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Erlebnisse - Energietankstellen für Körper und Geist

Baumklettern Autor: Melanie Bichler am 20. Aug 2009
Das kennst Du doch bestimmt auch:
Du erzählst von einem Erlebnis, bei dessen Erzählung Du wieder diese Glücksgefühle empfindest, als hättest Du es erst gestern erlebt! Vielleicht steigen Dir beim erzählen sogar Freudentränen in die Augen. Das ist etwas, wovon keiner von uns genug haben kann. Erlebnisse, die sich zu Energietankstellen in unserem System, in unserem Körper und unserem Geist abspeichern. Für mich waren es meist Situationen in denen ich einmal nicht das gemacht habe, was andere tun, in denen ich gesagt habe, diese Grenze überschreite ich nun!

Übernachtung in den Bäumen

Ich möchte Euch nur ein kleines Beispiel geben:

Nacht in einer Baumkrone
Vor drei Jahren wurde ich eingeladen eine Nacht in einer Baumkrone zu verbringen.
Wir fuhren in den Wald und suchten uns eine schöne Rotbuche. Diese war ca. 30-35 Meter hoch. Wir installierten die Seile zu unserer Sicherung und kurz vor dem Aufstieg fühlte ich, dass wir wirklich eingeladen wurden, den Baum, seine Aura und sein Wesen kennen zu lernen. Beim Aufstieg nahm ich sehr bewusst die Rinde wahr, die im Unterschied zu manch anderen Bäumen ja sehr zart ist. Ich merkte, dass ich sehr vorsichtig aufgestiegen bin, um die Rinde nicht zu verletzen.
 

Leichtigkeit, Grenzenlosigkeit, Zeitlosigkeit
Oben angekommen, installierten wir noch ein paar Seile und zogen die Liegen nach oben. Nachdem alles installiert war, ließen wir uns in unseren Liegen nieder und in diesem Moment stellte sich bei mir ein Gefühl ein, das ich schon lange nicht mehr erfahren habe. Eine Leichtigkeit, eine Grenzenlosigkeit und eine Zeitlosigkeit! Der Alltag war wie weggeblasen. In diesem Moment wurde mir erst einmal die Relation des Baumes bewusst. Ich selbst nahm die Spaziergänger wie Ameisen wahr. Und mir wurde bewusst, das diese Bäume schon viel mehr gesehen und erlebt haben, als das wir es in einem Menschenleben schaffen würden. Ich empfand als freute sich der Baum, dass man ihm Aufmerksamkeit schenkte, dass man wieder mit ihm in Kontakt getreten ist und er bot uns ein unglaubliches Lichtspiel mit seinen Blättern. Getragen von starken Schultern mit großen Wurzeln, dem Himmel so nah! Es gab keine störenden Geräusche, oder ich nahm sie einfach nicht wahr.
 

Anderer Blickwinkel
Ein anderer Blickwinkel auf das, was wir doch alltäglich um uns herum haben.
Leider konnten wir unser Vorhaben, die Nacht dort zu verbringen, nicht realisieren. Nach 4 Stunden kam der liebe Herr Förster und hat uns mit den Worten: „Das könnt ihr doch nicht machen!!!“ aufgefordert herunter zu steigen und abzubauen.
Unten angekommen, fragte er, wie wir denn dort hochgekommen sind. Letztendlich doch interessiert und mit einem Lächeln im Gesicht wiederholte er die erste Aussage: Aber das könnt ihr doch nicht machen!
 
Wir haben es aber gemacht und sind nun um eine wunderbare Erfahrung reicher!
 

Energietankstelle Erlebnis 
Warum ich Euch dies erzähle? Es ist eins von vielen Erlebnissen, die sich in meinem Körper und Geist als Energietankstelle gespeichert haben. Noch heute kommt das Gefühl hoch, wenn ich davon erzähle und erinnere mich gerne wieder an den Kontakt mit dem Wesen Baum!
 
Oft ist es ein Erlebnis, was nur uns gehört. Es ist ein kleiner Schatz den wir in uns tragen!
In meiner Arbeit möchte ich meinen Teilnehmern das Gleiche ermöglichen, Natur zu erleben wie wir es meist schon vergessen haben, bzw. Grenzen zu überschreiten die uns ein Stück er-leben entziehen. Durch solche Erfahrungen habe ich wieder gelernt zu Vertrauen. Vertrauen in mich selbst in meine Beurteilungen aus dem Bauch heraus. Durch manche durfte ich sogar erfahren was alles in mir steckt!
 
