Unsere Erde wird zum PLASTIC PLANET - Teil 1




Plastik ist praktisch UND Plastik ist gefährlich
Anläßlich des Kinostarts des Dokumentarfilmes von Werner Boote "Plastic Planet" stellt Ihnen IhrEinkauf online in einer Artikelreihe eine Fülle von interessanten Informationen zu "Plastik" zur Verfügung.
Was ist „Plastik“?
Plastik ist der umgangsprachliche Ausdruck für Kunststoffe aller Art. Das Wort „Plastik“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich die geformte/formende Kunst. Als Kunststoff wird ein Festkörper bezeichnet, der synthetisch oder halbsynthetisch (aus Naturprodukten) erzeugt wurde. Chemisch gesehen sind Kunststoffe organische Stoffe. Alle Kunststoffe enthalten das Element Kohlenstoff. Weitere Bestandteile sind unter anderem die Elemente Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff sowie Schwefel. Hinzu kommen diverse Additive (Weichmacher, Stabilisatoren, Farbmittel, Füllstoffe, Verstärkungsmittel, Flammschutzmittel, Antistatikmittel...), die im Verarbeitungsprozess beigemischt werden, um die Eigenschaft des Materials an den jeweiligen Verwendungszweck anzupassen.
Einige Zahlen
Weltweit werden im Jahr fast 240 Millionen Tonnen Kunststoffe aus rund „nur“ 4 Prozent der weltweiten Erdölproduktion hergestellt. „In Europa werden heute etwa 60 Millionen Tonnen Plastik produziert. das sind etwa 25% der globalen Zahlen.“ (John Taylor, Präsident von Plastics Europe, Zitat aus „Plastic Planet“)
Die Kunststoffindustrie macht 800 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Allein in Europa verdienen mehr als eine Million Menschen ihr tägliches Brot in der Plastikindustrie. Jeder Industriezweig ist heute auf Kunststoff angewiesen. (zitiert aus „Plastic Planet“)
Wie wird „Plastik“ hergestellt?
Kunststoff kann man durch chemische Umwandlung aus Naturprodukten oder durch Synthese von kleineren Molekülen zu Molekülketten herstellen.
Beispiele für umgewandelte Naturprodukte sind unter anderem Gummi, der aus dem Saft der Gummibäume (Kautschuk) erzeugt wird, und Fasern, die aus Cellulose gewonnen werden. Der erste Kunststoff, das Kasein, wurde bereits im 16. Jahrhundert aus Milcheiweiß hergestellt, es wurden Gefäße und Schmuckstücke, zum Teil auch koloriert, daraus gefertigt.
Heutzutage werden Kunststoffe größtenteils synthetisch hergestellt. Die Ausgangsprodukte werden aus Erdöl, Kohle und Erdgas gewonnen. Etwa 4 Prozent der aus den Raffinerien kommenden Erdölprodukte werden in der Kunststoffindustrie verbraucht. Das für die Kunststofferzeugung am häufigsten verwendete Ausgangsprodukt ist Rohbenzin (Naphta).
In einem thermischen Spaltprozess, der Cracken genannt wird, wird das entstandene Benzin in Ethylen (Ethen), Propylen (Propen), Butylen (Buten) und andere Kohlenwasserstoffverbindungen auseinander "gebrochen" und umgebaut.
Durch chemischen Reaktionen (Polymerisation, Polykondensation, Polyaddition,...) ordnen sich kleine Molekühle zu großen netz- oder kettenförmigen Molekülen (Polymere). In weiteren Arbeitsschritten werden daraus Tausende verschiedene Plastik-Pellets, aus denen dann, versehen mit diversen Additiven, all unsere bunten und praktischen Plastikprodukte erzeugt werden.
Die gebräuchlichsten Kunststoffe und ihre Anwendung
90 Prozent der weltweite produzierten Kunststoffe, jährlich etwa 150 Millionen Tonnen, sind in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit:
- Polyethylen (PE)
(z.B. Getränkekästen, Fässer, Schüsseln, oder „Plastiksackerln“, Folien,...)
- Polypropylen (PP)
(z.B. „Plastiksackerln“, Lebensmittelverpackungen, medizinische Geräte, Sitzbezüge,...)
- Polyvinylchlorid (PVC)
(z.B. Abflussrohre, Fensterprofile,...), Weich-PVC (z.B.: Bodenbeläge, Dichtungen, Schläuche, Kunstleder, Tapeten, Dachbahnen, LKW-Planen, Kleidung, Babyartikel, Kinderspielzeug...)
- Polystyrol (PS)
(z.B. Styropor, Isolierung elektrischer Kabel, Gehäuse, Schalter, Verpackungen, Verpackungsfolien, Joghurtbecher,...)
- Polyurethan (PU)
(z.B. Textilfaser Elastan, Polyurethanschaumstoffe wie Matratzen, Autositze, Sitzmöbel, Küchenschwämme, Dämmstoffe,...)
