Autor: Tanja Salem am 29. Feb 2008 Der weltweite Boom der Bio-Branche ist nach wie vor ungebrochen. Dies wurde auf der BioFach in Nürnberg vom 21. bis 24. Februar 2008 einmal mehr unter Beweis gestellt. In die Hochstimmung mischten sich aber auch mahnenden Töne: Wachstum allein ist nicht alles. Die Glaubwürdigkeit muss die Basis des Marktes bleiben. |
Zum zweiten Mal präsentierte sich die BioFach im Duett mit ihrer schönen Tochter Vivaness, der Fachmesse für Naturkosmetik und Wellness. Aussteller und Besucher der größten Bio-Messe der Welt erlebten ein Branchenfest der Superlative, auf dem aber auch nachdenklichen Töne zu hören waren.
„Nicht nur ans Geschäft denken“
Unter anderem von Gerald Herrmann, Präsident des internationalen Dachverbands IFOAM (International Federation of Organic Acriculture Movements), der den Vormarsch konventioneller Anbieter auf dem Biomarkt nicht ohne Sorgen sieht. Er riet der Biobranche, sie würde gut daran tun, ihre ursprünglichen Ziele von Ethik und Verantwortung nicht aus dem Augen zu verlieren. „Um das Wachstum zu halten, müssen wir an mehr denken als nur ans Geschäft“, mahnte Herrmann.
Eine neue Herausforderungen für die Überwachung der Bio-Standards ist das rasante Ansteigen der Bioimporte. „Um glaubwürdig zu bleiben, muss man offen über Schwächen reden und die Sorge vor Betrug mit Biowaren ernst nehmen“, meinte der IFOAM-Präsident.
Starker Auftritt der deutschen Bio-Branche
Auf die rund 50.000 Facheinkäufer aus über hundert Nationen wartete 2008 ein noch größeres Angebot als im Jahr davor: 2.740 Aussteller (2007: 2.547) aus 78 Ländern belegten diesmal mit 47.118 Quadratmeter um 12% mehr Fläche als im Vorjahr.
Mit 935 Bio-Produzenten stellte Deutschland das stärkste Aussteller-Kontingent, Österreich wurde mit 111 Bio-Anbietern seinem Ruf als Bio-Musterland nicht gerecht.
Viel Beachtung fanden die afrikanischen Newcomer Ghana, Benin, Kamerun, Ruanda und Simbabwe.
Bio-Winzer aus aller Welt präsentierten ihre Spitzenweine
Die BioFach ist zugleich die größte Bio-Weinfachmesse der Welt. 336 Weinaussteller aus 21 Nationen präsentierten 2008 erstmals in der neuen Tageslichthalle dem interessierten Fachpublikum ihre Spitzenweine. Neben Deutschland mit 52 Winzern waren die führenden Bio-Weinbau-Nationen Italien (42), Spanien (38), Österreich (26) und Frankreich (26) aber auch Chile, Griechenland, Portugal, die Schweiz und Südafrika in der Weinhalle vertreten. Bei der Prämierung gab es auch Gold für zwei österreichische Bio-Weine des Prädikatweingutes Weiss aus der Region Neusiedlersee.
Eindeutiger Angebotsschwerpunkt auf der BioFach 2008 waren hochwertige Bio-Produkte. Das Spektrum reichte vom Rohstoff bis zum Convenience-Produkt. Naturwaren wie Textilien sowie Produkte für Ökolandbau und Vermarktung rundeten das Angebot ab. Die Vielfalt der Vivaness umfasste Kosmetik, Körperpflege und Drogerieartikel sowie Wellness-Produkte, Geschenke und Accessoires.
Die vielen kritischen Fachbesucher aus Bio-Läden und Bio-Supermärkten, Reformhäusern und Hofläden, aus dem Lebensmitteleinzel- und Weinhandel, aus Großküchen, der Hotellerie und Gastronomie sind ein Garant dafür, dass Betrug in der Bio-Branche auch in Zukunft keine große Zukunft haben dürfte.
Mehr über die BioFach finden Sie auf www.einfachbio.com
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