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Bewahrung von seltenen Kakteen aus persönlicher Überzeugung

Kaktee Frailea Autor: Sana Brauner am 19. Jun 2008
Interessante Geschichte und Vorbildrolle - Alexander Arzberger, geboren 1958 in Marktredwitz, Deutschland, sammelt seit seiner Jugend Kakteen. Mit 18 Jahren wanderte er mit seinen Eltern nach Paraguay (Südamerika) aus und ist seitdem dort ansässig. Nach Abschluss seiner Schulausbildung arbeitete er zuerst im Verwaltungswesen von Rinderfarmen. Hierbei hatte er die Möglichkeit ganz Paraguay zu bereisen und eine ganze Reihe von Kakteenstandorten zu besuchen.

Die Anzucht  der Kakteen in der Sammlung.

Alexander Arzberger

Nach jahrelangen Beobachtungen der Pflanzen, befasste er sich nach und nach auch mit der wissenschaftlichen Erforschung dieser Pflanzen und verfasste verschiedene Beiträge in Fachzeitschriften. In kurzer Zeit entstanden schriftliche und persönliche Kontakte zu namhaften Persönlichkeiten und Wissenschaftlern, wie Adolfo Maria Friedrich, Ana Pin, Hugo Schlosser, Leopoldo Horst, Werner Uebelmann, Pierre Braun, Volker Schädlich, Ludwig Bercht, Francisco Stockinger, Detlev Metzing, Jörg Piltz, Norbert Gerloff, Marcel Kröhnlein, um nur einige zu nennen.

Nach einer längeren Pause in den Forschungsarbeiten, bedingt durch private Gründe, nahm 2005 der Verfasser die Forschungsarbeiten wieder auf. Einige Reisen, teilweise zusammen mit anderen Sammlern brachten wieder einige interessante Funde, die zur Zeit noch bearbeitet werden. In der Zwischenzeit erfolgten zwei offizielle Beschreibungen von neuen Kakteenarten, die Alexander Arzberger in Paraguay fand. Zum einen wurde Frailea knippeliana var. arzbergeri, als neue Varietät und zum anderen dann auch Frailea alexanderi, zwei Zwergkakteen aus Paraguay, nach ihrem Finder benannt.

Alexander Arzberger ist besonders um die Erhaltung der paraguayischen Kakteen besorgt, wovon viele Arten nur in Paraguay heimisch sind und einige davon, durch menschliche Umweltveränderungen, unmittelbar vom Aussterben bedroht sind. Durch mühsame Kleinarbeit konnte er von einigen dieser Seltenheiten Samen ernten und inzwischen, durch eine von ihm entwickelte spezielle Veredlungsmthode, wieder vermehren. Diese langwierige Arbeiten konnten bisher lediglich in kleinem Format durchgeführt werden, bedingt durch Mangel an Zeit und Platz.

Schon seit einigen Jahren hegt aber Alexander einen Traum...

...der sich, verbunden durch die Hingabe zu diesen seltenen Pflanzen, langsam und immer deutlicher zu einem Projekt entwickelte. Als er dann Nicoline und Erich Saida von S.O.S. Forest kennenlernte, wurde erkannt, dass sich die anfänglichen Projekte und Aufgaben von S.O.S.-Forest in vielen Punkten mit dem Interesse Alexanders deckten: Der effektiven Erhaltung der Natur Paraguays. So wurde schliesslich ein Grossprojekt ins Leben gerufen, das den Namen „Natural World Center“ erhielt und worin ein Kakteenpark mit einer Schutz- und Erhaltungssammlung inbegriffen ist.

Dieser Kakteenpark soll als Schauanlage einem breiten Publikum nahegebracht werden und somit einen Einblick in die natürlichen xerophytischen Landschaften Paraguays, mit ihrer typischen Vegetation vermitteln. Somit kann der Bevölkerung anschaulich gezeigt werden, dass es auch gilt, besonders seltene Pflanzen zu schützen, die vielfach als einfaches „Unkraut“ betrachtet werden. 

Gleichzeitig sollen auf diesem Gelände auch in grossem Umfang alle seltenen Kakteenarten kultiviert und vermehrt werden, mit der theoretischen Möglichkeit, diese eines Tages auch wieder am ursprünglichen Naturstandort anzusiedeln. Dass so etwas möglich ist, beweisen änhliche Projekte in USA und Mexiko.

Durch besondere Vorrichtungen sollen im „Natural World Center“ auch andere seltene Pflanzenarten  aus anderen Klimazonen kultiviert und geschützt werden, was durch klimatisierte Gewächshauser in Pyramidenform ermöglicht wird.

Schließlich beinhaltet das Grossprojekt auch ein Herbar und eine Samenbank, wodurch alle Funde und Beschreibungen auch auf internationaler Basis anderen Wissenschaftlern zugängig gemacht werden können.

Der Naturschutz liegt in unserer Hand. Es ist noch nicht zu spät!

 

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