- Polyethylenterephthalat
C-PET
(z.B. Teile von Haushalts- und Küchengeräte, Computer, Maschinenbauteile (Zahnräder, Lager, Schrauben, Federn, ...), Sicherheitsgurte, LKW-Abdeckplanen, medizinische Implantate wie beispielsweise Gefäßprotesen,...)
PET
(z.B. Getränkeflaschen, Verpackungen für Lebensmittel und Kosmetika,...)
- Polycarbonat (PC)
(z.B. hitzbeständige Trinkgefäße wie Babyflaschen, mikrowellengeeignetes Geschirr, ...)
Details dazu im Teil 2 des Artikels "Unsere Erde ist ein "PlasticPlanet"
Und nach der Verwendung haben wir MÜLL
Die Menge an Kunststoff, die wir seit Beginn des Plastikzeitalters produziert haben, reicht bereits aus, um unseren gesamten Erdball sechs Mal mit Plastikfolien einzupacken. (Zitat aus „Plastic Planet“)
Die drei größten Einsatzgebiete für Kunststoffe und „Müllproduzenten“ sind:
- Verpackungen (33 Prozent)
- Bauwesen (25 Prozent),
- Elektronik, Elektrotechnik (25 Prozent)
Nur geringe Mengen der Kunststoffabfälle werden recycelt.
Von den jährlich erzeugten 14 Millionen Tonnen Styropor wird nur ein Prozent recycelt.
Daten aus Österreich:
In Österreich kommen pro Jahr mehr als eine Million Tonnen Kunststoff zum Einsatz
- 2006 erfasst das ARA System in Österreich rund 147.000 Tonnen Kunststoffverpackungen. Etwa 10.000 Tonnen Plastik landen zum Beispiel alleine in der Stadt Salzburg jährlich im Restmüll.
- Der Mehrweganteil (inklusive Gastronomie) hat sich bei Mineralwasserflaschen in den Jahren 1994 bis 2007 von 96 % auf 24,3 % verringert.
- Die Gesamt-Mehrwegquote bei Getränkeverpackungen ist von rund 60% (1997) auf rund 40% (2007) gesunken. Beim privaten Konsum liegt die Mehrwegquote auf nur mehr 24 %.(Quelle: APA.OTS MA 22 präsentiert Studie zu Mehrwegmodellen, 15.6.2009)
Plastikmüll im Meer: Daten, Fakten, wenig Hoffnung
80 Prozent des Kunststoffmülls, die UNO spricht von insgesamt weltweit jährlich rund 6 Millionen Tonnen, gelangen über Flüsse in die Ozeane. Die Meeresschutzorganisation Oceana schätzt, dass weltweit jede Stunde rund 675 Tonnen Müll direkt ins Meer geworfen werden, die Hälfte davon ist aus Plastik.
Laut einer Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) treiben bis zu 18.000 Plastikteile in jedem Quadratkilometer der Weltozeane.
Plastik statt Plankton = tödlich
267 verschiedene Tierarten fallen weitweit nachweislich dem Müll im Meer zum Opfer – darunter Schildkröten, Robben, Fische und Krebse. Jährlich verenden etwa 100.000 Meeressäuger qualvoll durch den Müll, jedes Jahr sterben über eine Million Seevögel, wie zum Beispiel Albatrosse, die die Plastikteile irrtümlich als Nahrung zu sich nehmen und damit ihre Küken füttern..
Kunststoff im Sand
An jedem Strand der Weltmeere ist Plastik zu finden, diverser Kunststoffmüll und Pellets. Plastik baut sich nicht ab, wie natürliche Rohstoffe. Unter Einwirkung von Sonnenlicht, Wellenbewegung und Abrieb zerfallen Plastikstücke in immer kleinere Partikel. Der Sand besteht bereits zu einem gewissen Prozentsatz aus Kunststoff.
Müllwirbel
Östlich von Hawaii hat sich in der im Uhrzeigersinn drehenden Meeresströmung des Pazifiks ein gigantischer Müllwirbel gebildet, in dessen Zentrum drei Millionen Tonnen Plastikmüll rotieren. Er wächst seit 60 Jahren unbeachtet und ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern doppelt so groß wie der US-Bundesstaat Texas. Unter Einwirkung von Sonne, Gezeiten, Wind und Wellen wird der Plastikmüll bis zu winzigen Partikeln zerrieben. In mehreren weiteren Wirbeln im Südpazifik, im Atlantik und im Indischen Ozean fahren ebenfalls Abfälle Karussell, wenngleich in etwas geringeren Mengen.
weitere Details dazu im Teil 3 des Artikels "Unsere Erde ist ein "PlasticPlanet"
Der Zusammenhang zwischen Kunststoffeinsatz und Gesundheit wird im Teil 4 des Artikels "Unsere Erde ist ein "PlasticPlanet" beleuchtet
Quelle: www.plastic-planet.at
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben