Autor: Roland Grün am 23. Dez 2011 in einer Gesellschaft des Werteverlustes schafft es der Mammon alleine auch nicht, die Seelen glückllch und friedvoll zu stimmen, Armut steigt, Aggression der Jugend nimmt zu,
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"Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind..." so besingt ein Weihnachtslied die Geburt Jesus von Nazareth, angeblich in Bethlehem in einem Stall - ob das wirklich historisch alles so belegt ist, sind sich selbst die Evangelisten nicht einig. Es schreiben nur Lukas und Matthäus über diese Geschichte.
Interessanterweise war ja keiner der Evangelisten selbst dabei, ja selbst die Evangelien wurden von Leuten geschrieben, die bis auf Johannes Jesus nicht persönlich als Menschen gekannt haben - sie lebten ja viele Jahrzehnte später und trugen nur das zusammen, was die Ur-Christen überlieferten.
Das Datum des 25. Dezember, als das Datum des dritten Hochfestes der Christenheit neben Ostern und Pfingsten, wurde erst zu Beginn des 4. nachchristlichen Jahrhunderts als Weihnachtstag oder Christtag bestimmt.
"Weih-Nacht" = geweihte, heilige Nacht, der folgende Tag nach dem Heilligen Abend der 25. Dezember ist der Christtag - Christos = aus dem Griechischen der "Gesalbte" - die Tradition des jüdischen Volkes war es, den König bei Geburt zu salben, als Zeichen seiner edlen Geburt und als Zeichen: dieser Mensch ist der erste Mensch im Staat, der König.
So auch die Glaubensgeschichte: Jesus als direkter Nachfahre des Königsgeschlechtes von David von Bethlehem, dem weit hin geachteten biblischen König aus dem Alten Testament, der den Riesen Goliath, einen Philister, mit der Steinschleuder besiegt hat.
Als Nachfahre Davids mußte aufgrund der vom römischen Kaiser Augustus angeordneten Volkszählung jeder in die Geburtsstadt seines Geschlechtes und Stammes - das war bei Josef, dem Tischler aus Nazareth, die Stadt Bethlehem in Galiläa.
Unsere heutigen Bräuche sind jedoch bei weitem nicht so alt wie der Beginn des Neuen Testaments. Erst Martin Luther führte als Gegenpol zum Nikolaustag am 6. Dezember das Brauchtum des Schenkens ein - jeder sollte den Menschen, die er liebt und die ihm wichtig sind, beschenken. Der Weihnachtsbaum oder Christbaum kam erst im 16. Jahrhundert dazu. Ein Baum aus Nadelholz, der das ganze Jahre gleich blüht und gedeiht - ein Symbol der Fruchtbarkeit und Beständigkeit.
Die griechischen und russisch orthodoxen Kirchen jedoch feiern das Weihnachtsfest erst an Ephiphanie = Fest der Erscheinung des Herrn, das ist der 6. Jänner, also Dreikönig.
Was ist aus Weihnachten geworden?
Ein Hochfest für den Handel, viele Branchen haben mit Beginn der Adventszeit, Ad-vent = ad venire = Ankommen, der Herr kommt, die umsatzstärkste Zeit im Jahr und das nicht nur für Erzeuger und Händler von Christbaumschmuck oder Kerzen oder Dekorware, nein, vom Sportartikelhandel bis Textil, von Unterhaltungselektronik bis Automobilindustrie - alle freuen sich über Kauflust und das Christkind, das alle beschenkt.
Ist das der Sinn von Weihnachten?
Für mich als katholisch getauften Christen, der halt mit dem Bodenpersonal der römisch katholischen Kriche so seine Probleme hat, ist Weihnachten ein Fest der Besinnung, der inneren Einkehr, des Danksagens für ein Jahr, das mit Höhen und Tiefen, das hoffentllich ohne schwere Krankheit, das mit vielen Erlebnissen Spuren, Erinnerungen hinterlassen hat.
Ein Jahr, in dem Freunde, Verwandte und Angehörige verstorben sind, ein Jahr in dem meine Enkelkinder wieder größer und älter geworden sind, meine Familiemitglieder sich weiter entwickelt haben, meine Kinder immer mehr ihr eigenes Leben und eigene Wege gehen.
Klar freue ich mich auf den Heiligen Abend, wenn die Kinderaugen meiner Enkeln Leonie (4,5 jahre) und Felix (2 Jahre) leuchten und vor lauter Pakete sie nicht wissen, was sie als Erstes auspacken sollen - noch mehr Spielzeug. Die Kästen sind ja schon bis oben hin voll und quellen über, alle in der Großfamilie wollen den beiden was schenken, keiner will zurück stehen.
Die Schwiegermutter, die Taufpatin, der Taufpate, der Onkel, die Tante, die Urgroßeltern, alle wollen zeigen, dass es ihnen wirtschaftlich gut geht und übertreffen sich gegenseitig.
Ein Fest für die Familie: alle kommen zusammen, essen und trinken, reden wieder einmal im Jahr miteinander.
Im Zeitalter der Zunahme von Single Haushalten - der Trend geht immer weiter, angeblich sind schon mehr als ein Drittel aller Haushalte in der westlichen Industriegesellschaft Single-Haushalte - ist doch Hipp, nur an Weihnachten?
Die letzte Meldung in den Nachrichten war, dass in Österreich mehr als 500.000 Menschen, das sind mehr als 6% der österreichischen Bevölkerung, gelten nach den Richtlinien der Europäischen Union als arm, d.h. leben unter dem Existenzminium.
Auch das ist Weihnachten, aber von der Symbolik her passt es: Christus wurde in einer Futterkrippe in einem Stall bei Bethlehem als Kind armer Menschen geboren, Ochs und Esel sowie ein paar Hirten der Umgebung waren die Zeugen.
Nicht im Königspalast beim damaligen König Herodes, der aus Angst, da er laut jüdischer Tradition keine Legitamation für den Königsthron hatte, alle Neugeborenen Knaben umbringen ließ, aber nicht Jesus, der hatte sich mit seinen Eltern rechtzeitig nach Ägypten abgesetzt ...
Ein frohes und vor allem besinnliches Weihnachtsfest wünsche ich Ihnen allen, geschätzte Leser
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