DAS Leuchten in den Augen
Bei meiner Arbeit als Hochseilgartentrainerin durfte ich Teilnehmer erleben, die sich zu Beginn der Veranstaltung unsicher und ängstlich bewegt und ausgedrückt haben. Was ich an diesem Job liebte, war zu sehen, wie diese Menschen nach Überschreiten der Grenzen, über sich hinaus gewachsen sind. Und vor allem, zu sehen, dass Sie DAS Leuchten in Ihren Augen hatten!
Sie sind aus eigener Kraft in Ihre eigene Energie, in Ihr eigenes Vertrauen gekommen und viele von Ihnen werden von diesem Erlebnis immer wieder berichten!
 
Schlussendlich ist dies ein Rat den ich gerne und mit gutem Gewissen weitergebe:
 
Mach „einfach“ mal was anderes als sonst!
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Kommentare
Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde als wir denken
Autor: Ulla Knoll am 2009-08-21 20:26:16

Hallo Melanie,

danke für Deinen wunderbaren Artikel, der mir wieder einmal bestätigt hat, daß es zwischen Himmel und Erde viel, viel mehr gibt als wir denken oder uns vorstellen können. Gerade Bäume sind etwas absolut Besonderes. Die Kraft die ein Baum ausstrahlt, die Ruhe, Sicherheit, Vertrauen und Schutz. Er lebt und atmet, er blutet, wenn wir ihn verletzen. Ich hoffe, viele Menschen lesen Deinen Artikel und werden aufmerksam auf die Möglichkeiten, die Du ihnen bietest mit der Natur in Kontakt zu treten.

Denn nur das, was wir mit anderen teilen, macht wirklich Freude.

Ulla

 

 


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Danke für die Anregung
Autor: Alexandra Stelzer am 2009-08-23 09:19:19

Liebe Melanie,

danke für den schönen Artikel, er ist höchst anregend. Du hast mich daran erinnert, dass ich meine Grenzen selten in Kombination mit Bewegung überschreite und dass ich das ruhig auch mal wieder machen könnte. Vielleicht ja mal bei einer kleinen Reise in die Nähe von Frankfurt in einem Hochseilgarten.

Herzliche Grüße aus dem Burgenland


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Grenzen und Botschaft der Bäume
Autor: Michael Gosch am 2009-08-23 09:55:00

Liebe Melanie,

Danke für Deinen Artikel.

Im Grenzen überschreiten liegt die Kraft des Lebens.

Und wie schnell machen dich die Erfahrungen vorsichtig, zurückhaltend, ängstlich (was alles passieren könnte). Wenn ich mich erinnere, bin ich als Jugendlicher bis in die Wipfeln von Bäumen geklettert - durchaus der Gefahr bewußt und daher achtsam (morsche Äste etc). Heute schaue ich mir den Baum vom sicheren Boden aus an. Das ist nun einfach meine Sache.

Anders sieht es aus, wenn mein Sohn (derzeit 10 jahre alt) seine Kräfte und Fähigkeiten an Bäumen übt. Wie schwer ist es, nicht ständig "sei vorsichtig", "pass auf", "nicht so hoch hinauf" zu rufen, und ihn dabei zu begrenzen, ihm seine eigene Grenzerfahrung zu nehmen.

 

Kontakt mit einem Baum(wesen)
die Erfahrung, die ich mit einem Baum(wesen) machen durfte, möchte ich gerne mit Euch teilen.
Ohne besondere Absicht war ich vor einigen Jahren auf einen kleinen Spaziergang in einem Wald in der Oststeiermark. Plötzlich hatte ich das Bedürfnis mich an einem der Bäume anzulehnen und die Augen zu schließen. Intuitiv begrüßte ich den Baum. Mir wurde tief bewußt, dass der Baum fest verwurzelt ist - und an diesem Ort, wo er als Same Wurzeln geschlagen hat, gebunden ist. Gleich was kommt, weggehen ist nicht möglich.

Bilder und Gefühle duchströmten mich:
Sturm zieht auf - ich fühlte eine Wechselwirkung von Nachgeben und Standhalten
Schneefall, immer mehr Schnee, die Äste werden schwer und schwerer
Heiß, trocken und immer weniger Wasser - Durst - meine Blätter fallen lassen, loslassen
Regen - aufatmen

Ich bin heute noch tief beeindruckt und dankbar diese Erfahrung.

herzlich
Michael


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