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Diversity - Teil 2 - Was ist Diversity ?


Dr. Bill Guillory Trennen uns Unterschiede?
Trennen uns Unterschiede?
Es kommt immer auf die eigene Sichtweise an.
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Lassen Sie uns drüber reden.
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Diversity - Die vereinende Kraft
Diversity - Die vereinende Kraft
Verfasst von Ulla Knoll | 18.01.2010 Übersetzt von Ulla Knoll | 18.01.2010
Diversity, Unterschiedlichkeit, ist ein fester Bestandteil unseres Lebens. Alles, was wir mit anderen tun, beinhaltet Diversity.

Kapitel 1 – Diversity

Diversity, die Unterschiedlichkeit,  ist das wichtigste Phänomen des 21ten Jahrhunderts. Ihr Hauptziel ist es, eine menschlich kompatible Lebens- und Arbeitswelt zu erschaffen. Menschliche Kompatibilität ist das entscheidende Element um Menschen für das Erreichen eines gemeinsamen Zieles, das sie für sich selbst vergegenwärtigen, zusammenzubringen. Zum Beispiel war die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika ein Ereignis, das 13 unterschiedliche Kolonien zusammenführte, um eine Republik zu gründen. Dieses Ereignis resultierte in einem der umfassendsten Dokumente der menschlichen Geschichte – Der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika. In der Praxis versuchen wir noch immer diese Verfassung zur Realität werden zu lassen im Hinblick auf alle Rassen, Volkszugehörigkeiten und Kulturen, die Amerika ausmachen, kompatibel zu umfassen.

            Die größte Herausforderung menschliche Kompatibilität zu erreichen, ist es, anpassungsfähiger zu werden in Bezug auf Veränderung, ohne die Notwendigkeit einer Krise. Beispielsweise verhalten wir uns dann menschlich kompatibel, wenn wir mit einer Situation konfrontiert werden, die Besitz oder das menschliche Leben bedroht. Wie etwa das Ereignis am 11. September 2001 in den USA, der Tsunami in Südost-Asien 2004 oder die Auswirkungen des Hurrikans Katrina in New Orleans 2005. Normalerweise reagieren wir auf solche Ereignisse mit einem wahren Erguss an Einfühlungsvermögen, Mitgefühl und Unterstützung für diejenigen, die Schaden genommen oder eine Tragödie erleiden mussten. Derartige Unterstützung überwindet jegliche Unterschiede sei es in Kultur, Religion und selbst konträre, unterschiedliche politische Systeme. Bedauerlicherweise ist jedes dieser Beispiele ein Ereignis, dessen Ursprung eine Krise ist. Unsere Aufgabe ist es zu lernen, wie wir konstruktiv miteinander leben und arbeiten, ohne die Notwendigkeit einer Krise.

            Wir beginnen unsere Reise mit der für das 21. Jahrhundert realistischen Definition von Diversity. Eine Definition die umfassend, einschließend und transformierend ist. Erstens: Diversity ist ein umfassender Teil von Allem was wir mit Anderen tun. Zweitens: Diversity zieht ein Umfeld nach sich, in dem Unterschiede kompatibel begrüßt werden. Und drittens: Diversity zieht eine fundamentale Veränderung bezüglich unserer Akzeptanz von Menschen, die anders sind als wir selbst, nach sich. Das ist Transformation. Unter Einbeziehung dieser drei Kriterien, schlage ich folgende Definition von Diversity vor.

Diversity ist ein menschlich kompatibles Umfeld, in welchem Unterschiede integriert sind:

  •  um die Gleichheit aller Menschen anzuerkennen
  • um menschlichen Konflikt auszusöhnen
  • um unsere angeborene Verbundenheit zu realisieren
  • um die Realität zu erschaffen, die wir uns wünschen
  • um unser Überleben als Menschen zu gewährleisten
  • und letztendlich um die Einheit einer menschlichen Familie zu erschaffen.

In diesem Sinne sind Diversity, menschliche Kompatibilität und Einheit synonym.

            Als ich noch praktizierender Physiker war, war ich Gründungsmitglied einer neuen Organisation – Die Nationalen Schwarzen Chemiker und chemischen Techniker. Unsere Hauptmotivation zur Gründung war, dass die Hauptorganisation Chemie und chemische Techniker der USA uns ausgeschlossen hatten. Bei der Organisation hatten wir Vertretungen von Gesellschaften, Hochschulen, Regierung und Forschungs-Stiftungen. Wir diskutierten den Anspruch einer solch kleinen Gruppe, die große Gruppe der schwarzen Forscher und Techniker zu repräsentieren. Wir kamen zu dem Schluss: Wenn nicht wir, wer dann? Die größte Kontroverse, die wir hatten, war die Erwähnung des Wortes „Schwarz“ in unserem Namen. Einige der älteren Mitglieder fühlten sich „sehr unwohl“ mit diesem Wort. Ein sehr angesehenes Mitglied wies darauf hin, dass wir wie Radikale klangen. (Im Nachhinein denke ich, er hatte Recht.)

            Trotz seines Einwandes setzten wir den Namen durch. Er trat aus der Gruppe aus. Die Organisation besteht heute noch immer und hat erfolgreich dazu beigetragen, schwarze Studenten in der Wissenschaft und technischen Karrieren Fuß fassen zu lassen. Noch heute bedauere ich, dass wir unsere Meinungsverschiedenheiten bezüglich dieses Wortes nicht beilegen konnten. Während dieser Zeit hatte es starke Auswirkungen im Hinblick auf die Suche nach unserer Identität. Seitdem habe ich gelernt, dass das Leben ein nie endender Prozess ist, Streitigkeiten beizulegen um Gemeinsamkeiten zu finden, ohne die notwendige Anpassung an Veränderung zu gefährden.

 Unterschiede sind ein fester Bestandteil des Lebens

             Wenn Sie über die Verschiedenartigkeiten der Menschen, die Sie kennen, nachdenken, ihre verschiedenen Persönlichkeiten und Interessen, dann gibt es Diversity in den täglichen Erfahrungen mit ihnen. Wegen dieser Unterschiedlichkeiten ist die Beziehung mit jedem von ihnen einmalig. Das Schlüsselwort, das uns entdecken lässt warum Diversity ein so umfassender Teil unseres Lebens ist, ist „Unterschiede“. Unterschiede in der Art wie wir sind, Unterschiede in der Art wie wir denken und Unterschiede in der Art wie wir uns naturgemäß verhalten. Wir beziehen uns auf diese Kategorien jeweils als menschliche Diversity, kulturelle Diversity und methodische Diversity.

            Ich war kürzlich in einem Baumarkt um eine Feile zu kaufen, die ich zur Erweiterung eines Türschlosses brauchte. Ich wurde von Regal zu Regal, von Gang zu Gang geschickt und wurde zunehmend frustrierter. Endlich kam ich zu dem Gang, wo ich die Feilen vermutete. Ein Angestellter stand dort mit dem Rücken zu mir. Freundlich fragte ich ihn, wo ich denn die Feilen finden könnte. Er antwortete nicht. Also fragte ich noch einmal, diesmal lauter. Er ignorierte mich weiter. Das ärgerte mich immens und ich beschloss, ihn zu konfrontieren. Ich ging um ihn herum und blickte in das wärmste Lächeln, das ich seit Jahren gesehen hatte. Er nahm einen kleinen Block aus seiner Tasche und schrieb „Kann ich Ihnen helfen?“ Es dauerte eine Ewigkeit bis ich realisierte, dass er taub war, obwohl es in der Realität nur einige Sekunden dauerte. Ich stand da und fühlte mich dumm und verlegen. Dann musste ich über mich selbst lachen. Er fing auch an zu lachen. Irgendwie hatte ich den Verdacht, dass er genau wusste, warum ich die Situation so amüsant fand. Dieses Erlebnis war ein markanter Moment für mich, der mich zu der Erkenntnis führte:

           „Menschen mit Behinderungen sind da, uns zu lehren,  wie behindert wir sind.“

 Ich nenne solche Momente „Schätze der Weisheit“. Ich habe meinen Freunden schon oft erzählt, dass ich diese kleinen Weisheiten immer in meiner Tasche habe damit sie mir durch die Unterschiedlichkeiten, die mir im täglichen Leben begegnen, hindurch helfen.

            Wenn es einen Lebenspartner in Ihrem Leben gibt, dann haben Sie möglicherweise Differenzen in der Denkweise und wie Sie Dinge tun. Sie oder er ist vielleicht ein langsamer und methodischer Fahrer, Sie fahren vielleicht schnell und aggressiv. Sie oder er hat mehr Interesse an Kommunikation und Beziehung und Sie eventuell an Lösungen und Zielen. Sie oder er mag mehr „in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt“ sein und Sie sind mehr praktisch veranlagt und stehen mit beiden Beinen auf der Erde.

            Unser erstes Fazit lautet: 
           
„Unterschiedlichkeiten sind ein angeborener Teil des Lebens.“

Alles was wir mit anderen tun, beinhaltet Unterschiedlichkeiten zwischen und unter uns. Das zweite Fazit, das wir ziehen, ist, dass unsere Begegnungen mit Unterschiedlichkeit selten neutral sind. Entweder sind sie konstruktiv oder kontraproduktiv. Und drittens: Je mehr wir lernen, die Unterschiede an anderen zu akzeptieren, desto mehr erleben wir die Qualität in der Beziehung, die wir uns wünschen. Tiefe Beziehungen, die aufbauen auf Respekt, Vertrauen und Gleichheit bieten das Fundament für Einheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Ulla,

dank Dir und Bill habe ich die Small Acts ja schon kennen gelernt, bzw. haben meine Handlungen endlich einen Namen bekommen.

Das war größtest "Vereinende Kraft"-Erlebnis:

Ich durfte beim Tsunami 2004, als Mitglied der Krisenintervention in Phuket, selbst die vereinende Kraft erleben.
Nationalitäten, Arm oder Reich, Touristen oder Einheimische: Jeder war für Jeden da, in seinem ihm möglichen Maße. Grenzen wurden innerhalb kürzester Zeit aufgehoben. Jeder machte das, was er am besten konnte! Trotz dieses Ereignis für viele schwere Schmerzen bedeutete, hatte ich oft das Gefühl, das eine Art Heiligkeit über dem Ganzen lag. Schwer in Worte zu fassen!
Ein "EINSSEIN" ohne egoistische Begrenzungen, machte es mir leicht, diesem Ereignis eine größere positive Seite zu geben!

Liebe Grüße

Melanie