Autor: Dipl.-Päd. Michael Karjalainen-Dräger am 19. Sep 2011 Die zehn Gebote der Bibel sind logische Schlußfolgerungen für all jene, die ein Leben in Freiheit führen wollen. Aufgestellt für eine patriachale Stammeskultur, deren Mitglieder von Nomaden zu Sesshaften wurden, haben sie dennoch auch in der heutigen Zeit bleibende Aktualität, da sie Grundlagen für persönliche Freiheit in einer freien Gesellschaft schaffen. © Bild: Ilka Funke-Wellstein, pixelio.de |
Zuletzt haben wir uns die „inneren Gebote“ angeschaut, heute blicken wir nach Außen. Die Regel von der Sabbatheiligung und der daraus folgenden Ruhe ist als Übergang vom Innen zum Außen zu verstehen. In dem ich mir immer wieder Zeit für mich selbst und das Göttliche in mir nehme, bekomme ich Klarheit und Kraft für meinen Lebensauftrag und das, was mich ausmacht, meine Mitte. Daher ist in regelmäßigen Abständen Ver-inner-lichung angesagt, um in der äußeren Welt im göttlichen Sinn wirken zu können.
Die weiteren Worte sind so gesehen Ausdruck dieses wiederkehrenden In-Sich-Gehens: du wirst nicht morden, ehebrechen, stehlen, Falsches aussagen, eines anderen Frau (hier drückt sich die patriachale Gesellschaftsstruktur der Hebräer aus) oder eines anderen Hab und Gut begehren.
Andernfalls verlierst du umgehend deine innere Freiheit (Stichwort Gewissen) und möglicherweise auch deine Äußere.
Apropos Gewissen: im Hebräischen stammt das Wort vom Wortstamm „tob“, was einerseits „gut“ bedeutet und andererseits die „Seinsgewissheit“ meint. Also lässt sich die wahre Bedeutung von Gewissen sehr gut mit dem Wissen, um das, was einen ausmacht, nämlich die eigene Göttlichkeit, die eigene Mitte, der eigene Lebensauftrag bezeichnen. Und wenn ich aus meiner Mitte falle, dann läufts einfach nicht mehr rund und ich werde mich nicht gut fühlen und unfrei werden, gefangen in meinen Bewertungen, Denkmustern, Wünschen, etc.
So wünsche ich uns allen, die Gewissheit, dass der biblische Dekalog nicht dazu da ist, um uns einzuengen und unfrei zu machen, sondern uns unsere Freiheit bewahren helfen will. Es geht bloß darum, ihn mal andersrum zu lesen!
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