Autor: Sana Brauner am 04. Jun 2011 Zur besten Dämmerstunde und als dramaturgisch passender Höhepunkt eines frühsommerlichen Grillabends ereignet sich am 15. Juni 2011 eine spektakuläre Mondfinsternis. Da der Mond den Schatten unseres Heimatplaneten fast genau in der Mitte durchläuft, kommt es zu einer außergewöhnlich langen und vollständigen Verfinsterung. © Bild: Photo by Fred Espenak/NASA's Goddard Space Flight Center |
Die Astronomen sprechen hier von Totalität und diese dauert am 15. Juni 101 Minuten! Das sind nur noch sieben Minuten weniger als die theoretisch mögliche Höchstdauer. Dabei verschwindet der Mond jedoch nicht gänzlich, sondern färbt sich dunkelrot.
Der Verlauf der Finsternis
Wenn der Mond an diesem Abend im Südosten aufgeht, hat die Bedeckung schon begonnen, allerdings befindet sich der Mond dann erst zu einem kleinen Teil im Kernschatten der Erde. Er ist zu diesem Zeitpunkt also teilweise verfinstert. Astronomen nennen dies die partielle Phase. Die Dauer der beobachtbaren Finsternis ist nicht für alle Orte in Österreich gleich. Die Mondaufgangszeiten sind nämlich unterschiedlich, abhängig von der geografischen Breite des Beobachtungsortes. Je weiter östlich sich ein Ort befindet, desto früher geht der Mond dort auf. Und je früher er aufgeht, desto mehr kann man von der Finsternis bereits in der partiellen Phase sehen. Die Bewohner Wiens sind in einer vergleichsweise vorteilhaften Position. Der Mond geht hier um 20.47 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit auf. Zu diesem Zeitpunkt ist er schon zu 40 Prozent verfinstert. Mit zunehmender Dunkelheit wird es dann richtig spannend: Der Mond steigt immer weiter über den Horizont und nimmt immer mehr die für eine Mondfinsternis charakteristische bräunlich-rote Färbung an.
Die Mondaufgangszeiten für weiter westlich und nördlich gelegene Städte sind entsprechend später. In Zürich beispielsweise geht der Erdtrabant um 21.15 Uhr auf
Die Finsternismitte erreichen wir um 22.12 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Das kosmische Schauspiel dürfte dann wunderschön am Südosthorizont zu betrachten sein.
Vorausgesetzt, dass keine Wolken den Himmel trüben, ist die zweite Hälfte der Mondfinsternis dann perfekt zu sehen. Dann ist es auch richtig dunkel. Gegen Ende der totalen Phase, um 23.03 Uhr, hellt der linke Mondrand wieder auf. Dann wechselt der Vollmond wieder langsam in den direkten Sonnenschein. Um 00.03 Uhr hat er die Kernzone wieder vollständig verlassen. Während der kommenden 20 Minuten kann man noch eine Art braunen Schleier ausmachen. Dann befindet sich der Mond noch im Bereich des Halbschattens der Erde. Um 00.23 Uhr ist es dann endgültig vorbei. Dann wird es auch Zeit, den Grill zu sichern, Gläser und Geschirr in die Küche zu räumen und langsam zu Bett zu gehen.
Die Zeiten für Mitteleuropa:
Eintritt in den Halbschatten: 19:24 h
Beginn der partiellen Finsternis: 20:22 h
Beginn der Totalität: 21:22 h
Höhepunkt der Finsternis: 22:12 h
Ende der Totalität: 23:02 h
Austritt aus dem Kernschatten: 16. Juni, 0:02 h
Austritt aus dem Halbschatten: 16. Juni, 1:00 h
Die nächsten totalen Mondfinsternisse über Wien:
10. Dezember 2011: totale Mondfinsternis, Aufgang mit Ende der Totalität, wir sehen nur das Ende der Finsternis
28. September 2015: totale Mondfinsternis, Untergang in Halbschattenphase, Totalität und partielle Phasen in vollem Verlauf zu sehen
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