Autor: Dipl.-Päd. Michael Karjalainen-Dräger am 02. Dez 2011 Christinnen und Christen machen sich in dieser heiligen Nacht immer neu die Menschwerdung Gottes bewusst. Liturgisch ist diese Zeit von der Verwirklichung dieses Ereignisses in der Gegenwart geprägt, es kommen biblische Texte zur Lesung, die vom Kommen des Gottesreiches sprechen. © Bild: chroma, pixelio.de |
Zum ersten Adventsonntag hörten wir in Markus 13,24-37 Jesus davon zu den Seinen sprechen. Dieser apokalyptisch geprägte Text mag auf den ersten Blick eher verschrecken als ermutigen. Es wird viel vom Ende geredet und auch davon, dass „diese Generation nicht vergehen wird“ bis all das eintritt. Das Judentum der Zeit Jesu war von der Naherwartung der Wiederkunft eines Messias geprägt, der der Unterdrückung durch die Römer ein Ende bereiten wird. Jesus ist als Vertreter dieser Sichtweise zu erkennen.
Der Text, der sich auch zwei Jahrtausende später in die Gegenwart übertragen lässt, will tatsächlich aufschrecken, aus dem Alltagstrott reißen. Er ist geprägt von zwei Metaphern: vom Feigenbaum, der blüht, und dem Herrn, der auf Reisen geht und seinen Türhüter beauftragt, wachsam zu sein:
mein Leben gelingt dann, wenn ich im Augenblick lebe, mir meines Lebensauftrages beständig bewusst bin, aus meiner Mitte lebe, erkenne, dass alles in voller Blüte steht. Dies ist dann eine wahrhaft weihnachtliche Botschaft, der Auftrag nämlich, meine eigene Göttlichkeit zu erkennen und durch mein Dasein Gott auf die Welt zu bringen – ganz so wie es Maria im biblischen Text von der Geburt Jesu getan hat. Wir alle können also, wenn wir es biblisch ernst nehmen, Gottesgebärende sein!
Um Kommentare erstellen zu können, bitte einloggenHilfe
Als Mitglied können Sie auf Facebook einen Kommentar posten. Dazu müssen Sie sich einloggen.

