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Bibelweisheit - Eine direkte Gottesbeziehung ist möglich!

Autor: Dipl.-Päd. Michael Karjalainen-Dräger am 19. Aug 2011
Es gibt christliche Religionsgemeinschaften, die den Eindruck erwecken, dass der Weg zu Gott nur über die Mittlerschaft Berufener führt
Die Perikope vom Seesturm ist für mich eine diesbezügliche Schlüsselstelle des Evangeliums; in den Worten des Evangelisten Matthäus (8, 23 ff.) liegt die Auffassung, dass Menschen (Ver-)Mittler wünschen, aber nicht brauchen.

© Bild: Hermann B., pixelio.de

Jesus steigt ins Boot und die Jünger folgen ihm. Denken wir dabei an die Metapher, dass wir alle im selben Boot sitzen. So ist es. Gemeinsam sind sie/wir unterwegs, die Gemeinschaft derer, die glauben und vertrauen. Und dann: es beginnt stürmisch zu werden, wie so oft im Leben, da dieses nun mal eine lebendige Fahrt durch die Zeiten ist.
Unsere erste Reaktion: warum gerade ich/wir? Unser Grundgefühl: wir müssen zu Grunde gehen, als eine Erschütterung unserer Existenz, die mit Angst/Ängsten gekoppelt ist. Aber: wer zu Grunde geht, kommt auf den eigenen Lebensgrund und findet Sinn. Das ist ein Geburtsprozess – und Geburten sind nicht nur angenehm.

In Zeiten wie diesen, versuchen wir nahestehende Menschen zu aktivieren, dass sie uns begleiten. Wir befragen Menschen, die vom Leben eine Ahnung haben, wir erhoffen uns, dass sie unser Problem lösen können. Aber: nur wir können die passende Antwort und den nächsten, passenden Schritt in unserer individuellen Lebenssituation finden.

Im Bibeltext wird diese Phase damit dargestellt, dass Jesus „schläft“. Und die Jünger beginnen zu rufen und zu schreien und panisch zu werden.

Jesus erwacht dadurch und noch bevor er etwas tut, herrscht er die Seinen mit den Worten „Ihr Kleingläubigen!“ an. Hier zeigt sich eine tiefe Wahrheit jeglicher Spiritualität, auch der christlichen: wer die Angst vor dem Zu-Grunde-Gehen überwindet, wer sich in Krisen dem eigenen Lebensgrund stellt und den Sinn findet und dies nicht im Vertrauen auf andere sondern nur im Vertrauen auf die eigenen Göttlichkeit, wer also nicht kleingläubig auf andere schaut, sondern sich groß-gläubig und vertrauensvoll an die eigene „Quelle“ im Inneren wendet, dessen Leben wird sich wenden.

Das mag für all jene ein schwerer Schlag sein, die dachten, sie könnten die Verantwortung für ihr Leben anderen übertragen. Aber es ist eine großartige Befreiung für die, die sich nicht länger bevormunden und abhängig machen lassen wollen von Personen oder Intsitutionen.

Für den Weg in diese Freiheit braucht es sicher die geeigneten Wegbegleiter. Weise, die den Weg schon voraus gegangen sind und um die Gefahren und die Nöte auf diesem wissen. Aber sie sind nur so lange notwendig, bis wir selbst diesen Weg alleine gehen können – und nicht ein Leben lang bis zum Tod.

Jesus selbst hat in der Bibel darauf hingewiesen. Also: Nehmen wir uns diese Freiheit, Gott direkt (in uns) begegnen zu lernen!

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