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Annehmen von Chancen und Herausforderungen durch positives Denken und Fühlen

Paar quelle 255885_R_K_by_Lea-M._pixelio.de Autor: Marion Monika Kaiser am 29. Jul 2010
Du bist, was du denkst und fühlst. Wie wir lernen, Chancen und Herausforderungen für ein erfülltes Leben anzunehmen, indem wir positiv denken und fühlen.

© Bild: Lea M. / PIXELIO

Petra Schmidt (Name geändert), eine attraktive Mittvierzigerin sitzt mir gegenüber. Seit 10 Jahren ist sie als einzige Frau in leitender Position eines mittelständischen Betriebes zuständig für die Marketingabteilung. „Ein toller Job“, schwärmt sie. „Ich kann tun und lassen was ich will, mir pfuscht keiner rein. Mein Geschäftsführer ist immer begeistert von meinen Kampagnen.“ Sie startete in dieser Firma gleich nach dem Studium durch und arbeitete sich gezielt nach oben. Es war ihr nie zu viel, sich „rund um die Uhr“ fürs Unternehmen einzusetzen. Viele tolle Projekte hat sie zu verantworten und sie ist sich sicher, dass sie bisher alles richtig gemacht hat. Trotzdem, irgendwie fehlt da was in ihrem Leben.

Nun wurde ihr ein Angebot unterbreitet. Zusammen mit ihrer Freundin Andrea könnte sie ein Restaurant eröffnen. Ein Jugendtraum, von dem die Mädchen schon mit 16 gesprochen haben. Dann hat sich alles anders entwickelt. Beide sind getrennte Wege gegangen, Petra in eine andere Stadt gezogen. Andrea hat den Traum wieder aufgenommen und ist schon dabei, diesen mit viel Elan in Richtung Realisierung zu bringen.

Und Petra? Petra zögert. Ihre Firma bietet die Sicherheit eines gut bezahlten Jobs und - wenn sie es bis zum Ende des Arbeitslebens dort aushält - auch eine schöne Firmenrente. Sie denkt an die Finanzkrise und daran, dass bei der hohen Arbeitslosigkeit doch immer weniger Menschen im Restaurant essen. Petras Freund ist selbstständig und der ist immer am kämpfen. Bei ihm geht es mal rauf und wieder runter. Soll sie das alles auf sich nehmen? Sind diese „Kleinmädchenträume“ nicht völlig unrealistisch?

Robert Altmann (Name geändert) ist 47 Jahre alt und ganz oben. Da wollte er immer hin. Er leitet den Entwicklungsbereich einer Aktiengesellschaft und ist eine Stufe unter dem Vorstand. Ihm unterstehen mehrere Hundert Mitarbeiter. Nach einigem Erzählen über die Firma und seine berufliche Situation will ich wissen, warum er denn nun zu mir gekommen ist. Es scheint ja alles bestens zu laufen. Ja, aber, er hat da eine Frau kennen gelernt. Sie ist eine Mitarbeiterin und die beiden haben sich unsterblich ineinander verliebt.

Doch ist Robert seit 17 Jahren verheiratet und hat einen 16jährigen Sohn. Robert fühlt sich verantwortlich für die Familie und hält es für seine moralische Verpflichtung zu seinem Eheversprechen zu stehen. Im nächsten Satz erzählt er mir bedauernd, dass seine Ehe seit vielen Jahren nur noch zum Schein existiere. Seine Frau lebe ein eigenes Leben, hätte wohl auch schon Affären gehabt. Und manchmal so sagt er, kotze ihn diese Situation so richtig an. Er fühle sich nur noch als Geldgeber. Aber sich scheiden lassen? Kann er einfach alles so aufgeben? Was wird sein Sohn von ihm halten?

Nun, was haben Petra und Robert gemeinsam?

Irgendwie scheint ihnen das Leben eine zweite Chance zu geben. Endlich ihren Traum zu leben, die eigene Bestimmung zu finden oder auch die große Liebe zu leben. Doch die Angst vor dem Neuen, Unbekannten hindert sie daran, Altes loszulassen. Lieber bleiben sie in der gewohnten Situation, oder mit dem bekannten Menschen zusammen, auch wenn sie damit unglücklich sind. Sie hängen buchstäblich fest, obwohl ganz tief in ihnen eine Stimme sagt, dass sie hiermit am Ende sind, dass ein Abschied längst fällig ist und es da noch etwas anderes gibt. Doch – wenn man die Hände voll hat, kann man bekanntlich nichts Neues nehmen. Leider lassen wir oftmals erst los, wenn wir schon dabei sind, krank zu werden oder schlimme Dinge passieren und manchmal nicht einmal dann.

