Autor: Sana Brauner am 05. Nov 2010 Neuseelands landschaftliche Vielfalt bietet jedem Reiseliebhaber Ruhe und Abwechslung, Einsamkeit und Nähe, Urlaub und Abenteuer. Das Land am anderen Ende der Welt ist ein Kaleidoskop geographischer Gegensätze wie sie andernfalls nur völlig verstreut auf den Kontinenten dieser Erde zu finden sind.
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Nach einem 28 Stunden Flug (von Europa) landet man in Christchurch, der zweitgrößten Stadt des Landes. Mit ihren neogotischen Bauten, schönen Parkanlagen und den Punters am Fluss gilt sie auch als die britischste Stadt Neuseelands. Zum ankommen eine sehr angenehme, entspannte Stadt und durch die vielen Einfamilienhäuser sehr weitläufig.
Südlich von Christchurch liegt die Kleinstadt Oamaru. Hier gibt es eine kleine Gruppe von Menschen, die sich entschlossen haben wie vor 100 Jahren zu Leben. Mikel O´Brian ist Buchbinder und zwar einer der Besten der Welt. Aber es gibt auch nicht mehr so viele seiner Zunft meint er Augenzwinkernd. Er arbeitet traditionell mit alten Werkzeugen und Maschinen. Wie seine schottischen Vorfahren trägt er einen Kilt und liebt schottischen Whisky. Der Bäcker Vinbrüx, mit deutschen Vorfahren, bäckt richtiges Brot, wie wir es gewohnt sind und kein weiches, weißes Toastbrot, wie es von den Neuseeländern so geliebt wird.
Keine zwei Stunden entfernt liegen die Neuseeländischen Alpen. Mit einer Million Jahre sind sie geographisch noch sehr jung und wachsen noch 1 bis 2 cm im Jahr da unterhalb der Südinsel die Indisch-Australische Platte und die Pazifische Platte aufeinander stoßen. Der Aoraki, der Wolkendurchbrecher ragt über den Lake Pukaki. Mit 3755 Meter ist er der höchste Berg Neuseelands. 1991 brach eine Eislawine von seinem Gipfel und nahm ihm 9 Meter vom Gipfel. Das Hooker Valley lädt zu einer einfachen, aber wunderschöner Wanderung zum Gletschersee am Fuße des Aoraki. Hier ist das Reich des Kea, den berühmt berüchtigten Bergpapagei allerdings nicht. Sie leben in den Bergwäldern und zur Unterhaltung kommen sie runter in die Ansiedlungen der Menschen, wo sie mit ihrem scharfen Schnabel die Gummidichtungen und Scheibenwischer der Autos zerhacken.
Zwischen dem kleinen Farmerstädtchen Balclutha und der südlichsten Stadt Neuseelands Invercargill liegen die Catlins in ihrer schroffen Schönheit. Die zerklüftete Küste fällt plötzlich zum Pazifik ab, dazwischen traumhafte Buchten und im Hinterland märchenhafte Wälder mit unzähligen Wasserfällen. Es ist der Landstrich mit der geringsten Bevölkerungsdichte aber wahrscheinlich der mit den meisten Charakteren, wie Blair Summerville. Mit seinem Wohnmobil kam er vor 12 Jahren in die Gegend auf der Suche nach den Besten Wellen. Er ist leidenschaftlicher Surfer. Um sich seinen Unterhalt zu verdienen kreiert er kleine bewegliche Figuren aus Draht, die er auch in Galerien in den großen neuseeländischen Städten verkauft hat. Die Nachfrage ist aber zu groß geworden und so verkauft er die Figuren nur mehr in seinem Wohnmobil, daß er als Kuriositätenkabinett und Werkstatt umgestaltet hat. Eine kleine Eisenbahn dampft durchs Wohnmobil, Steine und Muscheln geben Geräusche von sich und ein Hai aus Draht verschlingt einen Schwimmer auf Knopfdruck. Mittlerweile hat er auch eine Baugenehmigung für eine kleine Galerie hinter seinem Wohnmobil bekommen, für die er Jahrelang gekämpft hat. Auch am Ende der Welt muss alles seine Ordnung haben.
Der Fjordland National Park im Südwesten des Landes ist der größte National Park Neuseelands und UNESCO Weltnaturerbe. Die Gletscher der letzten Eiszeiten hobelten riesige Täler aus, die dann nach der letzten Eiszeit vor 15000 Jahren, als der Meeresspiegel wieder stieg, überflutet wurden und formten eine der spektakulärsten Landschaften, Neuseelands mit tief eingeschnittenen Fjorden, hohen Wasserfälle und schneebedeckten Bergen mit Gletschern. Die Schönheit der Landschaft ist nicht immer einfach zu erkennen. Mit über 8000mm Niederschlag im Jahr gehört diese Region zu den regenreichsten der Erde. Und wenn es nicht regnet quälen den Besucher die lästigen Sandflies, kleine Fliegen, kaum größer als ein Nadelkopf. Der Biß selbst ist kaum spürbar, aber am nächsten Tag beginnt er tierisch zu jucken.
