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Bibelweisheit - Von der Kunst ohne Sorgen im Augenblick zu leben

Autor: Dipl.-Päd. Michael Karjalainen-Dräger am 15. Aug 2011
Über Letzteres können wir durch Wachsen und Werden, in der Meditation und durch Integration des Schattens hinauswachsen (dazu ein anderes Mal mehr), ersteres wird uns dann zu Teil, wenn wir wissen wo unser “Schatz” (Mt 6,21 ff) ist und wie wir mit unseren Sorgen (Mt 6,25 ff) umgehen. Der Urlaub bietet eine gute Gelegenheit dieses Bewusstsein zu üben.

Beim Evangelisten Matthäus finden wir im 5. bis 7. Kapitel jenes jesuanische Manifest, das unter dem Namen Bergpredigt in die Literaturgeschichte eingegangen ist. Wissenschafter und Menschen zerbrechen sich seit Jahrhunderten den Kopf darüber, wie dieses zu verstehen ist, real oder metaphorisch. Nun, so denken können nur jene, die nur mit den äußeren Sinnen und dem Verstand schauen. Wer ver-inner-licht, wird der Wahrheit wirklich auf die Spur kommen.

“Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein”;”Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon gleichzeitig dienen” - sind zwei bewegende Zitate aus dem 6. Kapitel. Sie stehen in einer Reihe weiterer “Anweisungen zum guten Leben”. Nun - oberflächlich und von außen betrachtet könnte das bedeuten, dass wir uns mit Geld nicht abgeben sollten, also der wahre spirituelle Mensch ist ein materiell Armer. Aber das heißt es nicht. Dennoch zeigt sich hier eine Gefahr im Umgang mit Geld und materiellen Werten: wir alle sind doch bereit uns - für Geld - wirklich viel, wenn nicht sogar alles zumuten zu lassen oder zuzumuten. Wir verkaufen unsere Arbeitskraft, unsere Gesundheit, unsere Freizeit, unsere Umwelt und noch vieles mehr. Auf diese Weise hängen wir am Geld, werden vom Geld abhängig. Wir denken keine Sekunde mehr daran, was wir wirklich von unserem Leben wollen, was uns ausmacht, was unser Lebensauftrag ist, womit wir für und in dieser Welt wirken können und sollen. Und wir leben daher ständig in der Vergangenheit oder der Zukunft, aber keinen Augenblick lang im Hier und Jetzt. Eine ver-teufel-te Geschichte!

Folgen wir den Worten des Matthäus, der Jesus zitiert, dann geht es um eine Ausrichtung des eigenen Lebens an Gott, besser gesagt der eigenen Göttlichkeit - und um kein Missverständnis aufkommen zu lassen - an dem, was göttlich in uns ist. Anders formuliert: Was ist unser Lebensauftrag? Wenn wir diesem Auftrag tatsächlich folgen, dann werden wir alles haben, was wir zum Leben brauchen.
Viele von uns schauen zuerst darauf, wie sie zu Geld kommen können, um dann irgendwann das zu machen, was ihnen entspricht. Dabei ist es genau umgekehrt richtig: zuerst das tun, was in uns steckt und dann das bekommen, was wir brauchen, um gut zu leben.

Wer so lebt, kann sich auch die Sorgen sparen, denn dann wird erlebbar, dass im Augenblick immer das zur Verfügung steht, was gerade wirklich gebraucht wird (nicht immer das, was wir uns gerade wünschen). Wenn wir ehrlich auf unsere Leben, vor allem auf seine Krisen zurückschauen, dann werden wir erkennen, dass wir diese tiefe Wahrheit schon alle erfahren haben. Wir können also getrost den Worten folgen: “Macht euch also keine Sorgen … Euch soll es zuerst um Gottes Reich und um seine Gerechtigkeit gehen, dann wird Gott euch alles Übrige dazugeben.”

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