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'Bio'-Sprit - weder Bio noch Treibstoff mit Zukunft

Was ist jetzt wirklich drin im Tank? Autor: Tanja Salem am 19. Nov 2007
Egal ob Benziner oder Diesel, jedes Auto hat ihn bereits im Tank, den Sprit mit einem geringen Anteil an pflanzlichem Kraftstoff. Warum dieser Treibstoff „Bio“-Sprit genannt wird, ist unergründlich. Wie der fossile Anteil hat auch das pflanzliche Additiv aus Raps, Mais und Co. absolut nichts mit Bio zu tun.

Wie der fossile Anteil hat auch das pflanzliche Additiv aus Raps, Mais

Die Herstellung des pflanzlichen Treibstoffes entspricht nämlich in keiner Weise biologischen Richtlinien.

Folgende Fakten schlagen in der Gesamtbewertung der Umweltverträglichkeits-Bilanz von „Bio“-Treibstoff negativ zu Buche:

 
1. Seine Produktion ist energieaufwändig und keinesfalls CO2-neutral. Dies konnte durch Studien längst widerlegt werden. So stellte das deutsche Umweltbundesamt fest, dass bei der Herstellung von „Bio“-Sprit aus Raps, Getreide, Mais usw. die zusätzlichen Kohlendioxid- und Lachgas-Emissionen beim Anbau und bei der Verarbeitung zu einer höheren CO2-Emission führen, als die Pflanzen vorher durch Photosynthese aus der Atmosphäre entnommen haben.
2. Damit hohe Erträge erzielt werden, müssen enorme Mengen an Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
3. Millionen Hektar Regenwald (z. B. in Brasilien) werden für Biosprit geopfert, um Ethanol (Alkohol) herzustellen.
4. In China, Indonesien, Malaysia und anderen Teilen der Welt werden wertvolle Naturlandschaften dem Anbau von Ölsaaten geopfert. Dies hat über kurz oder lang zwangsläufig weit reichende katastrophale ökologischen Folgen.
5. Der Anbau von Mais und Ölsaaten auf bestehenden Ackerflächen bzw. die Verwendung von essbaren Pflanzenölen zur Herstellung von Biodiesel führen schon jetzt zu einer Verknappung und Verteuerung von Lebensmittel. In Mexiko oder Kolumbien etwa können sich daher große Teile der Bevölkerung die einfachsten Grundnahrungsmittel oft nicht mehr kaufen. Hunger und Unterernährung sind die Folge.
6. Für 1 kg bereitgestelltes Dieseläquivalent werden exakt 29,8 m2 Anbaufläche benötigt. Daraus wird klar, dass in Österreich nur ein kleiner Teil des Bedarfs an pflanzlichen Kraftstoff aus nachwachsenden Rohstoffen gedeckt werden kann. Der Großteil muss daher importiert werden.

„Bio“-Sprit ist ein Schritt zurück

„Bio“-Diesel pur sowie „Bio“-Ethanol aus pflanzlicher Produktion für Benzinmotoren spielen zur Zeit eine untergeordnete Rolle, denn nur wenige Fahrzeuge sind für den Betrieb mit purem „Bio“-Diesel bzw. Ethanol (E 85) ausgelegt.
„Bio“-Treibstoff ist nur für die „Bio“-Sprit-Produzenten eine „zwingende Alternative”. Namhafte Fachleute hingegen sehen das anders: Für Geschäftsführer Mag. Hellmaier von Porsche Austria beispielsweise ist E85 „ein Schritt zurück”. Die Technik und das Wissen um biogene Treibstoffe seien heute schon sehr viel weiter. „Heute kann man bereits aus jeder Pflanze biogene Treibstoffe erzeugen, ohne dafür umstrittenen Monokulturanbau zu betreiben”, stellt Mag. Hellmaier unter anderem fest (ARBÖ-Autofahrerjournal „Freie Fahrt”, Ausgabe 6/2007).

Die Zukunft gehört den biogenen Kraftstoffen

So weit einige Fakten, die belegen, dass „Bio“-Sprit weder BIO ist, noch wirklich gebraucht wird und daher schon von Beginn an ein Auslaufmodell ist. Für die Umwelt wäre es verträglicher, würde man bis zur Bereitstellung besserer Alternativen weiterhin den „ungepantschten“ fossilen Treibstoff in den Tank füllen.

Unbestritten ist hingegen, dass die Treibstoffversorgung durch Kraftstoffe aus Biomasse eine große Zukunft hat. So ist man bei VW schon jetzt davon überzeugt, dass nach heutigem Wissenstand mehr als 40 Prozent des weltweiten Kraftstoffbedarfes über Biomasse abgedeckt werden können.

Mehr über „Bio“-Sprit finden Sie auf www.einfachbio.com

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