälder aus Mischwäldern bestanden. In den Auen fanden sich Weiden, Birken, Pappeln und Haseln, Lieblingsfutter von Bienen und erste Nährstoffquelle nach der Winterruhe. Die übrigen Wälder waren durchzogen von Linden, Elsbeeren, Mehlbeeren und anderen Früchte tragenden Bäumen. Heute bestehen die Wälder hauptsächlich aus Eichen und Buchen, beides keine Futterbäume für Bienen.
.) Waldränder sind seit jeher mit zahlreichen Rosen-, Schlehen- und Weißdornsträucher gesäumt. In der Blütezeit waren diese Nahrung für Bienen. Wie viele Hecken verschwinden, speziell im urbanen Bereich!
.) Auf Wiesen wächst natürlicherweise ein buntes Gemisch an Blumen, die zu jeder Jahreszeit Pollen und Nektar für Bienen und Insekten bereitstellen.
Vieles hat sich geändert. Beerenhecken sind Thujenhecken gewichen. Blumenwiesen wurden zu Rollrasen und Mischwälder wurden zu Nutzwäldern, in denen in erster Linie schnellwüchsiges Nutzholz gedeihen darf. Buchen, Eichen und Fichten geben Bienen keine Nahrung.
.) In den Gärten der Menschen gab es immer zahlreiche pflanzliche Imbissstellen für Bienen und andere Insekten: Minzearten, Sommerflieder, Obstbäume, Krokusse. Heute zieren Pflanzen die Fenster und spärlich vorhandenen Gärten mit Pflanzen, welche für die Bienen unverwertbar sind. Im Rollrasen haben pollentragende Kräuter schon gar keinen Platz.
.) Bienen reagieren sehr empfindlich auf Erdstrahlen. Sie suchen, wenn sie können, den Platz für ihre Waben und die Brut genau aus: Nord-Süd ausgerichtet, fern von Wasseradern und für sie störenden geopathischen Zonen. Sie lieben es, ihre Bauten in Gehölzern einzurichten, die als Nahrungsquelle dienen können. Heute werden Bienen hauptsächlich in Fichtenholzbeuten oder in Kunststoffbeuten beherbergt. Beute (!) ist die Fachbezeichnung für den Bienenstock.
Seit ungefähr 100 Jahren werden Bienen in der so genannten Wabenhaltung gehalten. Wachsplatten werden in einen Holzrahmen gespannt. Mehrere dieser Holzrahmen werden in eine Kiste geschlichtet, die an einer Seite eine Öffnung, das Flugloch, aufweist. Der Imker kann diese Kiste von oben öffnen und leicht mit Honig gefüllte Waben entnehmen.
Um den Honig effizient ernten zu können, werden Bienen in sogenannten „Magazinbeuten“ untergebracht. Das heißt: Mehrere Kisten werden übereinander gestellt. Oft werden Bienenvölker, wie Wanderarbeiter, von so genannten Wanderimkern an den Ort ihres Einsatzes gebracht. Das Dankeschön für getane Arbeit besteht darin, dass den Bienen der Honig abgenommen wird und ihnen stattdessen Zuckerwasser gegeben wird.
Das Bienensterben geht uns alle an.
Was kann jeder einzelne tun?
- Jeden Löffel Honig mit Wertschätzung genießen.
- Balkone, Fensterbänke, etc. mit Wildblumen bepflanzen. Möglichst für jede Saison Nahrungsquellen schaffen, zum Beispiel: im Frühjahr Krokusse, Schneeglöckchen; im Sommer: alle Minzenarten, Margeriten, Goldrute, Lavendel, Ysop, Thymian, …
- Wenn Sie einen Garten haben, gestalten Sie Grünflächen mit Sträuchern und Blumen, die Nahrungsquellen sein können.
- Verzichten Sie auf den Kauf von bunten Primeln und sonstigen Pflanzen, deren Pollen Insekten unserer Breiten nicht verdauen können. Oft sind diese Pflanzen noch mit Pestiziden belastet.
- Wenn Sie einen Garten haben, pflanzen Sie Obstbäume, Sträucher und Blumen/ Kräuter, vermeiden Sie Rollrasen.
- Kaufen Sie Honig aus Ihrer Umgebung.
- Vielleicht haben Sie noch eigene Ideen.
„Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr.“-
Albert Einstein
Dr. Petra Zizenbacher
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