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Silvester - Eine feurige Tradition

Autor: Norbert Diemert am 28. Dez 2009
Zu Feuerwerken rund um den Jahreswechsel gibt es verschiedene Ansichten. Es gibt sowohl Gegner, als auch Fans.
Es gibt mit Sicherheit sinnvollere Möglichkeiten sein Geld auszugeben, jedoch üben Feuerwerke schon seit jeher eine fast magische Faszination auf Menschen aus.
Die Einen fürchten die "Knallerei", die Anderen freuen sich das ganze Jahr darauf.
Hier ein kleiner Leitfaden für den sicheren Jahreswechsel und ein gedeihliches Miteinander.

Feuerwerk

Rakete

Feuerwerksbatterie / Cake Box

Knallkörper

Shell Set

Zu Feuerwerken rund um den Jahreswechsel gibt es verschiedene Ansichten. Es gibt sowohl Gegner, als auch Fans. Als geprüfter Pyrotechniker stehe ich diesem Thema wahrscheinlich nicht gänzlich unparteiisch gegenüber. Es gibt mit Sicherheit sinnvollere Möglichkeiten sein Geld auszugeben, jedoch üben Feuerwerke schon seit jeher eine fast magische Faszination auf Menschen aus. Wer nicht möchte muss sein Geld nicht "verfeuern", sollte aber dennoch den Feuerwerkern ihren Spaß gönnen. Auf der anderen Seite seien aber auch die "Zündler" dazu aufgerufen Rücksicht walten zu lassen. Leider passieren auch immer wieder Unfälle, welche die Pyrotechnik in schlechtes Licht rücken.

In diesem Artikel möchte ich einen kleinen Leitfaden erstellen wie man den Jahreswechsel vernünftig und trotzdem feierlich und vor allem sicher begehen kann.

Der Einkauf:
Je näher der Jahreswechsel rückt, desto schneller schießen die Verkaufsstände für Raketen und Knaller aus dem Boden. Grundsätzlich ist es ratsam pyrotechnische Artikel im einschlägigen Fachhandel zu erwerben, der meist ganzjährigen Verkauf bietet. Diese Händler sind ausgebildete Pyrotechniker, wissen über die Produkte besser Bescheid und können gezielt Ratschläge erteilen. Von Vorteil ist auch ein möglichst frühzeitiger Einkauf. Da zu dieser Zeit noch wenig los ist, haben die Verkäufer mehr Zeit auf die individuellen Wünsche und Fragen einzugehen. Oft sind die Preise während des Jahres auch günstiger.

Feuerwerkskörper selbst zu basteln oder zu selbst zu importieren ist ein gefährlicher Unfug!!
Abgesehen davon, dass Eigenimport verboten ist, bieten billige Produkte aus dem Ausland oft weniger Effekt als hier erhältliche, sind sie meist nicht qualitätsgeprüft und entsprechen somit auch nicht den heimischen Standards. Darum dürfen sie bei uns auch nicht verkauft werden.

Das Material:
Grundsätzlich sollte man der Qualität Vorrang vor Quantität geben. Lieber wenige große (und natürlich auch teurere) Effekte, als viele kleine. Jedoch darf man sich nicht von der Aufmachung der Verpackung beeinflussen lassen. Die Größe und Buntheit der Produkte sagt nichts über die Füllmenge aus. Oft sind qualitativ hochwertige Produkte ganz unscheinbar.

Knaller sind ein teurer und gefährlicher Spaß. Mit ihnen passieren die meisten Unfälle.

Ich persönlich rate zu sogenannten Cake Boxen. Das sind Batterien von Röhrchen aus denen - einmal angezündet - eine ganze Reihe von Effekten verschossen wird, die bei den teureren Varianten sogar einer Choreographie folgen. Die Dauer beträgt typischer Weise zwischen 30 und 90 Sekunden.
Die Verschmutzung, die durch so eine Box entsteht viel geringer, als bei Raketen.

Eine weitere Empfehlung sind sogenannte Shell-Sets. Das sind einzelne Rohre mit etwas 40-50 mm Durchmesser, aus denen passende Kugeln (Bomben / Shells) verschossen werden. Von Vorteil ist der - im Vergleich zu Raketen - fehlende Leitstab. Da sich die aus Karton bestehende Shell in der Luft zerlegt und auch kein Leitstab zur Erde herunter fällt, verringert das die Verschmutzung und auf die Verletzungsgefahr.
Wenn eine Rakete nicht aufsteigt, sondern auf dem Boden explodiert, dann kann dies erhebliche Verletzungen verursachen. Sollte eine Shell nicht aufsteigen und im Rohr explodieren, so ist zwar das Rohr kaputt, aber die Umgebung übersteht dies relativ unbeschadet.

Wenn man trotzdem Raketen verschießen möchte, sollte man sie keinesfalls in die Erde oder in den Schnee stecken. Es besteht die Gefahr, dass sie steckenbleiben und auf der Erde explodieren. Auch beim Verschießen aus Flaschen muß man vorsichtig sein. Befindet sich noch Flüssigkeit darin kann der Leitstab anfrieren und die Rakete detoniert ebenfalls am Boden.

Zeit und Ort:
Wie bereits eingangs erwähnt, ist ein wenig Rücksicht das A und O eines gemeinschaftlichen Zusammenlebens. Aus diesem Grund sollte sich das Abfeuern von lautstarken Knallern und Raketen auf die Silvesternacht selbst beschränken. Dass es bereits eine Woche davor und danach überall kracht ist eine Unsitte, die immer weiter Fuß fasst. Tiere und alte Menschen erschrecken leicht und leiden wärend dieser lauten Zeit.

 
Auch sollte vermieden werden in der Nähe von Krankenhäusern und Pflegeheimen allzu intensiv zu "feuern". Dies ist zwar ohnehin verboten, doch wird dies zum Jahreswechseln nicht immer ernsthaft kontrolliert.

Reichlich Abstand zu Personen, Gebäuden, Fahrzeugen und anderen Dingen einzuhalten, ist ein wesentlicher Sicherheitsfaktor. Dieser sollte zumindest 30 Meter betragen.

Jedenfalls muss vor dem Einsatz von Feuerwerkskörpern die beiligende Gebrauchsanweisung gelesen werden und befolgt werden!

All diese Ratschläge klingen selbstverständlich, werden jedoch meist bei ausgelassener Stimmung und nach reichlichem Alkohol-Konsum verdrängt. Also ist der letzte Tip auch gleichzeitig  der wichtigste: Hände weg von Alkohol  bevor man zu pyrotechnischen Gegenständen greift!

Bei Fragen hilft der Fachhandel gerne weiter.

 

Bleibt mir noch Allen einen guten und sicheren Rutsch und viel Erfolg im neuen Jahr zu wünschen!

 

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