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AFGHANISTAN – mit Fair Trade Teppichen einen Schritt aus der Krise

Knüpferinnen in Afghanistan Autor: Sana Brauner am 17. Feb 2012
Mindestens eine Million Afghanen sind direkt oder indirekt in der Teppichindustrie tätig. Anlässlich der Domotex 2012 kam Label STEP Ländervertreter Ismail Wameq aus Afghanistan nach Europa, um von den Strategien und den ersten Erfolgen dieser Form von Entwicklungszusammenarbeit zu berichten – aber auch von den Hindernissen und Problemen.

© Bild: Knüpferinnen in Afghanistan

Seit einem Jahr ist die Fair Trade Organisation Label STEP als erste Organisationen im Land für fairen Teppichhandel und gerechte Arbeitsbedingungen für die Knüpferinnen aktiv.
Handgefertigte Teppiche gehören zu Afghanistans wichtigsten Exportgütern, trotz lang anhaltender Phasen von politischer Instabilität, Krieg und Terror. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens eine Million Afghanen direkt oder indirekt in der Teppichindustrie tätig sind. Dabei gehören die afghanischen Teppiche zum qualitativ Besten, was der Markt zu bieten hat. Neben
traditionellen Orientteppichen gewannen in letzter Zeit auch zeitgenössische Designs internationale Auszeichnungen. Nicht zuletzt der Erfolg des afghanischen Pavillons an der Kunstbiennale von Venedig 2005 gab dem afghanischen Teppich einen Erfolgsschub.

Label STEP Ländervertreter Ismail WameqWie schwierig die Realität vor Ort tatsächlich ist, weiß Label STEP Ländervertreter Ismail Wameq nur zu gut: „Die Armut der Bevölkerung äussert sich in hohen Analphabetenraten - knapp 57 Prozent bei Männern, über 87 Prozent bei Frauen - und der Tatsache, dass ein Drittel der Menschen unterhalb der Armutsgrenze lebt. Die Arbeiter in der Teppichindustrie kennen oft ihre Grundrechte nicht und erhalten keine fairen Löhne. Vielen Familien fehlt es an Zugang zur Gesundheitsversorgung und zu Schulen – vor allem Mädchen erhalten oft keine Schulbildung.“

Empowerment für TeppicknüpferInnen

Mit der Durchführung und Auswertung der ersten umfassenden sozioökonomischen Feldstudie zum Teppichknüpfen in Afghanistan* hat Label STEP seine Arbeit vor sorgfältig vorbereitet. Basierend auf den so gewonnen Erkenntnissen und den Erfahrungen aus anderen Ländern sollen auch in Afghanistan die Knüpferinnen in erster Linie befähigt werden, ihre Situation aus eigener Kraft zu verbessern. Label STEP hilft ihnen, sich zu organisieren, auszutauschen und gemeinsam ihre Situation zu verbessern. Zum Team von Label STEP gehören auch eine Ärztin und eine Gemeindearbeiterin, die Wissen zu gesundem Arbeiten vermitteln und bereits über 1.000 Teppichknüpferinnen Arztbesuche ermöglicht haben.

Faire Löhne und Zugang zu Sozialleistungen

Neben der täglichen Arbeit in den Dörfern sucht Label STEP auch in Afghanistan den engen Kontakt zu lokalen Produzenten und Exporteuren und freut sich über deren große Bereitschaft zur Zusammenarbeit.
Auch der Kontakt zu Behörden und Regierung wurde bereits aufgenommen, um
dort die Interessen der Knüpferinnen zu vertreten. „Die obersten Ziele sind die Anhebung des Lohnniveaus, der Zugang der Knüpferinnen zu Sozialleistungen sowie die staatliche Förderung der Teppichbranche“, erklärt Reto Aschwanden, Commercial Director von Label STEP.

Label STEP ist zuversichtlich, dass das internationale Interesse an afghanischen Teppichen weiter zunehmen wird. Und dass der faire Handel dafür sorgt, dass auch die Knüpferinnen von dieser Entwicklung profitieren.
Handgefertigte und fair gehandelte Teppiche aus Afghanistan sind auch bei den Österreichischen Lizenzpartnern von Label STEP erhältlich, u.a. bei Adil Besim, Rahimi & Rahimi, Leiner / Kika und Orienthaus Reyhani in Graz.

www.label-step.org

Das Label STEP ErkennungslogoLabel STEP – fairer Handel mit handgefertigten Teppichen
Label STEP setzt sich seit über 15 Jahren für faire Bedingungen in Produktion und Handel von handgefertigten Teppichen ein. Nach Indien, Iran, Marokko, Nepal und Pakistan ist die Schweizer Organisation neuerdings auch in Afghanistan aktiv. Damit ist Label STEP die einzige Organisation, die in allen wichtigen Teppichherkunftsländern Verbindungsbüros unterhält.
Das Fair Trade-Label STEP zeichnet Teppichhändler aus, die sich zu sozialem Engagement gegenüber Teppicharbeiterinnen und -arbeitern verpflichten: für gute Arbeitsbedingungen und umweltfreundliche Herstellungsmethoden, für faire Einkaufspreise und gerechte Löhne, gegen missbräuchliche Kinderarbeit und für unabhängige Kontrollen der Produktion.
Diese Vorgaben des fairen Handels gelten nicht nur für einzelne handgefertigte Teppiche eines Label STEP-Lizenznehmers, sondern für sein gesamtes Sortiment an handgefertigten Teppichen. Die Lizenznehmer sind verpflichtet, Label STEP ihre gesamten Einkäufe und Lieferketten offenzulegen, Kontrollen zuzulassen und wenn nötig Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten.
www.label-step.org

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