Ich stelle Petra die Feen-Frage. „Was wäre, wenn eine Fee vorbeikommen würde und ihr einen Wusch freistellen würde?“ „Was würde sie sich wünschen, völlig unabhängig von Geld und Sicherheit?“ Ja, dann würde Sie gleich alles hinschmeißen und mit Andrea das Restaurant eröffnen. Schon sprudeln die Ideen aus ihr heraus. Und Robert würde sich scheiden lassen und nähme seine Margit, um mit ihr ein neues Leben anzufangen.

ABER! Feen gibt es nur im Film und Träume sind Schäume! ODER?

Nein, liebe Petra und lieber Robert. Mit Wünschen und Träumen fängt die Zukunft an! Mit unseren Gedanken und Gefühlen erschaffen wir unsere Realität. Das, was wir denken und fühlen schafft unser Heute und Morgen. Wenn wir glauben und fühlen, dass etwas nur ein Traum ist, dann wird er es auch bleiben. Wenn wir aber ganz fest von der Realisierung unserer Herzenswünsche überzeugt sind, dann gehen wir in jeder Sekunde unseres Lebens darauf zu.

Thomas A. Edison soll angeblich bis zu 1000 Versuche gebraucht haben, bis die Glühbirne endlich geleuchtet hat. Er hatte einen Traum und den hat er verfolgt und sich von niemandem davon abbringen lassen. Und man sagt, er habe nie Misserfolgsgedanken gehabt. Er bewertete jeden Misserfolg als eine Antwort auf die Frage, wie es nicht geht, so lange, bis er am Ziel war. Das heißt, eigentlich gab es gar keinen Misserfolg. Denn es erfolgte ja etwas, nur eben nicht gleich mit dem Ergebnis, das er sich wünschte. Aber er hatte sein Ziel, diese leuchtende Glühbirne, immer vor Augen.

Nur genau das ist es, was uns so schwer fällt. Kennen Sie das auch? Sie beginnen eine neue Aufgabe. So wie Sie es sich vorgestellt haben funktioniert es nicht, Sie probieren es also anders. Auch das will nicht so richtig klappen. Dann kommt womöglich noch eine Freundin oder der Ehemann daher und sagt: „wie kannst Du nur, so geht das nicht“ und schon ist die Idee dahin.

Ja, denn das funktioniert ganz anders!

Es gibt immer einen Zweifler, ob in uns selbst oder im Außen, der uns von neuen Dingen abhält. Nehmen wir mal den Zweifler in uns selbst und nennen wir ihn ANGST. Die Angst, etwas nicht zu können, etwas nicht durchzuhalten, dass wir es uns nicht leisten können, dass das doch nicht für uns bestimmt sein kann. Diese Angst machen wir wahr, jedes Mal wenn wir sie fühlen, denken oder kommunizieren. Sie fängt ganz klein an als Zweifler und wirkt bis zum Verhinderer, nämlich dann, wenn wir ein Projekt wieder abbrechen – weil: „das wird ja sowieso nichts“.

Petra hat Angst. Angst, das mit dem Restaurant könnte nicht klappen, sie könnte sich mit Andrea verkrachen, sie könnte sich finanziell übernehmen, sie würde dadurch von ihrem Freund abhängig und sie weiß doch gar nicht, ob sie überhaupt auf Dauer mit ihm zusammen bleiben will. Angst, Zweifel, negative Gedanken – sie tritt gerade in eine Spirale der Panik, die ich im Gespräch mit ihr nur mit Mühe stoppen kann.

Ja, all das könnte passieren. Was denn die Chancen seien, möchte ich wissen? Nun, da wären schon auch Chancen. Sie hätte sich das immer gewünscht. Ihr eigenes Restaurant mitten in der Stadt. Etwas Besonderes sollte es sein, sie wollte sich selbst verwirklichen. Und das würde auch bestimmt gut laufen. Ihr Plan wäre ...

Nach dem Gesetz einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung machen wir immer alles wahr, was wir denken und fühlen, weil wir damit all unsere Energie darauf richten. Das wirkt wie ein Magnet. Wenn wir daran glauben, dass etwas bestimmt eintritt und auch positiv darüber sprechen, uns das Resultat der Situation als ereignet vorstellen, richten sich all unsere Energien darauf aus, so dass dieser Fall auch erfolgen muss. Es tritt immer das ein, worauf unsere Gedanken und Gefühle sich richten, egal ob positiv oder negativ.

Wenn wir also wollen, dass etwas Bestimmtes passiert, richten wir als erstes unsere Gedanken positiv auf dieses Ziel aus. Wir fühlen das großartige Gefühl, das wir haben, wenn wir am Ziel sind. Als nächstes kontrollieren wir die Worte, die wir dazu verwenden und formulieren diese positiv. Und nun kommt die größte Herausforderung. Nun braucht es ganz viel Vertrauen und Durchhaltevermögen, dass wir genau so positiv bleiben, um damit inneren und äußeren Zweiflern gegenüber Stand zu halten.

Was hilft uns in diesem Vertrauen zu bleiben? Uns mit Menschen zu umgeben, die ebenfalls positiv denken, ist eine Möglichkeit. Aber erfahrungsgemäß wird das schwer durchgängig realisierbar sein. Leider sind wir häufig umgeben von Angst, Missmut und Zweifel. Es kann viel Kraft erfordern, uns dem jeden Tag zur Wehr zu setzen.

Eine Möglichkeit ist, uns selbst Anerkennung zu schenken, für jeden kleinen Schritt, den wir schon auf dem Weg zum Ziel gemacht haben. Uns selbst zu würdigen und zu belohnen, für das, was wir schon erreicht haben, was uns gelungen ist ... Diese Dankbarkeit oder Würdigung erzeugt positive Gefühle und die wirken als Verstärker. Und – unsere Gedanken werden durch Gefühle ausgelöst. Wenn wir also positiv fühlen, dann müssen wir auch positiv handeln, etwas anderes geht gar nicht.

Dazu kommt unsere Kommunikation. Wie viel von dem, was wir am Tag sagen ist uns eigentlich bewusst? Haben Sie schon einmal eine Stunde lang versucht, ganz genau darauf zu achten, was Sie alles sagen? Wie oft Sie z. B. bestimmte Begriffe verwenden? Wissen Sie, wie oft am Tag Sie das kleine Wort „nicht“ verwenden? Oder wie ist es mit „keine“? Sie wissen es nicht? Dann achten Sie mal darauf und streichen Sie diese Wörter sofort aus Ihrem Wortschatz! Denn sie dienen nur dazu, dass Sie Dinge wahr machen, die Sie eben nicht erreichen wollen.

Sie sagen sich z. B. am Sonntag werde ich nicht arbeiten. Unser Gehirn funktioniert über Bilder. Wir brauchen zu jeder Handlungsanweisung ein Bild in unserem Kopf. Aber wie übersetzt unser Gehirn die Anweisung „nicht arbeiten“ in ein Bild? Schwer oder? Eine Vorstellung hat das Gehirn nur von „arbeiten“. Sie kennen doch sicher den kleinen Trainertrick: „Denken Sie nicht an einen kleinen rosa Elefanten mit gelben Tupfen“. Na, an was denken Sie gerade? Also, wenn Sie dieses Prinzip verstanden haben, wissen Sie, warum das, was wir uns nicht vornehmen, trotzdem passiert. Weil unser Gehirn dieses „nicht“ einfach eliminiert.

Und dann kommt noch eine große Herausforderung. Wir Menschen neigen zum Festhalten. Das was wir mal haben, wollen wir behalten. Zu groß erscheint die Unsicherheit über das, was folgt bzw. ob überhaupt was folgt. Vielleicht würde Petra ja arbeitslos werden, wenn es mit dem Restaurant daneben geht oder Margit würde Robert verlassen und dann wäre er allein. Berechtigte Ängste! Doch genau dieses krampfhafte Festhalten an Dingen, Personen oder Situationen, die wir eigentlich nicht mehr haben wollen oder längst verloren sind, raubt uns die Energie für Neues. Natürlich lohnt es sich zu kämpfen, für die Dinge, die uns wertvoll und wichtig sind. Und eine liebevolle, funktionierende Ehe ist etwas Wundervolles. Ein sicherer Arbeitsplatz kann Gold wert sein. Doch oft ist unserem Unterbewusstsein längst klar, dass wir an diesem Punkt unseres Lebens etwas ganz anderes brauchen und bleiben trotzdem stehen. Sollte Robert nun um seine Ehe kämpfen oder sie loslassen?

