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Indigokinder (Teil 2) - Gibt es wirklich Indigos in unseren Schulen?

Indigokinder lassen sich keine Schuldgefühle anerziehen und verlangen deutlich u Autor: Cäcilia Brodesser am 17. Feb 2010
Ich unterrichtete seit mehr als 25 Jahren an Wiener Volks-, Haupt- und Sonderschulen und stellte seit etwa 10 - 12 Jahren eine Entwicklung fest, die mir bis vor kurzem nicht wirklich verständlich war. Dass sich in einer verändernden Gesellschaft auch deren Kinder in ihrem Verhalten ändern, hat mir durchaus eingeleuchtet.

... die mir bis vor kurzem nicht wirklich verständlich war. Dass sich in einer verändernden Gesellschaft auch deren Kinder in ihrem Verhalten ändern, hat mir durchaus eingeleuchtet. Dass aber weder die Maßnahmen der Schulbehörden noch die Eigeninitiative unzähliger Lehrer einen nachhaltigen Erfolg beim Umgang mit „schwierigen“ Kindern zeitigten, blieb mir lange unverständlich.

Was ist nicht alles versucht worden!

Offenes Lernen, Rudolf Steiner – Schulen, Freinetpädagogik, Projektunterricht usw.  Ich selbst habe eine Montessori – Ausbildung absolviert und gedacht, mit den Methoden Maria Montessoris den Bedürfnissen der Kinder – und Eltern – besser gerecht werden zu können. Nach anfänglichen Verbesserungen mussten ganze Lehrergenerationen erkennen, dass sich ein dauerhafter Erfolg nicht und nicht einstellen wollte. Wir führten das darauf zurück, dass sich der gesellschaftliche Wandel mit seinen technologischen Randbedingungen wie Fernsehen, Computerspiele, PC, Handy usw. viel rascher vollzog, als die Erziehungs- und Unterrichtsmethoden angepasst werden konnten. Diese Erfahrungen haben tausende Lehrer gemacht und oft hat die Frustration dieser Erkenntnis zur Resignation geführt. Viele sind wieder zum Frontalunterricht zurückgekehrt, Montessoripädagogik lässt sich sowieso im Regelschulwesen nicht wirklich umsetzen und der Elan ehemals engagierter Lehrer erlahmte zusehends. Die Kinder landen wieder in der Sonderschule, beim Psychiater und bei Medikamenten.

Grundlegende Fehler im Umgang mit unseren Kindern

Irgendwie hat sich bei mir das Gefühl immer mehr gesteigert, dass wir einen grundlegenden Fehler im Umgang mit unseren Kindern machen – nicht nur mit den „schwierigen“. Und dass die Lösung eine recht einfache sein würde. Natürlich konnte ich die Lösung ebenso wenig finden wie alle anderen und glaubte auch, mit immer komplizierteren Methoden und immer aufwendigeren Materialien in den Unterricht gehen zu müssen. Es fiel mir aber auf, dass ich im Lauf der Jahre in meinen Klassen immer mehr Kinder hatte, die „anders“ waren als die bisherigen Kinder. Manche waren schon mit sechs Jahren ausgeprägte Persönlichkeiten, andere waren kleine Revolutionäre, wieder andere waren technische Genies oder tiefsinnige Philosophen. Am faszinierendsten war es für mich jedoch, wenn bei verschlossenen, unwilligen, ja aggressiven Kindern durch Zuwendung und Liebe unglaubliche Potenziale und Fähigkeiten freigelegt werden konnten. So richtig erklären konnte ich mir diese Phänomene nicht! War es doch die Montessori – Pädagogik, war es meine Persönlichkeit, war es eine ganz natürliche Entwicklung, die Kinder mit einer ganz schlechten Entwicklungsprognose zum Erblühen brachte? Erst als mir vor einigen Jahren das Buch „Die Indigo Kinder“ von Lee Carroll und Jan Tober durch meinen Mann geschenkt wurde, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: das waren alles Indigo-Kinder gewesen!

Indigos sind, wie sie sind

Unbewusst hatte ich im Umgang mit „schwierigen“ Kindern eine Verhaltensweise entwickelt, die offenbar genau richtig ist für die Behandlung von Indigos. Wenn man akzeptiert, dass Indigos sind, wie sie sind, und wenn man bereit ist, sein eigenes Verhalten etwas anzupassen, dann ist der Umgang mit ihnen gar nicht mehr so schwierig. Am wichtigsten ist liebevolle Zuwendung und ungeteilte Aufmerksamkeit. Indigos bringen oft von Geburt an altes Wissen und tiefe Weisheit in unser Leben und wollen so respektvoll wie Erwachsene behandelt werden. Manche sind uns bereits im Vorschulalter in der emotionalen und spirituellen Entwicklung weit voraus und vertragen daher keinerlei autoritäres Gehabe. Da sie sich - zu Recht – oft unverstanden fühlen, brauchen sie besonders viel Zuwendung und Anerkennung.

Differenziertes Verhalten wird gefordert

Das alles ist nicht ganz so einfach, wie es klingt und wird noch etwas schwieriger, weil man ja in einer Klasse und oft auch in einer Familie sowohl Indigo- als auch herkömmliche Kinder hat. Da sind die Erziehungsberechtigten und Pädagogen besonders gefordert, weil sie ihr Verhalten differenzieren müssen. Eine Erziehungsmaßnahme oder eine Unterrichtsmethode, die bisher für herkömmliche Kinder durchaus angebracht und erfolgreich war, kann bei Indigos völlig ins Leere gehen, ja sogar kontraproduktiv wirken. In zwei, drei Generationen wird das Problem der differenzierten Behandlung von Indigo- und Nicht-Indigo-Kindern verschwunden sein, weil es dann wahrscheinlich nur mehr „Neue Kinder“ geben wird, aber bis dahin müssen wir damit fertig werden. Und es gibt bereits mehr Indigos, als man vermuten würde. In jeder Familie kennt man so ein „besonderes“ Kind und in den meisten Schulklassen sitzen mindestens vier oder fünf! Es ist also höchste Zeit, dass wir uns auf diese „neuen Menschen“ einstellen und ihnen helfen, ihre Begabungen und Fähigkeiten bestmöglich zu entfalten – zu ihrem und unserem Nutzen.
 

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