Der Highway 6 entlang der Westküste der Südinsel, ist eine der Traumrouten dieser Welt und eines der Highlights jeder Neuseelandreise. Er führt entlang des schmalen Landstreifens zwischen der wilden Küste der Tasmansee und den Neuseeländischen Alpen, durch Regenwälder und Sumpfland. Der Westland Nationalpark schützt die Beiden Gletscher den Fox Glacier und den Franz Josef Glacier. Er wurde vom deutschen Naturforscher Julius von Haast nach dem damaligen Kaiser benannt. Von den Alpen bis hinunter in den Regenwald reichen die Gletscher. Bizarre Felsformationen, wie die Pancake Rocks im Paparoa Nationalpark sind einer der spektakulärsten Küstenabschnitten an der Westküste.
Im Oparara Basin des Kahurangi Nationalparks erwartet den Besucher eine bizarre Karstlandschaft mit natürlichen Brücken, unzähligen Höhlen, ein märchenhafter Regenwald mit riesigen Baumfarnen und durchs Tanin der Bäume rot gefärbte Flüsse.
Da unterhalb der Nordinsel Neuseelands sich die Pazifische Platte unter die Indisch-Australische Platte schiebt wird die Landschaft vom Vulkanismus und geothermischen Aktivitäten geprägt.
Die ersten Maoris kamen mit ihren großen Kanus vor ungefähr 1000 Jahren auf die Nordinsel von Neuseeland. Sie lebten als nomadisierende Jäger. Aus Mangel an großen Säugetieren jagten sie vor allem den großen flugunfähigen Moa, doppelt so groß wie der Afrikanische Strauß. Sie aßen sein Fleisch und aus den Federn machten sie Umhänge. 400 Jahre später war der Moa fast ausgestorben. Die Maori wurden sesshaft, betrieben Landwirtschaft und bauten ihre Dörfer zu richtigen Festungen aus.
Ein bisschen von der Kultur der Maori kann man rund um Rotorua mitbekommen. In etlichen, sehr kommerziellen cultural villages wird getanzt und gesungen und dann zum Haangi, dem traditionellen Essen aus dem Erdofen geladen.
Rotorua bedeutet in der Sprache der Maori so viel wie übel riechender Ort und ist eine ziemlich treffende Beschreibung. Trotz des Geruchs nach faulen Eiern ist Rotorua, am Lake Rotorua gelegen, die Touristische Hauptstadt der Nordinsel.
Im Stadtgebiet von Rotorua, treten nicht weniger als 500 Heißwasserquellen
zutage, von denen sieben sogar als Geysire springen. Der Lady Know Geysir ist allerdings etwas faul und da man den Touristen etwas bieten möchte wird ein bisschen nachgeholfen. Jeden Morgen trifft man sich, ein Guide kommt, erklärt wie ein Geysir funktioniert und schüttet dann Seifenpulver hinein. Mit dem Seifenpulver wird die Oberflächenspannung des unter Druck stehenden Wassers zerstört und nach kurzer Zeit fängts an zu zischen bis eine 20 Meter hohe Fontäne aus dem Geysir herausspritzt.
Auch in der Hawkes Bay ist die Reibung der Kontinentalplatten immer wieder spürbar. Im Jahre 1931 erschütterte ein gewaltiges Erdbeben Napier, die Hauptstadt der Region und das darauffolgende Feuer zerstörte die Stadt vollends. Alles was blieb ist eine Häuserreihe von Holzhäusern an der Marine Parade. 5 Jahre später war die Stadt im damaligen Art Deco Stil wiederaufgebaut.
Seit 1989 veranstaltet die Stadt nun alljährlich das Artdéco-Festival im Februar. Verkleidungswillige Nostalgiker aus dem ganzen Land flanieren dann in Kleidern und Accessoires der Goldenen Zwanziger. Höhepunkt des Spektakels ist für viele der prachtvolle Korso der auf Hochglanz polierten Oldtimer. Obwohl kein Auto nach dem Baujahr 1951 zugelassen wird, rollen nie weniger als 150 der edelsten bis kuriosesten Karossen aus den Garagen, Schuppen und Scheunen des ganzen Landes durch die Stadt.
Infos zur Live-Reportage
Termin: Fr., 12.11.2010,
Zeit: 20:00 Uhr,
Ort: Audi Max der Uni Wien, Dr. Karl Lueger Ring 1, 1010 Wien
Ermäßigter Kartenvorverkauf unter www.ticketonline.com, bei allen Bank Austria Filialen, Portier der Uni Wien, Reservierung unter bolch@oliver-bolch.at. Restkarten an der Abendkassa € 13,-.
Alle Fotos von Oliver Bolch
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Zur Person Oliver Bolch
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