Unterhalten Sie sich mal mit Scheidungsanwälten in unserem Land. Wenn diese ihre Mandanten fragen, was wohl der größte Fehler in ihrer Ehe war, erhalten Sie meist dieselbe Aussage. „Ich habe viel zu lange festgehalten“, heißt es da. Die Loslösung zu erlauben, ist oft schmerzhaft und braucht seine Zeit. Oft erzeugt sie so große Angst, dass wir lieber in Stagnation leben, in gegenseitigen Vorwürfen oder tödlicher Langeweile, als uns Unbekanntem hinzugeben. Nur ist Loslösung eben meist Grundvoraussetzung, um neue Chancen in unser Leben zu ziehen. Und das braucht Mut und geistige Bereitschaft zur Veränderung.

Ich arbeite also mit Petra und Robert an der Entscheidung, ob sie wirklich den Sprung ins Neue wagen wollen:

Petra ist sich sicher, es lohnt sich, in einen Veränderungsprozess einzusteigen. Sie will Neues lernen, will ihre Gedanken und Gefühle bewusst wahrnehmen und diese positiv einsetzen. Immer öfter wird sie Negatives gar nicht erst an den Start schicken und wenn es doch passiert, dies durch positive Gedanken und Gefühle ersetzen. Sie merkt, wie schwer es ist, tatsächlich positive Worte zu wählen, doch entwickelt sie hierfür zunehmend Ehrgeiz. Das braucht natürlich alles seine Zeit. Es braucht stetes Arbeiten an sich selbst, große Bewusstheit und vor allem eben ein Ziel. Petras Ziel ist nun erst einmal der Termin, bis zu dem sie ihrer Freundin Andrea eine Antwort geben wird.

Robert will mit mir in einer Sitzung auf seine Ehe schauen, ob das Loslassen wirklich die richtige Entscheidung ist. Er bringt seine Ehefrau mit zum Gespräch. Zu seiner Überraschung geht es ihr genau wie ihm. Vieles wird in diesem Treffen zum ersten Mal ausgesprochen. Auch sie fühlt sich nur noch aus moralischen Gründen an ihr Eheversprechen gebunden und meint, der gemeinsame Sohn würde in seinem Alter eine Trennung sicher verstehen. Und – sie würden ja immer seine Eltern bleiben. Beide haben das Ziel, Freunde zu bleiben und sich achtsam voneinander zu trennen. Sie gehen erleichtert aus dem Gespräch und beschließen, dass Robert sich nach einer eigenen Wohnung umsieht. Seine Margit war für diese Entscheidung gar nicht maßgeblich, sondern nur ein Auslöser. Es ging hier ganz um das Ja oder Nein für den Weiterbestand seiner Ehe.

Petra und Robert entwickeln im Laufe unserer weiteren Zusammenarbeit ihren ganz eigenen Weg zum Ziel. Den Boden hierfür schaffen sie durch den positiven Umgang mit den eigenen Gedanken und Gefühlen.

 

© Marion Monika Kaiser

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Kommentare
Los Lassen
Autor: Roland Grün am 2010-08-01 05:54:12

ist wohl für uns Menschen deswegen so schwierig, weil wir alles festhalten wollen - den tollen Partner, der uns nicht so toll findet

den tollen Job - da werden wir nur geschätzt, da alle der Meinung im Unternehmen sind, wir wären die Ideoten, die sich ausnützen lassen und das um eine Pappenstiel

an den Kindern, die schon eine eigene Familie haben und eigene Wege gehen wollen - aber nein wir räumen ihnen noch immer alle Steine aus dem Weg, bis sie endlich an der Mauer angelangt sind, die wir nicht abtragen können

den Augemblick des Glücks, weil der ja nie wieder kommt - laut Dr Faustus ist da ja gefährlich, denn dann gehört unsere Seele dem Mephisto

DARUM

einfach los lassen, den Partner, die Kinder, den Job, den Augenblick und was passiert dann

wir beginnen zu LEBEN

wünsche Euch eine schöne Zeit, verwöhnt Euch selbst, denn es gibt niemand, der Euch so gut verwöhnen kann und Eure Neigungen und Wünsche kennt, wie Ihr selbst

Roland Grün

  


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