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Bibelweisheit - Dekalog 1 und 2: Die eigene Göttlichkeit ernst nehmen und nach ihr leben

Autor: Dipl.-Päd. Michael Karjalainen-Dräger am 05. Sep 2011
In der Kolumne aus der Vorwoche habe ich grundsätzliche Gedanken zu den „10 Geboten“, dem biblischen Dekalog (Exodus/2. Buch Mose 20,2-17 bzw. Deuteronomium/3. Buch Mose 5,6-21), dargestellt. In Zeiten, in denen Menschen ihr Bewusstsein weiter entwickeln und immer mehr in die Innerlichkeit hineinwachsen, ist es sinnvoll, den Worten von innen zu begegnen.

© Bild: Conni K., pixelio.de

Drei Grundsätze sind im ersten und zweiten „Gebot“ zusammen gefasst: keine anderen Götter zu verehren, sich kein Gottesbild zu machen und Gottes Name nicht zu missbrauchen.

Von innen her, also tiefenpsychologisch betrachtet, ergibt sich ein klarer Auftrag an den Menschen, sich seiner Göttlichkeit bewusst zu werden, in dem ich mich nach innen orientiere und mich nicht in den vielen Äußerlichkeiten (andere Götter) verliere. Denn damit verliere ich meinen Lebensgrund, den Sinn meines Seins.

Weiters geht es darum, nicht ständig zu planen und Ideen und Gedanken zu entwickeln und „Gott“ da rein zu zwingen (sich ein Bild machen). Vielmehr gilt es, dem eigenen, inneren Lebensgrund zu vertrauen und von diesem aus nach außen und im Außen zu wirken, die eigene Göttlichkeit also zum Wohle von Menschen und Welt Wirklichkeit werden zu lassen.

Zuletzt müssen wir alle Achtung vor der eigenen Göttlichkeit und jener der anderen entwickeln und uns bewusst machen, dass wir alle aus dem einen göttlichen Urgrund stammen und dennoch ganz vielfältig und individuell in dieser Welt leben. Wer den „Namen Gottes“ durch Missachtung dieses Grundsatzes „missbraucht“, wird Unfrieden erzeugen und auch selbst im Unfrieden leben. Dazu zählen auch die vielen Menschen, die meinen ihr Gott wäre der bessere und das sogar als Rechtfertigung für gewalttätige, ja sogar kriegerische Taten verstehen. Das Gegenteil ist der Fall.

Diese Sichtweise bedarf der intensiven Beschäftigung mit der eigenen Innerlichkeit, die Methoden sind vielfältig, jede und jeder von uns wird den je eigenen Weg entwickeln. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch eine gute Begleiterin oder ein erfahrener Lehrer, damit wir uns nicht im Dickicht der Äußerlichkeiten verlieren.

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