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Warum macht so viele Menschen Essen krank? Teil 1

Foto: OPZ - Natur pur einfach lecker Autor: Petra Orina Zizenbacher am 07. Dez 2007
Wir leben in einer paradoxen Zeit.
Einerseits können wir jederzeit alles kaufen, zumindest in den meisten Städten Mitteleuropas und Amerikas, andererseits macht der Überfluss viele Menschen krank. In meiner nun12 jährigen Tätigkeit als Allgemeinmedizinerin, in der ich ausschließlich Naturheilkunde anwende, sehe ich diese Entwicklung mit Besorgnis und großem Interesse gleichzeitig.

Foto: OPZ - Feuer, als Wärme spendendes Zentrum

Foto: OPZ - Feuer als Symbol für warmen Herd, warme Mahlzeit

Das Zentrum der Familie, der Herd, kühlt aus

Das Zentrum der Familie, der Herd, kühlt aus.

Wir leben in einer Zeit in der sich einerseits die Großfamilien fast gänzlich aufgelöst haben, andererseits die so genannte Nesthocker- Generation Schwierigkeiten hat, Eigenständigkeit zu entwickeln. Mir scheint, ein Schlüsselproblem ist, dass immer mehr Frauen einer Berufstätigkeit nachgehen und das Zentrum der Familie, der Herd, auskühlt. Ich möchte nun nicht missverstanden werden. Erstens bin ich selbst weiblichen Geschlechts, habe selbst Familie und kenne das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach Berufstätigkeit und dem Bedürfnis den Herd warm zu halten.

Ein warmer Herd sellt eine Mahlzeit in Aussicht

Das Feuer ist in vielen Herden ausgegangen. Mir gefällt die Metapher sehr gut, zeigt sie doch auf vielen Ebenen, was das Herdfeuer bedeutet. Einerseits ist es notwendig immer wieder Holz oder anderes Brennmaterial nachzulegen, damit das Herdfeuer nicht ausgeht. Das setzt voraus, dass es jemanden gibt der Brennmaterial heranschafft und es jemanden gibt, der Zeit und Aufmerksamkeit im nötigen Maße aufbringt das Brennmaterial den Flammen zu überantworten.
Weiters bedeutet es, dass immer jemand da sein sollte, der das Herdfeuer hütet. Wenn nun das Herdfeuer warm ist, ist dies ein einladender Platz. Gerne schart man sich um das Herdfeuer, weil es warm ist und ein warmer Herd eine Mahlzeit in Aussicht stellt. Noch vor etlichen Jahrzehnten war die Küche der größte und zumeist auch der einzige Raum der beheizt wurde. Notgedrungen spielte sich das gesamte gesellschaftliche Leben in der Wohnküche ab. Dort wurde gekocht, gegessen, gehandarbeitet, gewerkt, musiziert, Aufgabe gemacht, diskutiert, gestritten, wieder versöhnt, gesessen, gegessen, empfangen, gelebt...

Küchen von heute haben Platz für Mikrowellenherd, Gefriertruhe und Geschirrspüler

In den letzten Jahrzehnten ist die Küche ein immer kleinerer Ort geworden. In vielen modernen Küchen ist nur mehr Platz für einen Mikrowellenherd, eine Gefriertruhe und einen Geschirrspühler. Für einen großen Tisch, der Familie und Gäste zum Verweilen einlädt, ist fast kein Platz. Familien existieren kaum mehr. Um Gäste zu empfangen hat man keine Zeit. Wenn man nun heranwachsende Jugendliche betrachtet, merkt man, dass sich etwas Wesentliches verändert hat. Viele von Ihnen, geschätzte Leser, haben es noch erlebt, dass eine Mutter, oder eine Großmutter oder vielleicht auch ein Großvater den symbolischen Herdplatz warm gehalten haben, d.h. für eine warme Mahlzeit gesorgt haben. Die anderen Räumlichkeiten brauchten gar nicht warm sein, man kann sich ja Socken anziehen oder eine Wärmeflasche mit ins Bett nehmen, aber beim Essen hatte und hat man es einfach gerne warm. Ist kein warmer Ess- und Kochplatz vorhanden, dann schwindet das Interesse zu gemeinsamen Aktivitäten.

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