Autor: Roland Grün am 23. Jun 2011 Ist Burn Out nur ein Modehype oder ein wissenschaftlich anerkanntes Krankheitsbild. © Bild: Foto: MEV |
Die bekannte Familienexpertin, Psychotherapeutin, LebensCoach, Ärztin mit Fachrichtungen Allgemein Medizin und Gynökologie, Frau DDr. Martina Leibovici-Mühlberger hielt im Rahmen des Unternehmensservice der Wirtschaftskammer Wien, am Donnerstag, 16. Juni 2011, im Haus der Wirtschaftskammer Österreich einen stark besuchten, über 2 Stunden dauernden viel beachteten Vortrag mit dem Titel "Vom Burn Out zum Burn On" ab.
Burn Out hat zwölf Stadien/Phasen von denen die ersten sechs Phasen Menschen wie Du und Ich auch schon des öfteren erlebt haben - das sind nichts anderes als Zustände des Überarbeitens, des wenig Schlafens, des Sich-Selbst-kaum-mehr-Spürens bis hin zu den sechs klinischen Phasen, wo sich in der Phase 7 der Patient vorkommt, als würde er neben sich stehen und sich beobachten, wie er als Roboter durchs Leben geht und selbst da gar nicht mehr eingreifen kann, er ist Passagier in einem Leben durch Raum und Zeit. Nichts, aber schon gar nichts ist er fähig am Leben mehr zu ändern, großes Schlafbedürfnis, Angst vor allem was von ihm einen Willen und Energie fordert, keine klaren Entscheidungen, Lustlosigkeit, Entscheidungslosigkeit, die Angsthormone durchwirbeln seine Neurobiologie dermaßen, dass das vegetative Nervensystem beginnt sogar einzelne Organfunktionen abzuschalten.
Da bringt die Vortragende Beispiele von Menschen, die geradezu Höchstleistungen im Beruf einmal zustande gebracht haben, die heute allerdings mit Hilfe von Therapeuten und mit einem Wechsel des Berufsfeldes wieder versuchen, die Beine auf den Boden zu bringen und so sich wieder zurück in eine Normalität entwickeln.
25 bis 50% der Erwerbstätigen sind akut von Burn Out gefährdet, tatsächlich erwischen tut es dann die, die es nicht geschafft haben, in den ersten sechs Phasen der sogenannten grünen Phasen an der richtigen Stelle abzubiegen und die weitere Entwicklung in Richtung pathologische sechs Phasen, den sogenannten roten Phasen zu entkommen.
Wie sollen wir als Persönlichkeit damit umgehen, dass in unserem Freundes- und Bekanntenkreis jemand Symptome aufweist, bzw. mitten drinnen steckt? Nicht Mitleid, sondern Verständnis bis hin zur wichtigen Empathie im Umgang und Unterstützung dahingehend den/die Betreffenden aufzufordern, doch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Warum hat die Medizin solange dieses Phänomen als solches nicht erkannt? Ganz einfach, weil es einen Katalog von über 40 Erscheinungsbilder von Burn Out in den verschiedenen Phasen gibt, die so nach klassischer Medizin nicht zugeordnet werden können, dh. es gibt eigenlich keine klassische Fachrichtung, die Burn Out gepachtet hätte daher ist es wohl am besten im Berich Neurologie und Psychotherapie aufgehoben.
Um Kommentare erstellen zu können, bitte einloggenVortragsunterlage Dr. Leibovici-Mühlberger
Autor: Ernst Zlo am 2011-06-27 10:38:46
Danke für den Artikel,
besonders der Link auf die Unterlagen ist sehr hilfreich!
Wenn man sich schon mal in den ersten 6 Stadien (Seite 13 der Unterlage) "wiedererkannt" hat wird's höchste Zeit!
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